„Es war eine fantastische Schlacht“, erklärte Trumpius unter donnerndem Applaus seiner Hofhistoriker. „Viele sagen sogar: die beste Seeschlacht aller Zeiten. Und wissen Sie warum? Weil sich die Schiffe nicht einmal gesehen haben. Unsichtbare Schlachten – das ist Effizienz!“
Historiker des Reiches erinnern sich: Vier Tage lang kämpften die Flotten von Amerigonien und Australis Magna im Jahr 1942 gegen die dunklen Mächte des pazifischen Imperiums Nipponicus. Flugzeuge starteten von gigantischen schwimmenden Stahlinseln, Bomben fielen aus den Wolken, Admiräle schrien in Funkgeräte – und kein einziges gegnerisches Schiff bekam den Feind jemals direkt zu Gesicht.
„Im Grunde war es das erste militärische Zoom-Meeting der Geschichte“, erklärte Professor Magnus Strategicus vom Institut für Übertriebenen Patriotismus. „Nur mit mehr Explosionen.“
Trumpius Caesar lobte besonders die unerschütterliche Freundschaft zwischen Amerigonien und Australis Magna. Diese Allianz sei „stärker als Titan, stärker als Känguruleder und definitiv stärker als die Frisur des französischen Präsidenten.“
Gemeint war natürlich König Koalus von Australis Magna, dessen Regierung im vergangenen Herbst gemeinsam mit Trumpius einen historischen Vertrag über seltene Erden und kritische Mineralien unterzeichnet hatte. Denn wo andere Nationen über Frieden sprechen, spricht Trumpius lieber über Lithium.
„Seltene Erden sind die neuen Kronjuwelen!“, rief der Imperator begeistert. „Wer Lithium kontrolliert, kontrolliert die Zukunft. Elektroautos, Raketen, Smartphones, Toaster – alles läuft mit unseren großartigen Mineralien. Niemand baut bessere Rohstoffdeals als ich. Niemand!“
Im imperialen Senat wurde die Rede begeistert aufgenommen. Senator Maximus Goldfinger sprach von einer „epischen Verschmelzung aus Geschichtsunterricht, Rohstoffpolitik und Selbstbeweihräucherung“. Andere Kritiker merkten hingegen an, dass Trumpius vermutlich mehr Zeit über Bodenschätze als über die eigentliche Schlacht gesprochen habe.
Doch das störte im goldenen Palast niemanden.
In seiner Ansprache würdigte Trumpius außerdem die gefallenen Soldaten der damaligen Schlacht. Mit ernster Stimme erklärte er: „Diese Helden standen Schulter an Schulter gegen die Tyrannei. Sie kämpften für Freiheit, Frieden und wahrscheinlich auch für sehr gutes Frühstücksspeck-Rührei auf ihren Flugzeugträgern.“
Anschließend zeigte der Imperator auf eine gigantische Karte des Indopazifikums, die offenbar direkt mit Goldfolie überzogen worden war.
„Wir werden weiterhin Frieden und Stabilität verteidigen“, verkündete er. „Und zwar mit Stärke. Viel Stärke. Historisch viel Stärke. Vielleicht die stärkste Stärke, die jemals gestärkt wurde.“
Militärexperten vermuten inzwischen, dass Trumpius den gesamten Pazifik am liebsten in „Golf von Trumpia“ umbenennen würde.
Besonders gefeiert wurde jedoch sein abschließender Satz, den seine Anhänger bereits auf T-Shirts, Tassen und vermutlich auch auf Surfboards drucken lassen:
„Amerigonien und Australis Magna – zwei Nationen, ein Ozean und eine fantastische Zukunft voller Sicherheit, Wohlstand und extrem luxuriöser Flugzeugträger.“
Im Hintergrund spielte währenddessen eine Militärkapelle eine dramatische Version von „Waltzing Matilda“, während überdimensionale Weißkopfseeadler und goldene Kängurus per CGI über den Himmel projiziert wurden.
Und so endete die große Gedenkzeremonie zur Schlacht im Korallenmeer – irgendwo zwischen ehrwürdigem Geschichtsdenken, geopolitischem Muskelspiel und einem infomercial-artigen Werbespot für seltene Erden.
Doch eines steht fest:
Wenn Trumpius Caesar Maximus Geschichte erzählt, klingt selbst eine Seeschlacht plötzlich wie die Trailer-Stimme eines Hollywood-Blockbusters.

