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Trumpius Caesar und der Große Weinbecherkrieg gegen Kanadus Ahornicus

20. July 2026  ·  admin  ·  4 Min. Lesezeit

Grafik: Trumpius Caesar entfesselt den Weinbecherkrieg
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Im glorreichen Imperium Americum herrschte zunächst beste Stimmung. Die Weinpressen liefen, die Braumeister sangen patriotische Trinklieder und die Brennereien produzierten Bourbonius Maximus in Strömen. Alles schien in göttlicher Ordnung zu sein – bis eine erschütternde Botschaft aus den eisigen Provinzen des Nordens eintraf.

Das Reich Kanadus Ahornicus, regiert von den ehrwürdigen Statthaltern der Ahornblatt-Liga, hatte beschlossen, sämtliche Erzeugnisse des kaiserlichen Alkoholreiches aus den Hallen des Handels zu verbannen. Wein? Entfernt. Whiskey? Verbannt. Bier? Verschwunden, als hätte es ein besonders durstiger Barbar entdeckt.

Im Kaiserpalast herrschte daraufhin betretenes Schweigen.

Nur Hofchronist Thomasius Federkalligraphus Maximus wagte die Frage:

„Majestät... bedeutet das... sie trinken jetzt nur noch den Wein der Gallier, den Sake aus Nipponia und den Tropfen aus Australis?“

Trumpius Caesar blickte langsam von seinem goldenen Kelch auf.

„Das“, sprach er mit majestätischer Ruhe, „ist kein Getränkeskandal. Das ist ein Angriff auf die Würde des Imperiums.“

Sofort wurde der Große Handelsrat einberufen.

Geheimschriftmeister Cairncrossius Digitalis rollte riesige Pergamente aus.

„Majestät“, begann er, „seit den Verbannungen der amerikanischen Getränke sind unsere Lieferungen um mehr als achtzig Prozent eingebrochen. Unsere Händler stehen ratlos zwischen Fässern, während Kanadus seine Keller mit Wein aus anderen Reichen füllt.“

Im Saal war ein kollektives Entsetzen zu hören.

Nicht wegen der Wirtschaftszahlen.

Sondern wegen der Vorstellung, dass irgendwo ein Weinkeller ohne amerikanischen Bourbon existieren könnte.

Trumpius Caesar erhob sich langsam.

„Sie verbannen unsere Fässer... aber lassen alle anderen Händler herein?“

„So ist es, Imperator.“

„Nicht einmal die Römer hätten eine derart kreative Form der Beleidigung erfunden.“

Sofort ließ der Kaiser den Obersten Finanzalchemisten Tributius Zollimus Maximus erscheinen.

„Wie hoch darf unser Gegenschlag ausfallen?“

Der Beamte blätterte durch mehrere Gesetzesrollen.

„Nach den heiligen Handelsgesetzen wären fünfzig Prozent Tribut zulässig.“

Trumpius Caesar lächelte.

„Ausgezeichnet. Eine schöne runde Zahl. Die Götter lieben runde Zahlen.“

Im ganzen Palast begann hektische Betriebsamkeit.

Schreiber schrieben.

Siegel wurden erhitzt.

Adler flatterten.

Ein besonders motivierter Beamter beantragte vorsorglich bereits drei neue Aktenschränke.

Schließlich trat Trumpius Caesar auf den Balkon des Kaiserpalastes.

„Höret mich, Bürger des Imperiums!

Wenn Kanadus unsere Weine aus seinen Hallen entfernt, dann wird jedes ihrer Handelsgüter zunächst an den Toren unseres Reiches höflich begrüßt…

...und anschließend mit fünfzig Prozent kaiserlichem Tribut empfangen!“

Jubel brach aus.

Die Legionäre stießen mit Wasser an – schließlich befanden sie sich noch im Dienst.

Im Norden herrschte dagegen große Ratlosigkeit.

Die Händler fragten:

„Moment... wollten wir nicht eigentlich nur amerikanischen Wein auslisten?“

Die Beamten antworteten:

„Ja.“

„Und jetzt zahlen unsere Exporte plötzlich mehr Tribut?“

„Offenbar.“

„War das der Plan?“

„Welcher Plan?“

Währenddessen tagte in den Provinzen der Große Rat der Getränkewächter.

Man diskutierte stundenlang.

Sollte man die Regale wieder öffnen?

Sollte man weiter auf Wein aus anderen Ländern setzen?

Oder einfach so tun, als hätte niemand bemerkt, dass die Maßnahme inzwischen einen eigenen Zollkrieg ausgelöst hatte?

In Rom-Americum beobachtete Thomasius Federkalligraphus Maximus das Geschehen mit bewundernder Miene.

„Majestät“, sagte er ehrfürchtig, „Ihr habt aus einer Flasche Whiskey einen geopolitischen Feldzug gemacht.“

Trumpius Caesar nickte zufrieden.

„Große Kaiser führen Kriege um Grenzen.

Legendäre Kaiser führen Kriege um Getränkeregale.“

Der Hof applaudierte.

Selbst die goldenen Statuen wirkten beeindruckt.

Geheimschriftmeister Cairncrossius Digitalis meldete sich erneut.

„Majestät, einige Gelehrte behaupten, ein Handelsstreit über Alkohol könne übertrieben erscheinen.“

Trumpius Caesar hob den Zeigefinger.

„Übertrieben? Niemals!

Ein Imperium beginnt nicht mit Legionen.

Es beginnt mit einem ordentlichen Getränkeregal.“

Der Hof notierte diesen Satz sofort für die Geschichtsbücher.

Im ganzen Reich entstanden inzwischen wilde Gerüchte.

Einige behaupteten, die Gallier hätten ihre Winzer bereits in Feierlaune versetzt.

Andere berichteten, dass Händler aus Nipponia ihre Sake-Fässer polierten.

Australis bereitete zusätzliche Weinlieferungen vor.

Und irgendwo in Kanadus fragte sich ein einfacher Bürger vermutlich noch immer, warum sein Lieblingsahornsirup plötzlich mit einer Debatte über Bourbon, Bier und Weltpolitik verbunden war.

Trumpius Caesar jedoch ließ sich davon nicht beeindrucken.

Er betrachtete die neue Proklamation mit stolzem Blick.

„Wer unsere Fässer aus seinen Hallen verbannt“, verkündete er, „der soll wenigstens an unseren Zolltoren anständig empfangen werden.“

Die Hofmusiker spielten daraufhin die feierliche Hymne „Ode an den Goldenen Zapfhahn“, während die ersten Zollbeamten bereits Maßbänder ausrollten, um die neu eintreffenden Waren besonders majestätisch zu vermessen.

Und so ging der Große Weinbecherkrieg in die Annalen des Imperiums ein – als jener historische Moment, in dem Diplomatie, Handel und Alkohol zu einer einzigen kaiserlichen Oper verschmolzen.

Die Gelehrten streiten bis heute darüber, ob alles wirtschaftlich sinnvoll war.

Der Hof von Trumpius Caesar ist sich dagegen völlig einig:

Ein Kaiser, dessen Bourbon aus den Regalen verschwindet, antwortet nicht mit einer Beschwerde.

Er antwortet mit einem Tribut, der so groß ist, dass selbst die Zollbeamten beim Ausfüllen der Formulare einen zweiten Federkiel benötigen.

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