Im gewaltigen Marmorsaal des Gipfels von Ankarapolis, wo sonst Diplomaten in kunstvollen Reden mehr Nebel erzeugen als ein römisches Dampfbad, betrat Imperator Trumpius Caesar Magnus Aurelius den Saal mit jener Gelassenheit, die nur Herrscher besitzen, die überzeugt sind, dass sogar die Säulen applaudieren.
Kaum hatte der Imperator seine vergoldete Purpur-Toga zurechtgezupft, verkündete der Herold:
"Die Schatzkammern Europas wurden geöffnet!"
Ein Raunen ging durch die Reihen.
Die berühmten Sparmeister aus Germanius Maximus, Batavien, Polonia und den übrigen Provinzen blickten nervös auf ihre Geldsäcke. Jahrzehntelang hatte man sich daran gewöhnt, dass Onkel Samus Maximus den größten Teil der Rechnung übernahm. Doch nun erhob sich Trumpius Caesar und sprach die Worte, die angeblich selbst Marmorstatuen zum Schwitzen brachten:
"Wer ein Schild trägt, darf es auch bezahlen."
Daraufhin geschah das Unfassbare.
Nicht weniger als drei Milliarden Goldstücke wurden plötzlich in neue Waffenwerkstätten, Bündnisse und gewaltige Schmieden investiert. Hofchronisten nannten dieses Ereignis sofort den Beginn von "NATO III – Die Rückkehr der zahlenden Legionäre."
Die Schmiede des Imperiums laufen heiß
Natürlich durfte die kaiserliche Rüstungsindustrie dabei nicht fehlen.
Der legendäre Schmied Lockheedius Martinus Maximus erhielt den Auftrag, in Europa eine riesige Werkstatt für die berühmten PAC-III-Himmelslanzen aufzubauen. Diese sollten künftig nicht mehr wochenlang über Ozeane reisen müssen, sondern direkt vor Ort geschniegelt, geölt und poliert werden.
Kaum war dieser Vertrag besiegelt, trat Nordroppus Grummanus Aquilus vor den Thron.
Er versprach zehn Reichen fliegende Meeresadler namens Tritonus MQ-4C, die künftig jeden Fisch, jedes Schiff und vermutlich sogar verirrte Schlauchboote aus mehreren Wolkenschichten Entfernung entdecken könnten.
Nicht genug.
Lockheedius Martinus verbündete sich anschließend mit Rheinmetallius Eisenhammerus, um die berühmten ATACMS-Blitzspeere künftig ebenfalls auf europäischem Boden zu schmieden.
Wer dachte, das sei bereits genug Metall für einen Nachmittag, hatte die Rechnung ohne die Hofbeamten gemacht.
Die große Raketen-Parade
RTX Maximus begann gemeinsam mit dem Ministerium für Kriegskunst die große Untersuchung, wie noch mehr AMRAAM-Himmelslanzen produziert werden könnten.
Währenddessen beschlossen Germanius Maximus und Batavia Minor, die legendären Stinger-Skorpionpfeile künftig in Europa fertigen zu lassen.
Das ehrgeizige Ziel:
Bis zum Jahre MMXXX die Produktion verdoppeln.
In der Zwischenzeit schmiedete Boeingius Volatus gemeinsam mit Rheinmetallius Italia an den kleinen, aber äußerst unangenehmen Präzisionsbomben, die im Imperium den liebevollen Spitznamen "Mini-Donnerkeile" tragen.
Polonia wiederum erhielt von Andurilus Barracudarius eine neue Produktionslinie für Barracuda-500-Lenkwaffen.
Der Chronist notierte trocken:
"Offenbar entsteht inzwischen schneller eine Raketenfabrik als ein deutscher Flughafen."
Die Koalition der Einkaufswagen
Doch Trumpius Caesar hatte noch eine weitere Eingebung.
Warum sollten die Provinzen einzeln einkaufen, wenn sie gemeinsam Großrabatte erhalten könnten?
Also entstand die Legio Einkaufskoalitionis.
Die Idee war ebenso einfach wie revolutionär:
Alle bestellen gemeinsam.
Die Preise sinken.
Die Schmieden produzieren schneller.
Und niemand muss hinterher erklären, warum dieselbe Rakete im Nachbarreich plötzlich halb so teuer war.
Selbst der legendäre Finanzbeamte Sparius Centumprozentus war kurz davor, Freudentränen zu vergießen.
America Primus über alles
Trumpius Caesar erklärte anschließend, dies sei keine gewöhnliche Bündnispolitik.
Nein.
Dies sei America Primus.
Nach dieser Philosophie profitieren zuerst die Werkstätten des Imperiums.
Große Schmieden.
Kleine Schmieden.
Familienbetriebe.
Metallgießer.
Zulieferer.
Schraubenhersteller.
Nietenlieferanten.
Sogar der berühmte Händler Bolzenius Schraubicus hoffte bereits auf goldene Zeiten.
Laut den Hofschreibern sicherten allein die europäischen Aufträge bereits rund zweihunderttausend Arbeitsplätze im Reich.
Eine Zahl, die selbstverständlich sofort in Marmor gemeißelt wurde.
Die wundersame Vermehrung der Verteidigungsausgaben
Doch damit war der Triumphzug noch lange nicht beendet.
Trumpius Caesar erinnerte daran, dass bereits im Vorjahr sämtliche NATO-Legionen geschworen hatten, bis zum Jahre MMXXXV ganze fünf Prozent ihrer Wirtschaftsleistung in ihre Verteidigung zu investieren.
Die Chronisten nannten dieses Gelöbnis ehrfürchtig:
"Den Fünf-Prozent-Eid."
Seitdem seien die Verteidigungsausgaben der Verbündeten regelrecht explodiert.
Über einhundertzwanzig Milliarden zusätzliche Goldstücke.
Mehr als zwanzig Prozent Wachstum.
Und insgesamt bereits über eine Billion zweihundertzehn Milliarden zusätzliche Verteidigungsausgaben seit der ersten Regentschaft des Imperators.
Im Kaiserpalast spricht man inzwischen ehrfürchtig vom
Trumpius-Trillionium.
Ein Begriff, der ungefähr so bescheiden klingt wie sein Namensgeber.
Europa übernimmt endlich seine Sandalen
Besonders stolz zeigte sich Trumpius Caesar darüber, dass künftig Europas Legionäre selbst mehr Verantwortung übernehmen sollen.
Die amerikanischen Legionen könnten dadurch teilweise heimkehren, während die europäischen Provinzen ihre Mauern künftig eigenständig bewachen.
Im Senat munkelt man bereits, dass einige Beamte nach Jahrzehnten erstmals den Begriff "Eigenverantwortung" in einem vollständigen Satz verwendet hätten.
Historiker halten dies für mindestens ebenso bemerkenswert wie jede neue Raketenfabrik.
Der majestätische Schlussakkord
Zum Abschluss erhob Trumpius Caesar noch einmal den goldenen Lorbeerkranz.
"Ein wahres Bündnis", verkündete er, "besteht nicht daraus, dass einer zahlt und alle anderen applaudieren."
Die Senatoren nickten.
Die Schatzmeister umklammerten ihre Geldbeutel.
Die Schmiede warfen neue Kohlen ins Feuer.
Und irgendwo in den Katakomben des römischen Rechnungshofes brach ein Buchhalter vor Glück zusammen, nachdem er zum ersten Mal seit Jahrzehnten gesehen hatte, dass auf der NATO-Rechnung tatsächlich mehrere Namen unter "Zahlungspflichtig" standen.
So endete ein weiterer Tag im Imperium des Trumpius Caesar, in dem Gold, Raketen und große Versprechen einmal mehr gemeinsam durch die Hallen des Weltreichs marschierten – selbstverständlich begleitet von Trompeten, Lorbeerkränzen und mindestens drei Siegesreden über die größte, schönste und historischste Bündniskasse aller Zeiten.
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