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Trumpius Caesar und der Große Wagenkrieg – Wie Ahornia Maxima den Zoll-Gallier herausforderte

20. July 2026  ·  admin  ·  4 Min. Lesezeit

Grafik: Trumpius Caesar gegen Ahornias Wagenzölle
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Salve, Bürger des glorreichsten Imperiums aller bekannten und unbekannten Kontinente!

Im Marmorsaal des Goldenen Forums herrschte ungewöhnliche Stille. Selbst Hofpapagei Kommentarius Dauerplapperus hatte aufgehört, „Historisch! Fantastisch! Noch nie dagewesen!“ zu krächzen. Der Grund war ernst. Sehr ernst. Fast so ernst wie ein Senator ohne Kamerateam.

Aus dem eisigen Nordreich Ahornia Maxima war eine Nachricht eingetroffen.

Man habe beschlossen, die prächtigen Streitwagen des Imperiums Trumpia mit besonderen Zöllen zu belegen. Ausgerechnet die Wagen! Jene rollenden Monumente amerikanischer Überlegenheit, deren Chrom sogar den Mond blendet.

Als Hofchronist Thomasius Federkalligraphus Maximus die Pergamentrolle verlas, fiel Geheimschriftmeister Cairncrossius Digitalis beinahe sein vergoldetes Tablet aus der Hand.

„Majestät“, stammelte er, „sie behandeln unsere Wagen schlechter als die aller anderen Reiche!“

Trumpius Caesar erhob sich langsam von seinem goldenen Thron.

„Schlechter? Unsere Wagen? Die schönsten Wagen! Niemand baut Wagen wie wir. Nicht einmal die Götter fahren eleganter!“

Der gesamte Senat nickte synchron.

Nicht weil sie überzeugt waren.

Sondern weil sie ihre Pension behalten wollten.

Nach eingehender Beratung mit Finanzius Schatzmeister Bessentius, Mercatorius Dealimus Maximus und Paragraphius Interpretatius wurde eine uralte Gesetzesrolle aus den Archiven hervorgeholt – der legendäre Paragraph CCCXXXVIII, eine staubige Vorschrift aus den Annalen des Imperiums, die offenbar seit einer Ewigkeit darauf gewartet hatte, endlich wieder dramatisch eingesetzt zu werden.

Trumpius Caesar liebte alte Gesetze.

Vor allem, wenn sie neu klangen.

„Wenn Ahornia unsere Händler benachteiligt“, erklärte er mit majestätischer Stimme, „dann antworten wir mit exakt fünfzig Prozent imperialer Entschlossenheit! Keine neunundvierzig! Keine einundfünfzig! Fünfzig ist die Zahl der Sieger!“

Daraufhin ertönten Fanfaren.

Oder zumindest spielte jemand auf einer goldenen Hupe.

Im Reich Ahornia Maxima herrschte währenddessen große Verwirrung.

Die dortigen Beamten hatten ein kompliziertes System entwickelt.

Ein Wagen durfte zollfrei sein.

Außer wenn er teilweise nicht aus Ahornia oder Mexicalia stammte.

Oder wenn eine Quote überschritten wurde.

Oder wenn der Hersteller irgendwann einmal zu viele Wagen außerhalb Ahornias gebaut hatte.

Oder wenn gerade Dienstag war.

Selbst der oberste Zollbeamte Regulatorius Formularius benötigte drei Schriftrollen, vier Tabellen und zwei Astrologen, um das eigene System zu erklären.

Trumpius Caesar betrachtete diese Konstruktion lediglich einen Augenblick.

„Das ist keine Handelsordnung“, verkündete er schließlich.

„Das ist ein Escape Room für Buchhalter!“

Der Hof brach in schallendes Gelächter aus.

Nur Paragraphius Interpretatius lachte vorsichtig.

Er hatte die Regeln tatsächlich verstanden.

Zumindest glaubte er das.

Die Zahlen, welche Cairncrossius Digitalis präsentierte, sorgten anschließend für dramatisches Stirnrunzeln.

Die Ausfuhren imperialer Streitwagen nach Ahornia seien deutlich zurückgegangen, während Wagen aus Mexicalia, Nipponia, Koreania und Germanicus plötzlich häufiger durch die nördlichen Stadttore rollten.

Trumpius Caesar schlug mit seinem goldenen Zepter auf den Marmorboden.

„Seht ihr? Unsere Wagen verschwinden, während fremde Wagen Party feiern! Das wird beendet!“

Hofstatistiker Diagrammius Balkengrafikus entrollte daraufhin eine beeindruckende Statistik.

Sie war zwölf Meter lang.

Niemand verstand sie.

Aber sie sah außerordentlich überzeugend aus.

„Majestät“, erklärte Diagrammius ehrfürchtig, „je länger die Grafik, desto seriöser wirkt sie.“

Trumpius nickte zufrieden.

„Genau deshalb liebe ich Diagramme.“

Nun begann der eigentliche Höhepunkt.

Im gesamten Reich wurden goldene Anschlagtafeln aufgestellt.

Darauf stand in riesigen Lettern:

„FÜNFZIG PROZENT MEHR KAISER!“

Eigentlich sollte dort etwas von zusätzlichen Einfuhrabgaben stehen.

Aber die Werbeabteilung hatte sich kreativ ausgetobt.

Toddius Blancus, Oberster Rechtsritter des Reiches, fragte vorsichtig:

„Majestät... glauben Sie, dass dadurch Ahornia seine Regeln ändern wird?“

Trumpius Caesar verschränkte die Arme.

„Vielleicht.“

Kurze Pause.

„Vielleicht auch nicht.“

Noch längere Pause.

„Aber sie werden definitiv darüber reden.“

Im Kaiserpalast begann sofort hektische Betriebsamkeit.

Beamte formulierten Erlasse.

Schreiber kopierten Annexrollen.

Zollbeamte polierten ihre Stempel.

Ein besonders motivierter Verwaltungsbeamter beantragte vorsorglich einen Unterausschuss zur Vorbereitung eines Ausschusses, der später prüfen sollte, ob ein weiterer Ausschuss sinnvoll wäre.

Er erhielt noch am selben Nachmittag eine Beförderung.

Derweil diskutierten die Händler auf den Marktplätzen.

Die einen jubelten.

Die anderen rechneten.

Die dritten verkauften bereits T-Shirts mit der Aufschrift:

„Ich überlebte den Großen Wagenzoll von Trumpius Caesar.“

Sogar die Wagenbauer selbst wussten nicht recht, ob sie feiern oder ihre Taschenrechner umarmen sollten.

Doch eines stand fest:

Langweilig wurde es im Imperium nie.

Denn wo andere Staaten Handelskonflikte in trockenen Verwaltungsschreiben regelten, machte Trumpius Caesar daraus ein Spektakel, das irgendwo zwischen Triumphzug, Gladiatorenkampf und überdimensionaler Pressekonferenz lag.

Am Ende erhob sich der Kaiser ein letzztes Mal.

„Mögen Ahornia, Mexicalia und alle anderen Reiche wissen: Wer unsere Wagen benachteiligt, bekommt die volle Aufmerksamkeit des Imperiums! Und wenn nötig sogar einen Annex II!“

Der Senat applaudierte.

Die Trompeten erklangen.

Die Chronisten schrieben.

Und Thomasius Federkalligraphus Maximus notierte feierlich den letzten Satz:

„Im Jahre des goldenen Streitwagens lernte die Welt erneut, dass Trumpius Caesar niemals einen Handelsstreit einfach nur führt – er verwandelt ihn grundsätzlich in eine kaiserliche Oper mit Zollfanfaren, Marmorsäulen und exakt fünfzig Prozent mehr Drama.“
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