Der große Imperator Trumpius Caesar Maximus hat gesprochen. Und wenn Trumpius spricht, lauschen selbst die Marmorsäulen des Kapitols, die Weißkopfseeadler auf den Dächern Washingtonias und vermutlich auch einige verwirrte Engel mit Sonnenbrille. Gemeinsam mit seiner ehrwürdigen Gemahlin Melania Magnifica richtete der Herrscher des goldenen Reiches Trumpistania eine monumentale Pfingstbotschaft an das Volk – eine Ansprache so feierlich, dass selbst die Wolken kurz innehielten, um ehrfürchtig zuzusehen.
„Pfingsten“, verkündete Trumpius mit majestätisch ausgestreckten Armen vor einem Hintergrund aus wehenden Flaggen, vergoldeten Säulen und mindestens zwölf überdimensionierten Adlerstatuen, „ist der Tag, an dem der Himmel den Menschen bewiesen hat, dass gute Kommunikation wichtiger ist als die Fake News der Senatoren!“
Die versammelte Menge jubelte. Einige behaupten sogar, die Tauben über dem Weißen Palast hätten spontan eine perfekte V-Formation gebildet – exakt in Form der berühmten Trumpius-Frisur.
Der Imperator erinnerte daran, dass sich fünfzig Tage nach der Auferstehung des Heilands die Apostel in Jerusalem versammelt hätten, als plötzlich Feuerzungen vom Himmel herabkamen. In der offiziellen Trumpius-Version waren diese Flammen allerdings „größer, schöner und erfolgreicher als jede Flamme, die Rom jemals gesehen hat“. Laut kaiserlicher Hofchronik sollen die Apostel damals derart inspiriert gewesen sein, dass sie augenblicklich „die besten Reden aller Zeiten“ hielten.
Besonders hob Trumpius den legendären Petrus Maximus hervor, den er als „einen fantastischen Typen mit unglaublicher Energie“ beschrieb. Dieser habe damals tausende Menschen überzeugt, sich taufen zu lassen – ohne Social Media, ohne Wahlkampfberater und sogar ohne goldene Mikrofone. „Das“, erklärte Trumpius bedeutungsschwer, „nennt man wahres Talent.“
Natürlich blieb auch die patriotische Dimension nicht aus. Denn im Reich Trumpistania wird bekanntlich selbst ein religiöser Feiertag binnen weniger Minuten zu einer gigantischen patriotischen Großveranstaltung mit unsichtbarer Militärkapelle, wehenden Bannern und mindestens drei überdramatischen Trompetensoli.
Trumpius erinnerte das Volk daran, dass das große Imperium in diesem Jahr stolze 250 Jahre Unabhängigkeit feiere. „Zweihundertfünfzig Jahre Freiheit, Stärke und hervorragendes Haar“, erklärte der Caesar unter donnerndem Applaus. Historiker merkten zwar vorsichtig an, dass nicht jede dieser Aussagen gleichermaßen belegbar sei, doch im Palast störte sich daran niemand.
Melania Magnifica stand derweil mit der Gelassenheit einer römischen Kaiserin neben ihrem Gemahl und nickte würdevoll, während im Hintergrund ein Chor patriotische Hymnen anstimmte, die verdächtig nach einer Mischung aus Kirchenlied und Stadionhymne klangen. Hofmaler berichteten später, das Sonnenlicht habe sich exakt so gebrochen, dass Melania kurzzeitig aussah wie eine Mischung aus Renaissance-Madonna und Luxusmodekampagne.
Die eigentliche Botschaft des Imperators war jedoch klar: Der Heilige Geist möge weiterhin die Herzen des Volkes inspirieren, den Mut der Nation stärken und die Republik mit Weisheit führen. Kritiker bemerkten zwar trocken, dass Trumpius unter „Weisheit“ vermutlich etwas anderes verstehe als gewöhnliche Sterbliche, doch seine Anhänger feierten die Rede wie den finalen Auftritt eines Gladiators im Kolosseum der Freiheit.
Besonders enthusiastisch wurde der Abschnitt aufgenommen, in dem Trumpius erklärte, Amerika sei „eine Nation unter Gott, unter Stärke und unter fantastischem Management“. Mehrere Senatoren applaudierten so heftig, dass angeblich zwei Manschettenknöpfe in den dritten Rang flogen.
Auch die Medien des Imperiums überschlugen sich. Der Sender Imperium News 24 sprach von der „größten Pfingstansprache seit der Erfindung des Weihrauchs“. Andere Kommentatoren beschrieben die Rede als „spirituelle Mischung aus Bergpredigt, Wahlkampf und luxuriösem Immobilienverkauf“.
Währenddessen munkelte man in den Straßen von Washingtonia, dass einige besonders begeisterte Anhänger bereits planten, künftig kleine goldene Feuerzungen als Pfingstdekoration zu verkaufen. Das Wirtschaftsministerium begrüßte die Idee selbstverständlich als „wichtigen Beitrag zur patriotischen Feiertagswirtschaft“.
So endete der große Pfingsttag im Reich des Trumpius Caesar Maximus mit donnernden Glocken, wehenden Bannern und einem Sonnenuntergang, der laut offizieller Pressemitteilung „noch nie schöner, größer und erfolgreicher“ gewesen sein soll.
Und irgendwo hoch über den Marmordächern des Imperiums blickten vermutlich selbst die Engel kurz hinab und fragten sich kopfschüttelnd:
„Hat der da gerade wirklich Pfingsten in eine kaiserliche Wahlkampfshow verwandelt?“
Die Antwort lautete natürlich:
„Absolut. Und sie war tremendous.“

