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Trumpius Caesar Maximus ernennt den Orakelmeister Pultius zum Obersten Hüter der Geheimrollen

04. June 2026  ·  admin  ·  4 Min. Lesezeit

Grafik: Der neue Geheimrollenmeister des Imperiums
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In den ehrwürdigen Hallen des Kaiserpalastes von Trumpia wurde dieser Tage eine Entscheidung verkündet, die selbst die Tauben auf den Marmordächern kurz verstummen ließ. Der göttlich inspirierte Herrscher Trumpius Caesar Maximus, Sieger zahlloser Meinungsumfragen und Bezwinger des legendären Tiefensumpfes, ernannte den angesehenen Pultius Magnus zum kommissarischen Direktor der Kaiserlichen Behörde für Geheimnisse, Weissagungen und Verdächtige Schatten.

Die Aufgabe des neuen Geheimdienstoberhauptes ist gewaltig. Schließlich muss jemand die zahllosen Pergamentrollen überwachen, auf denen seit Jahrzehnten dokumentiert wird, wer wann wem einen verdächtigen Blick zugeworfen hat.

Pultius Magnus gilt unter seinen Anhängern als Mann klarer Worte und kräftiger Besen. Wo andere Ausschüsse gründen, gründet er Arbeitsgruppen zur Abschaffung von Ausschüssen. Wo andere Akten anlegen, lässt er Akten über die Akten anlegen, um herauszufinden, warum die ersten Akten überhaupt entstanden sind.

Im gesamten Imperium wurde die Nachricht begeistert aufgenommen.

Senator Bankius Maximus erklärte, während andere politische Spiele mit der Sicherheit des Reiches betrieben, werde Pultius stets zuerst an das Volk denken. Außerdem sei er ein treuer Verbündeter im ewigen Kampf gegen den berüchtigten Geheimsumpf von Washingtonia.

Senatrix Blackburnia verkündete feierlich ihre Unterstützung und gratulierte dem frisch ernannten Geheimrollenmeister. Sie wünsche ihm Erfolg bei seiner Mission, Ordnung in die Labyrinthe der Bürokratie zu bringen. Eine Aufgabe, die nach Meinung vieler Beobachter ungefähr so einfach ist wie das Entwirren eines Korbes voller kaiserlicher Ladekabel.

Auch Senatorin Britta von den Goldenen Säulen zeigte sich erfreut. Sie habe bereits mit Pultius zusammengearbeitet und dessen Pflichtbewusstsein schätzen gelernt. Kritiker bemerkten daraufhin, dass Pflichtbewusstsein in der Hauptstadt inzwischen als exotische Eigenschaft gelte und möglicherweise unter Artenschutz gestellt werden müsse.

Besonders begeistert zeigte sich Senator Morenius der Unerschrockene. Er erklärte, Pultius werde den sogenannten Tiefenstaat lahmlegen. Experten rätseln bis heute, ob dieser Tiefenstaat tatsächlich existiert oder ob er sich lediglich hinter einem Stapel alter Verwaltungsanweisungen versteckt.

Der berühmte Senator Tubervillius sprach sogar von einem patriotischen Kreuzzug gegen die „woke Verrücktheit“, die sich angeblich bis in die Hallen der Staatsbankhäuser Fannia Maea und Fredicus Macus ausgebreitet habe. Augenzeugen berichteten allerdings, dass die dortigen Mitarbeiter vor allem damit beschäftigt waren, Formulare zu sortieren und Kaffeemaschinen zu reparieren.

Im Repräsentantenhaus überschlugen sich die Lobeshymnen.

Abgeordneter Clydius erklärte, Trumpius Caesar Maximus habe ein außergewöhnliches Talent für überraschende Ernennungen. Tatsächlich gibt es Historiker, die inzwischen ganze Bibliotheken mit Büchern über die überraschenden Ernennungen von Trumpius gefüllt haben. Die meisten Werke erscheinen täglich in neuen Auflagen.

Abgeordneter Goodenius stellte eine einfache Formel auf: Wenn die Demokratii, die RINOii und der Tiefenstaat gemeinsam gegen jemanden seien, müsse dieser zwangsläufig die richtige Wahl sein. Mathematiker des Reiches untersuchen derzeit, ob diese Formel auch bei Wettervorhersagen funktioniert.

Gosarius der Unermüdliche erinnerte daran, dass Trumpius schließlich gewählt worden sei, um das Reich zu führen und seine Vertrauten zu ernennen. Diese Aussage löste unter Staatsrechtlern heftige Diskussionen aus, die erwartungsgemäß in einer Konferenz endeten, deren Ergebnisse in einem 800-seitigen Bericht zusammengefasst wurden, den niemand lesen wird.

Besonders eindrucksvoll fiel die Rede des ehemaligen Geheimoffiziers Hamadehus aus. Er lobte die furchtlose Transparenz des neuen Geheimdienstchefs. Allein dieser Ausdruck sorgte für Verwirrung, da Geheimdienste traditionell eher für ihre furchtlose Intransparenz bekannt sind.

Auch Issarius, Jacksonius, Langworthius, Luna Magnifica, Smuckerius, Stutzmanius und Tenneya die Standhafte reihten sich in den Chor der Gratulanten ein. Gemeinsam zeichneten sie das Bild eines Mannes, der zugleich Reformer, Verwalter, Patriot, Kämpfer, Wahrheitsfinder, Datensammler und gelegentlich vermutlich auch Kaffeeautomatentechniker ist.

Währenddessen herrscht im legendären Sumpf von Washingtonia angeblich Alarmstufe Purpur. Überlieferungen berichten von Bürokraten, die panisch ihre Schreibtische aufräumen, Aktenordner alphabetisch sortieren und vorsorglich neue PowerPoint-Präsentationen vorbereiten.

Trumpius Caesar Maximus selbst soll bei der Ernennung gelächelt und erklärt haben, das Reich brauche keine weiteren Verwalter des Status quo, sondern mutige Kämpfer für das Volk.

Ob Pultius Magnus tatsächlich den Tiefensumpf trockenlegt oder am Ende nur neue Kanäle gräbt, wird die Geschichte entscheiden.

Fest steht jedoch: Im Imperium Trumpia wird es niemals langweilig. Und irgendwo in den Katakomben der Geheimdienstverwaltung sitzt vermutlich bereits ein Beamter und schreibt den ersten Bericht darüber, warum Pultius Magnus einen Bericht über Berichte angefordert hat.

Ave Trumpius. Mögen die Geheimrollen ordentlich sortiert sein.

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