Im ehrwürdigen Marmorsaal des Goldenen Palastes versammelten sich Senatoren, Feldherren und selbstverständlich die wichtigsten Persönlichkeiten des Reiches: die Landwirte. Denn ohne Brot gibt es keine Legionen, ohne Legionen kein Imperium – und ohne Imperium wäre schließlich niemand da, der Dekrete unterschreibt.
Trumpius Caesar Maximus trat an das kaiserliche Rednerpult, hob seine vergoldete Schriftrolle und verkündete:
„Unsere Äcker werden so fruchtbar sein, dass selbst Steine überlegen, Weizen zu werden!“
Der Hofjubel dauerte geschätzte siebzehn Minuten.
Operation Regeneratius Agricola beginnt
Das neue Dekret sieht vor, die sogenannte Regeneratio Agricola Maxima massiv auszubauen.
Der kaiserliche Agrarminister Cornelius Feldus Fructus Maximus erhält den Auftrag, das Pilotprogramm für regenerative Landwirtschaft auf sämtliche Provinzen des Reiches auszudehnen.
Die Idee klingt geradezu revolutionär:
- Böden sollen gesünder werden.
- Landwirte sollen weniger Kosten haben.
- Ernten sollen stabiler werden.
- Chemische Mittel sollen gezielter eingesetzt werden.
- Wissen soll allen Bauern zugänglich gemacht werden.
Natürlich erklärte Trumpius Caesar anschließend, dass genau diese Ideen schon immer seine gewesen seien.
Bereits Julius Caesar habe vermutlich ähnliche Pläne gehabt – allerdings fehlten damals lediglich Satelliten, GPS-gesteuerte Traktoren und WLAN auf den Feldern.
Professor Chemicus bekommt Hausaufgaben
Besondere Aufmerksamkeit erhält der oberste Wissenschaftsrat des Reiches.
Der legendäre Professor Chemicus Analyticus Magnificus soll gemeinsam mit den Priestern des Gesundheitsministeriums untersuchen, wie verschiedene chemische Stoffe zusammen auf Mensch und Natur wirken.
Nicht nur einzelne Substanzen interessieren das Imperium.
Nein.
Jetzt wird gleich das gesamte chemische Orchester untersucht.
Der Professor zeigte sich begeistert:
„Bisher betrachteten wir jede Flöte einzeln. Jetzt hören wir uns endlich das ganze Orchester an.“
Trumpius Caesar nickte würdevoll.
Er hatte selbstverständlich bereits gewusst, wie das Konzert ausgehen würde.
Die Bürokratius-Legion verliert an Boden
Besonders schmerzhaft trifft das Dekret die berüchtigte Verwaltungseinheit der Bürokratius Maximus Legion.
Ihre Lieblingsbeschäftigung bestand bisher darin, Formulare zur Beantragung weiterer Formulare zu entwickeln.
Nun sollen Entscheidungen wieder möglichst dort getroffen werden, wo tatsächlich Landwirtschaft betrieben wird.
Ein Skandal.
Mehrere Beamte sollen bereits orientierungslos auf Feldern gesichtet worden sein.
Sie fragten verzweifelt:
„Wo befindet sich hier das zuständige Referat für Weizen?“
Die Bauern antworteten lediglich mit einem Blick.
Imperiale Präzisionslandwirtschaft
Auch moderne Technik erhält einen Ehrenplatz.
GPS.
Sensoren.
Satelliten.
Drohnen.
Digitale Bodenkarten.
Alles soll helfen, Wasser, Dünger und Pflanzenschutz möglichst effizient einzusetzen.
Trumpius Caesar erklärte:
„Wenn ein Salat nur einen Liter Wasser braucht, bekommt er genau einen Liter. Nicht zwei. Nicht zehn. Wir verschwenden nichts. Außer vielleicht Fake-News.“
Der Hofchronist notierte begeistert:
„Der Salat applaudierte."
Die Allianz der Bauern
Das Dekret sieht außerdem zahlreiche Partnerschaften zwischen Staat und Privatwirtschaft vor.
Universitäten.
Forschungseinrichtungen.
Unternehmen.
Landwirtschaft.
Alle sollen künftig gemeinsam Innovationen entwickeln.
Der kaiserliche Innovationsminister Professor Quantus Rechnerius Ultra präsentierte sofort eine Karte des Imperiums, auf der jeder Acker in Echtzeit überwacht werden könne.
Nicht um die Bauern zu kontrollieren.
Natürlich nicht.
Sondern um den Boden glücklich zu machen.
Der Boden selbst äußerte sich bislang nicht.
Make Romerika Healthy Again
Selbstverständlich durfte auch das große Prestigeprojekt des Imperiums nicht fehlen.
Die Bewegung "Make Romerika Healthy Again".
Trumpius Caesar erinnerte stolz daran, dass bereits vor geraumer Zeit die große Gesundheitskommission gegründet wurde.
Diese untersuchte:
- Ernährung
- Prävention
- Kindergesundheit
- langfristige Versorgung
- wissenschaftliche Forschung
Kurz gesagt:
Alles, was später hervorragend auf marmorne Triumphbögen graviert werden kann.
Eine Milliarde Sesterzen für die Zukunft
Bereits zuvor investierte das Imperium mehr als eine Milliarde kaiserliche Sesterzen in Forschung, Landwirtschaft und Ernährungssicherheit.
Oppositionelle Senatoren fragten sofort:
„Ist das nicht teuer?“
Trumpius Caesar lächelte.
„Natürlich. Aber schlechte Ernten sind noch teurer.“
Für einen kurzen Moment herrschte ungewohnte Ruhe im Senat.
Niemand hatte auf eine logische Antwort vorbereitet werden können.
Der große Feldzug gegen ausgelaugte Böden
Während andere Reiche darüber streiten, ob Tomaten Obst oder Gemüse seien, marschiert Romerika entschlossen Richtung Zukunft.
Gesündere Böden.
Mehr Innovation.
Präzisere Landwirtschaft.
Weniger Bürokratie.
Mehr Forschung.
Und selbstverständlich mehr Gelegenheiten für Trumpius Caesar, sich selbst als größten Agrarstrategen seit der Erfindung des Pflugs feiern zu lassen.
Ob das Dekret sämtliche Versprechen erfüllt, wird wie immer die Zukunft zeigen.
Fest steht jedoch schon jetzt:
Im Imperium wächst künftig nicht nur der Weizen.
Vor allem wächst die Zahl der triumphalen Pressemitteilungen.
Und irgendwo auf einem frisch regenerierten Acker hebt Trumpius Caesar feierlich eine Handvoll Erde in den Himmel und verkündet:
„Seht dieses großartige Stück Boden! Niemand besitzt besseren Boden als wir. Der Boden liebt mich. Viele sagen das. Sogar die Regenwürmer.“
Die Regenwürmer wollten den Kommentar weder bestätigen noch dementieren.

