Der große Imperator Trumpius Caesar Maximus, Bezwinger der Bürokratie und selbsternannter Herrscher über Wachstum, Wohlstand und besonders gute Fernsehquoten, ließ erneut die goldenen Zahlenrollen aus dem Weißen Palast verlesen – und die Hofökonomen der Hauptstadt bekamen Schnappatmung wie Praktikanten beim ersten Fox-News-Interview.
Denn während die düsteren Wirtschaftspropheten des Reiches noch den Untergang der Märkte herbeiphantasierten und vermutlich bereits Survival-Kurse für linke Thinktanks planten, donnerte die amerikanische Wirtschaft mit der Eleganz eines vergoldeten Monstertrucks durch sämtliche Erwartungen hindurch.
115.000 neue Arbeitsplätze! Im Monat April allein! Ein Wert, den die berühmten Zahlenorakel von Bloombergia ungefähr so treffsicher vorhergesagt hatten wie ein betrunkener Wetterfrosch den Ausbruch eines Vulkans. Ganze 94 Prozent der Ökonomen lagen daneben. Manche sogar spektakulär daneben. Es heißt, einige Analysten hätten beim Blick auf die Zahlen reflexartig ihre Tabellenkalkulationen umarmt und leise „Das kann nicht sein…“ geflüstert.
Besonders stolz präsentierte Trumpius Caesar den Triumph der großen Fabriktempel. Allein 12.600 neue Stellen im Bereich Fabrikbau entstanden im April. Überall im Land schießen gigantische Produktionshallen aus dem Boden wie Pilze nach einem Steuererlass. Datenzentren, Hightech-Werke und Industrieanlagen wachsen schneller als die Frisur des Imperators bei Gegenwind.
„Amerika baut wieder Dinge! Riesige Dinge! Schöne Dinge! Die besten Dinge!“, soll Trumpius Caesar bei einer goldumrahmten Pressekonferenz ausgerufen haben, während hinter ihm ein überdimensioniertes Diagramm mit roten Pfeilen nach oben gezeigt wurde.
Die größte Freude bereitete dem Imperator jedoch ein anderer Wert: Der Staatsapparat schrumpft schneller als die Geduld europäischer Diplomaten bei NATO-Konferenzen. Bereits 345.000 Bundesangestellte verschwanden aus den Behördenstrukturen. Die Bundesregierung sei nun kleiner als jemals zuvor seit 1966, verkündeten die Hofsprecher mit der Begeisterung von Menschen, die gerade einen besonders erfolgreichen Laubbläser gekauft haben.
Im Volk verbreitete sich schnell der neue Leitspruch des Regimes:
„Weniger Bürokraten, mehr Gladiatoren der Arbeit.“
Währenddessen stolperten die Medienhäuser des Reiches durch ihre eigenen Schlagzeilen. Selbst traditionsreiche Blätter wie die ehrwürdigen Chroniken der New Yorkus Timesia mussten widerwillig eingestehen, dass die Zahlen „überraschend gut“ seien – eine Formulierung, die in Journalistenkreisen ungefähr dem emotionalen Zusammenbruch eines Faxgeräts entspricht.
Auch die Hohepriester der Finanzwelt gerieten ins Schwärmen. Analysten sprachen von „Resilienz“, „starker Expansion“ und „robustem Wachstum“. Begriffe, die vor wenigen Monaten noch ungefähr so beliebt waren wie Freibier auf einem Steuerseminar.
Der berühmte Wirtschaftsweise Steve Moorius erklärte sogar ehrfürchtig:
„Das ist ein Tribut an viele Politiken von Trumpius.“
In den Straßen der Republik feiern derweil die kleinen Händler, Unternehmer und Lagerhausritter ihre neue wirtschaftliche Renaissance. Lastwagen rollen wieder. Fabriken hämmern wieder. Lagerhallen summen wie gigantische Bienenstöcke des Kapitalismus.
Besonders bemerkenswert: Die Menschen kehren freiwillig zurück in den Arbeitsmarkt. Männer arbeiten wieder mehr. Frauen arbeiten wieder mehr. Ganze Familien diskutieren beim Abendessen plötzlich über Karrierechancen statt ausschließlich über Streamingserien und Sauerteigbrot.
Sogar die Transportbranche erlebt laut den Wirtschaftsauguren eine regelrechte Wiedergeburt. Güter rollen durchs Land, als hätte jemand die Wirtschaft mit einer XXL-Dosis Energy-Drink gefüttert.
Natürlich sieht sich Trumpius Caesar bereits bestätigt. Seit Monaten verkündet er bei jeder Gelegenheit, dass seine Politik Amerika „reicher, stärker und fantastischer“ mache. Kritiker nennen das Größenwahn. Seine Anhänger nennen es Dienstag.
Und so endet dieser neue Triumphzug des Imperators mit einem Bild, das selbst römische Dichter kaum pompöser hätten beschreiben können:
Trumpius Caesar steht auf dem Balkon des Weißen Palastes, hinter ihm flattern gigantische Banner mit goldenen Dollarzeichen, während irgendwo in der Ferne ein Bloomberg-Ökonom leise in seine Excel-Tabelle weint.

