Im marmorgepflasterten Palast des Weißen Hauses, das unter der Herrschaft von Trumpius Caesar Maximus inzwischen eher wie eine Mischung aus antikem Rom, Las Vegas und einem vergoldeten Steakhaus aussieht, wurde erneut Geschichte geschrieben. Oder zumindest ein Dokument mit genügend Paragraphen veröffentlicht, um einen mittelgroßen Drucker in die Knie zu zwingen.
Das neue kaiserliche Dekret trägt den bescheidenen Titel: „Sanktionen gegen jene, die für Unterdrückung in Kuba und Gefahren für die Sicherheit des großen amerikanischen Imperiums verantwortlich sind.“ Ein Titel, der ungefähr so subtil wirkt wie ein Monstertruck in einer Fahrradstraße.
Trumpius Caesar Maximus ließ verkünden, dass die Regierung Kubatinos – geführt von Supremo Cigarillo und dessen Ministerium für revolutionäre Dauerernsthaftigkeit – angeblich weiterhin eine „ungewöhnliche und außerordentliche Bedrohung“ für die Vereinigten Provinzen von Amerigon darstelle. Beobachter waren zunächst irritiert. Nicht wegen der Aussage selbst, sondern weil der Satz ganze 17 Seiten lang immer wieder in leicht anderer Form wiederholt wurde.
Das Dekret liest sich wie die Einkaufsliste eines römischen Imperators nach zu viel Espresso. Jeder, der irgendwie mit Kuba zu tun hat, könnte plötzlich feststellen, dass sein Konto eingefroren, seine Visa-Anträge verdampft und seine internationale Kreditwürdigkeit auf das Niveau eines schlecht bewerteten Gebrauchtwagenhändlers gesunken ist.
Besonders beeindruckend ist die schiere Breite der neuen Verbotszone. Laut Trumpius dürfen künftig praktisch alle Personen sanktioniert werden, die:
- mit der kubanischen Regierung Geschäfte machen,
- jemanden kennen, der Geschäfte macht,
- jemanden kennen könnte, der jemanden kennt,
- in der Nähe eines Regierungsgebäudes einen Kaffee getrunken haben,
- oder versehentlich einen „Gefällt mir“-Button unter einem kubanischen Ministeriumsbeitrag gedrückt haben.
Im Palast erklärte Finanzminister Aurelius Cashimus III., dass man künftig „jede verdächtige Geldbewegung bis zum letzten Mojito verfolgen“ werde. Amerikanische Banken reagierten sofort und installierten angeblich neue KI-Systeme mit den Codenamen „Operation Salsa Freeze“ und „Project No Cigars“.
Die internationalen Finanzmärkte reagierten ebenfalls nervös. Mehrere Banker in Europa sollen hektisch gegoogelt haben, ob „kubanische Zigarren im Duty-Free-Shop kaufen“ bereits als Unterstützung einer feindlichen Macht gilt. Ein Schweizer Vermögensverwalter wurde Berichten zufolge ohnmächtig, nachdem er feststellte, dass ein Kunde 1998 einmal einen Rumurlaub in Havanna gebucht hatte.
Besonders dramatisch ist die neue Regelung für ausländische Banken. Jede Institution, die mit sanktionierten Personen Geschäfte macht, könnte selbst ins Visier geraten. Mit anderen Worten: Wer einem verdächtigen kubanischen Funktionär einen Kugelschreiber finanziert, riskiert möglicherweise den finanziellen Todesstern aus Washington.
Das führte zu bemerkenswerten Szenen in internationalen Vorstandsetagen.
„Ab sofort akzeptieren wir keine Zahlungen mehr in kubanischen Pesos, Zigarren, Rum oder revolutionären Gedichten“, erklärte die Bank Imperia Creditus in einer internen Rundmail.
Auch der Reiseverkehr wird verschärft. Personen, die nach Meinung des Imperiums problematisch wirken, dürfen nicht mehr in die Vereinigten Staaten einreisen. Das betrifft laut Experten möglicherweise Funktionäre, Geschäftsleute, korrupte Netzwerke und vermutlich jeden, der bei der Passkontrolle „Viva la Revolución“ zu enthusiastisch ausspricht.
In Flughäfen weltweit herrscht daher Unsicherheit. Ein Tourist aus Kanada berichtete, er sei nervös geworden, weil er ein Hemd mit Palmenmotiv trug und ein Beamter fragte, ob dies „karibische Sympathien“ ausdrücke.
Trumpius Caesar Maximus selbst präsentierte die Maßnahme wie einen triumphalen Feldzug gegen das Böse. Vor jubelnden Anhängern erklärte er:
„Niemand sanktioniert besser als ich. Niemand! Unsere Sanktionen sind die stärksten Sanktionen. Manche sagen sogar: historisch schöne Sanktionen.“
Anschließend zeigte er auf eine Weltkarte, auf der Kuba ungefähr die Größe von Texas hatte, weil jemand die Projektion versehentlich auf „patriotischen Maßstab“ eingestellt hatte.
Politische Beobachter rätseln nun, wie weit die Maßnahmen tatsächlich reichen werden. Einige Experten meinen, das Dekret sei ein geopolitisches Druckmittel. Andere glauben, es handle sich vor allem um ein gigantisches Verwaltungstraining für Anwälte, Banken und Zollbeamte.
Sicher ist nur: Der Text des Dekrets ist so lang und voller juristischer Formulierungen, dass mehrere Regierungsmitarbeiter Berichten zufolge nach Seite 43 kurzzeitig vergessen hatten, in welchem Jahrhundert sie sich befinden.
Selbst die Definition des Begriffs „Finanzinstitution“ wirkt episch. Praktisch alles, was Geld bewegt, zählt dazu: Banken, Broker, Versicherungen, Edelmetallhändler und vermutlich auch ein Typ namens Ernesto mit drei Taschenrechnern und einem Koffer voller Quittungen.
Doch im Trumpius-Imperium gilt weiterhin die eiserne Regel: Wenn irgendwo auf der Welt jemand etwas tut, das Trumpius Caesar Maximus missfällt, dann wird zuerst das Konto eingefroren und danach gefragt, ob überhaupt noch jemand Bargeld besitzt.
Währenddessen beobachtet die Welt gespannt das nächste Kapitel der geopolitischen Operette zwischen Washingtonia Maxima und der Insel Kubatonia. Und irgendwo in Havanna sitzt vermutlich ein Beamter mit einer halb gerauchten Zigarre vor einem plötzlich gesperrten Onlinebanking-Zugang und murmelt:
„Vielleicht hätten wir doch nicht den amerikanischen Hotdog-Wettbewerb boykottieren sollen.“

