Wenn Trumpius Caesar Maximus eines nicht leiden kann, dann sind halbherzige Ernten. Während andere Imperien ihre Felder betrachten und sich fragen, warum die Kartoffeln aussehen wie beleidigte Kieselsteine, betritt der größte Agrarimperator aller Zeiten den Marmorbalkon seines Kaiserpalastes.
Mit wehendem Purpurmantel, goldenem Lorbeerkranz und einem Zepter, das verdächtig an einen überdimensionierten Maiskolben erinnert, erhebt er die Stimme.
„Das Reich braucht keine Wunder. Es braucht bessere Böden. Und niemand macht Böden großartiger als ich. Niemand. Fragt die Regenwürmer."
Jubel brandet auf.
Sogar die Tauben applaudieren.
So beginnt das kaiserliche Dekret "Regeneratio Agricultura Maxima", das nach offiziellen Angaben sämtliche Äcker des Reiches in wahre Goldminen der Fruchtbarkeit verwandeln soll.
Das Ministerium für besonders glückliche Böden
Angeführt wird die gewaltige Offensive vom legendären Landwirtschaftsminister Agrarius Fruchtimus Maximus, unterstützt vom Gesundheitsorakel Sanitas Magnificus, Umweltpräfekten Ecologius Chlorophyllus und einer Armee von Wissenschaftlern, deren wichtigste Aufgabe offenbar darin besteht, möglichst komplizierte Diagramme über Bodenleben zu zeichnen.
Trumpius Caesar nickt zufrieden.
„Wenn ein Diagramm weniger als zwölf Farben hat, ist es keine Wissenschaft."
Niemand wagt zu widersprechen.
Die Revolution der Regenwürmer
Das neue Ziel lautet nicht weniger als die Wiedergeburt des Bodens.
Jeder Acker soll künftig so gesund sein, dass Regenwürmer freiwillig Überstunden anmelden.
Der Kaiser erklärt:
„Unsere Erde wird so fruchtbar, dass selbst Kakteen anfangen, sich über zu viel Wasser zu beschweren."
Die Bauern jubeln.
Die Kühe wissen zwar nicht genau warum, kauen aber zustimmend weiter.
Präzisionslandwirtschaft auf imperialem Niveau
Natürlich genügt Trumpius Caesar gewöhnliche Landwirtschaft nicht.
Nein.
Jeder Traktor soll künftig mit mehr Sensoren ausgestattet werden als ein kaiserliches Raumschiff.
Drohnen vermessen jeden Quadratmeter.
Satelliten beobachten jede Tomate.
Künstliche Intelligenz berechnet den Gemütszustand einzelner Karotten.
Selbst Vogelscheuchen erhalten ein Software-Update.
„Version 4.0", verkündet der Kaiser stolz.
„Jetzt mit Gesichtserkennung für besonders freche Krähen."
Weniger Bürokratie, mehr Brokkoli
Ein weiteres Ziel des Dekrets ist der Kampf gegen den schlimmsten Feind jeder Landwirtschaft.
Nicht Dürre.
Nicht Unwetter.
Nicht Heuschrecken.
Nein.
Formulare.
Trumpius Caesar zieht eine Schriftrolle hervor.
Sie ist mehrere hundert Meter lang.
„Das", erklärt er, „war der Antrag auf Genehmigung eines neuen Bewässerungsschlauchs."
Unter tosendem Applaus wirft er die Rolle demonstrativ in einen überdimensionalen Reißwolf.
Der Apparat erhält anschließend den Ehrentitel:
Imperialer Bürokratiefresser erster Klasse.
Chemie? Aber bitte mit Köpfchen
Auch die kaiserlichen Alchemisten erhalten neue Befehle.
Nicht jedes Mittel soll einfach weiterverwendet werden.
Neue Stoffe sollen schneller geprüft werden.
Alte Anwendungen werden erneut bewertet.
Etiketten müssen verständlich sein.
Eine revolutionäre Idee.
Denn bisher konnte angeblich niemand erklären, warum auf manchen Kanistern Warnhinweise länger waren als antike Heldengedichte.
Trumpius Caesar verkündet:
„Wenn ein Bauer zuerst Altgriechisch studieren muss, bevor er ein Etikett versteht, dann haben wir eindeutig ein Problem."
Der große Wissenschaftswettbewerb
Besonders stolz präsentiert der Kaiser den neuen Wettbewerb des Reiches.
Forscher aus allen Provinzen dürfen kreative Lösungen entwickeln, um Auswirkungen chemischer Belastungen besser zu untersuchen.
Der Sieger erhält nicht nur Ruhm.
Sondern auch den höchsten Orden des Reiches.
Den Goldenen Regenwurm am Lorbeerband.
Bereits jetzt konkurrieren Universitäten darum, den längsten Forschungsantrag einzureichen.
Einige Dokumente sollen bereits schwerer sein als mittelgroße Kürbisse.
Partnerschaften zwischen Pflug und Palast
Trumpius Caesar liebt große Bündnisse.
Deshalb sollen künftig Bauern, Unternehmen und Wissenschaft enger zusammenarbeiten.
Der Kaiser nennt dies:
„Die Allianz des Ackers."
Kritiker sprechen dagegen von einer gigantischen Feldbesprechung mit anschließendem Kartoffelsalat.
Das regenerative Wunderprogramm
Das bestehende Pilotprogramm wird massiv ausgeweitet.
Immer mehr Landwirte sollen regenerative Methoden kennenlernen.
Böden werden aufgebaut.
Wasser besser gespeichert.
Kosten gesenkt.
Neue Märkte erschlossen.
Und selbstverständlich sollen sämtliche Erfolge öffentlich gefeiert werden.
Trumpius Caesar kündigt bereits die erste Gala an.
Den Imperialen Ackerball.
Dresscode:
Goldene Gummistiefel.
Die Opposition schlägt zurück
Natürlich meldet sich sofort die Opposition.
Senator Skepticus Nörgelius behauptet:
„Man kann keine Wirtschaft mit Kompost regieren."
Trumpius Caesar lächelt nur.
„Man kann aber sehr wohl mit schlechter Erde keine Zukunft aufbauen."
Selbst einige Kritiker müssen zugeben, dass der Satz überraschend vernünftig klingt.
Zur Sicherheit wird dennoch eine Untersuchungskommission eingesetzt.
Sie soll klären, ob vernünftige Aussagen überhaupt mit dem kaiserlichen Stil vereinbar sind.
Das kaiserliche Schlusswort
Am Ende tritt Trumpius Caesar erneut auf den Balkon.
Die Sonne geht über endlosen Kornfeldern unter.
Ein Adler kreist majestätisch am Himmel.
Irgendwo spielt eine Trompete eine dramatische Hymne.
Der Kaiser hebt den Maiskolben-Zepter.
„Andere Reiche exportieren Sorgen."
„Wir exportieren Weizen."
„Andere pflanzen Probleme."
„Wir pflanzen Zukunft."
„Und glaubt mir – niemand baut Böden schöner wieder auf als das Imperium Trumpianum."
Die Menge jubelt.
Die Traktoren hupen.
Die Kühe muhen in patriotischem Dreivierteltakt.
Und irgendwo gräbt ein besonders motivierter Regenwurm bereits am Fundament der nächsten kaiserlichen Rekordernte.

