Es gibt Siege. Es gibt große Siege. Es gibt gewaltige Siege. Und dann gibt es jene Siege, bei denen selbst Jupiter kurz von seiner Wolke herunterblickt und fragt: „Wer hat denn DAS unterschrieben?“
Die Antwort lautet selbstverständlich: Imperator Trumpius Maximus Caesar Primus, Bezwinger der Zapfsäulen, Herr des billigen Benzins und oberster Verwalter sämtlicher Fässer, die irgendwo unter der Erde herumliegen.
Denn aus dem fernen Venetiolum, jenem südlichen Reich voller Palmen, Politik und bemerkenswert großer Mengen schwarzen Goldes, erreichte Romarica eine Nachricht von geradezu imperialen Ausmaßen: Mehr als 65 Milliarden Barrel nachgewiesener Ölreserven sollen künftig unter maßgeblichem Einfluss des Reiches von Trumpius stehen.
Fünfundsechzig Milliarden.
So viele Fässer, dass selbst der kaiserliche Buchhalter nach dem dritten Pergament einfach „SEHR VIEL“ in die Bilanz schrieb und Feierabend machte.
Das größte Ölgeschäft seit Erfindung des Öls
Der Palast bezeichnet die Vereinbarung – völlig überraschend – als das größte Ölgeschäft der Weltgeschichte. Und weil in Trumpius’ Reich grundsätzlich alles entweder das größte, schönste oder unglaublichste Ereignis aller Zeiten ist, wurde zur Sicherheit gleich noch hinzugefügt, dass der Deal den Steuerzahler angeblich nichts koste.
Null.
Nada.
Nicht einmal einen kaiserlichen Sesterz.
Im Senat soll daraufhin für mehrere Minuten absolute Stille geherrscht haben, weil niemand wusste, ob man applaudieren oder vorsichtshalber noch einmal die Fußnoten lesen sollte.
Unterzeichnet wurde das monumentale Pergament von Marcus Rubius Diplomatius, Meister der Außenprovinzen, sowie Petrus Hegsethius Bellator, dem obersten Kriegsmagister des Reiches.
Die Vereinbarung soll Romarica umfangreiche Kontrollrechte, wirtschaftliche Beteiligungen und besonders günstige Abnahmerechte an einem neuen privaten Ölkoloss sichern. Dieser soll irgendwann zu den größten privaten Ölgesellschaften der bekannten Welt gehören.
Oder, wie Trumpius es vermutlich formulieren würde:
„Andere haben Firmen. Wir haben eine Öl-Legion.“
Millionen Fässer marschieren gen Norden
Künftig sollen Millionen Barrel venetiolischen Öls durch amerikanische Raffinerien fließen. Amerikanische Bohranlagen sollen bohren, amerikanische Infrastruktur soll fördern und amerikanische Arbeiter sollen arbeiten.
Kurz gesagt: Das Öl bleibt zwar dort unten, wo es seit einigen Millionen Jahren liegt – aber organisatorisch trägt es bereits einen Adler auf der Brust.
Die kaiserliche Verwaltung erwartet Milliardeninvestitionen und Tausende neue Arbeitsplätze.
Und natürlich günstigere Kraftstoffpreise.
Denn wenn Trumpius eines verspricht, dann nicht einfach Benzin.
Er verspricht imperial günstiges Benzin.
Der einfache Bürger soll künftig womöglich an der Zapfsäule stehen, auf den Preis schauen und ehrfürchtig flüstern:
„Ave Caesar. Der Liter ist gesunken.“
Erst stabilisieren, dann rekonstruieren, dann Demokratie
Für Venetiolum sieht der Palast einen dreistufigen Plan vor:
Stabilisierung. Wiederaufbau. Demokratischer Übergang.
Ein Konzept, das auf Pergament ausgesprochen ordentlich aussieht und deshalb bereits als historischer Erfolg gilt.
Private Investitionen sollen die Ölproduktion steigern, wirtschaftliche Stabilität schaffen und langfristig sogar demokratische Reformen ermöglichen.
Die alte Methode – Hyperinflation, Investitionsmangel und politisches Chaos – habe sich, so darf man vorsichtig zusammenfassen, als eher mittelmäßig erwiesen.
Trumpius setzt deshalb auf eine klassische römische Lösung:
Erst die Wirtschaft reparieren.
Dann die Politik.
Und wenn noch Zeit bleibt, die Schlaglöcher.
Die Legionen des Ostens müssen weichen
Besonders stolz ist der Kaiserhof darauf, dass zahlreiche Ölfelder zuvor von russischen und chinesischen Unternehmen oder den Gefolgsleuten der früheren Herrscher Madurus Perpetuus und Chavezius Bolivarianus kontrolliert worden seien.
Diese ausländischen Akteure hätten Venetiolums Reichtümer ausgebeutet, ohne ausreichend in Infrastruktur oder Entwicklung zu investieren.
Trumpius erklärte deshalb sinngemäß die Wiedergeburt der Monroe-Doktrina Maxima:
Die westliche Hemisphäre sei schließlich der kaiserliche Vorgarten.
Und niemand möchte dort fremde Panzer, Ölkonzerne oder geopolitische Gartenzwerge herumstehen haben.
Moskowius und Pekinius dürfen daher künftig offenbar vom Zaun aus zuschauen.
Die kaiserliche Wahrheit gegen die Schriftgelehrten
Da die gewöhnlichen Chronisten des Reiches – vom Palast traditionell als Mainstreamius Mediaticus bezeichnet – einige Fragen zu dem Geschäft stellten, folgte selbstverständlich eine umfangreiche Gegenoffensive.
Der Hof stellte klar:
Der Deal sei nicht mit der venezolanischen Übergangsregierung, sondern mit einem privaten Unternehmen geschlossen worden.
Auch politische Bedingungen seien nicht Bestandteil der Verhandlungen gewesen.
Stattdessen handle es sich um einen privatwirtschaftlichen Vertrag nach amerikanischem Recht, begleitet von Anwälten, Wirtschaftsprüfern, Finanzkontrollen und vermutlich mehr Tabellen als bei einer kaiserlichen Volkszählung.
Die Einnahmen sollen überwacht und kontrolliert werden. Gelder, die an den staatlichen Ölkonzern fließen, sollen durch amerikanisch verwaltete und geprüfte Konten geleitet werden.
Kurzum:
Man vertraut Venetiolum wieder.
Aber vorsichtshalber mit vier Wirtschaftsprüfern daneben.
Siebzehn Felder, ein Imperium
Insgesamt umfasst das Geschäft 17 Ölfelder.
Diese sollen bisher überwiegend von ausländischen Akteuren betrieben worden sein. Nun soll ein US-geführtes Modell übernehmen.
Der neue Betreiber produziert bereits rund 250.000 Barrel täglich.
Schon ab dem kommenden Jahr könnten größere Mengen Richtung Vereinigte Staaten geliefert werden. Noch früher soll Öl zu niedrigen Kosten auf den Markt gelangen und damit den Benzinpreis drücken.
Das jedenfalls ist der Plan.
Trumpius Caesar dürfte bereits gedanklich vor einer Zapfsäule aus Marmor stehen und verkünden:
„Ich habe das Öl nicht erfunden. Aber unter mir läuft es besser.“
Und irgendwo tief unter Venetiolum liegen 65 Milliarden Barrel still im Gestein und fragen sich vermutlich, wie sie plötzlich Bestandteil der größten Pressemitteilung der Weltgeschichte geworden sind.
Ave Trumpius.
Wo andere nach Öl bohren, bohrt der Kaiser gleich nach historischen Superlativen.

