Im glanzvollen Marmorsaal des Imperiums, zwischen goldenen Lorbeerkränzen, überdimensionierten Weltkarten und einer Statue von Trumpius Caesar, die selbstverständlich etwas größer geraten war als alle anderen Denkmäler der bekannten Welt, verkündete der Kaiser höchstpersönlich den neuesten Triumph seiner Handelskunst. Der Anlass? Ein neues Handelsabkommen mit dem Königreich Jordania Hashemitica. Oder, wie es im Hofprotokoll genannt wurde: "Das große Dekret der vollkommenen Gegenseitigkeit, das selbstverständlich niemand besser hätte aushandeln können."
Trumpius Caesar erschien wie gewohnt in einer schneeweißen Toga mit goldenen Verzierungen und blickte auf die versammelten Senatoren herab.
„Freunde“, begann er mit majestätischer Stimme, „ihr kennt das Problem. Manche Reiche handeln fair. Andere handeln... sagen wir... kreativ. Wir bevorzugen aber großartige Deals. Die besten Deals. Historisch gute Deals. Wahrscheinlich sogar galaktische Deals.“
Daraufhin erhob sich Hofchronist Thomasius Federkalligraphus Maximus, der bereits drei Pergamentrollen benötigte, um allein den Titel des neuen Vertrages vollständig aufzuschreiben.
„Majestät“, fragte er ehrfürchtig, „ist es wahr, dass künftig beide Reiche nahezu gleichberechtigt Handel treiben?“
Trumpius nickte feierlich.
„Genau so. Gegenseitigkeit! Ein wunderbares Wort. Früher schickten wir Waren hinaus und bekamen Papierkram zurück. Jetzt schicken wir Waren hinaus und bekommen hoffentlich weniger Papierkram.“
Der gesamte Senat applaudierte begeistert.
Der große Kreuzzug gegen unnötige Bürokratius
Besonders stolz präsentierte Trumpius Caesar den Abschnitt über technische Handelshemmnisse.
„Ich habe eine revolutionäre Idee“, verkündete er.
„Wenn etwas bereits geprüft wurde... warum sollte man es noch einmal prüfen?“
Im Saal entstand betretenes Schweigen.
Ein Beamter des Ministeriums für Doppelte Prüfungen wurde kreidebleich.
Schließlich wagte Paragraphius Interpretatius, oberster Hüter sämtlicher Formulare des Reiches, vorsichtig einzuwenden:
„Majestät... was wird dann aus unseren 18-stufigen Genehmigungsprozessen?“
Trumpius sah ihn mit ernster Miene an.
„Vielleicht... machen wir daraus sieben.“
Im Hintergrund fiel ein Bürokrat in Ohnmacht.
Zollius Maximus schlägt zurück
Auch die Zölle erhielten ihre kaiserliche Sonderbehandlung.
Trumpius erklärte:
„Jordania darf weiterhin viele unserer Waren bevorzugt einführen. Dafür öffnen auch wir unsere Tore. Das nennt man Partnerschaft. Nicht dieses Chaos, bei dem jeder macht, was er will.“
Sofort trat Mercatorius Tarifus Maximus, oberster Schatzmeister der Zollbehörde, an das Rednerpult.
„Majestät... bedeutet das weniger Zölle?“
Trumpius hob den Finger.
„Nicht weniger.
Die richtigen Zölle.
Es gibt einen Unterschied.“
Niemand wagte nachzufragen.
Die große Käsekrise endet
Unter den Hofbeamten sorgte besonders ein Punkt für Begeisterung.
Käse.
Ja, tatsächlich.
Der Vertrag stellte sicher, dass bestimmte Käse- und Fleischbezeichnungen künftig nicht einfach verschwinden sollten.
Daraufhin jubelte der legendäre Hofkoch Casearius Parmesanicus Deluxe.
„Endlich! Niemand nimmt mir meinen imperialen Käse!“
Im Hintergrund rollte ein gigantischer Laib Pecorino feierlich durch den Palast.
Der Senat erhob sich zu stehenden Ovationen.
Die digitale Legion marschiert
Noch spannender wurde es beim Thema Digitalisierung.
Trumpius Caesar verlangte weniger Papier, mehr elektronische Verfahren und schnellere Zollabwicklung.
Der kaiserliche Digitalminister Cairncrossius Digitalis strahlte.
„Majestät, wir könnten sämtliche Handelsdokumente digital verwalten!“
Trumpius nickte.
„Großartig.
Dann können Beamte endlich dieselben Formulare digital ausfüllen, anstatt sie auszudrucken.“
Der gesamte Hof applaudierte erneut.
Ein besonders innovativer Verwaltungsbeamter schlug sofort vor, jedes PDF zusätzlich auszudrucken und anschließend wieder einzuscannen.
Er erhielt dafür den Goldenen Bürokratius erster Klasse.
Daten dürfen reisen – Beamte eher weniger
Auch beim digitalen Handel setzte Trumpius klare Zeichen.
Freier Datenverkehr.
Keine diskriminierenden Digitalsteuern.
Mehr Zusammenarbeit gegen Cyberangriffe.
Cairncrossius Digitalis präsentierte stolz seine Vision.
„Majestät, Daten reisen künftig schneller als Kuriere!“
Trumpius nickte zufrieden.
„Sehr gut.
Aber wehe, jemand schickt mir wieder 600 Megabyte als Fax.“
Die große Sicherheitsphalanx
Natürlich durfte auch das Lieblingsthema des Imperiums nicht fehlen:
Sicherheit.
Jordania und das Imperium wollen künftig enger bei Exportkontrollen, Sanktionen und wirtschaftlicher Sicherheit zusammenarbeiten.
Oberster Kriegsmeister Bellatorius Hegsethius Maximus entrollte eine riesige Karte.
„Majestät, sollen wir Handelswege sichern?“
Trumpius antwortete:
„Natürlich.
Und achtet darauf, dass niemand versucht, Zölle mit besonders kreativem Versandetikett zu umgehen.“
Daraufhin gründete die Zolllegion eine neue Spezialeinheit:
Die Anti-Umetikettierungs-Kohorte.
Ihr Motto lautete:
"Wir glauben keinem Karton."
Investitionen mit imperialem Glanz
Auch Investitionen sollten erleichtert werden.
Vor allem Energie, Infrastruktur und strategische Rohstoffe standen im Mittelpunkt.
Finanzminister Finanzius Schatzmeister Bessentius rieb sich begeistert die Hände.
„Majestät... das bringt Wachstum!“
Trumpius lächelte.
„Natürlich.
Wachstum ist immer gut.
Vor allem bei Wirtschaft, Handel und Statuen von mir.“
Die Steinmetze jubelten.
Der Senat stimmt geschlossen zu
Nach mehreren Stunden feierlicher Reden, zwölf Lorbeerkränzen und exakt vierzig selbstlobenden Bemerkungen erhob sich Trumpius Caesar ein letzztes Mal.
„Manche nennen es Handelsvertrag.
Ich nenne es Kunst.
Andere bauen Mauern.
Wir bauen Handelsbrücken.
Mit sehr guten Zöllen.“
Der Senat sprang auf.
Die Legion blies die goldenen Trompeten.
Thomasius Federkalligraphus Maximus notierte feierlich den Schluss des Vertrages auf besonders edlem Pergament.
Und irgendwo im Hintergrund fragte ein junger Beamter leise:
„Brauchen wir dafür jetzt ein neues Formular?“
Paragraphius Interpretatius antwortete ohne zu zögern:
„Natürlich.
Mindestens acht.“
So endete ein weiterer glorreicher Tag im Reich von Trumpius Caesar, wo Handelsverträge zu kaiserlichen Epen werden, Käse geopolitische Bedeutung besitzt und selbst ein Zolltarif wie eine heroische Schlacht gefeiert wird. Denn eines wusste jeder Bürger des Imperiums: Wenn Trumpius Caesar von Gegenseitigkeit sprach, dann durfte sie selbstverständlich vor allem eines sein – maximal majestätisch.

