Im goldglänzenden Marmorsaal des Kaiserpalastes herrschte gespannte Stille. Hofchronist Thomasius Federkalligraphus Maximus hatte seine gewaltigste Pergamentrolle ausgerollt, während Finanzius Schatzmeister Bessentius bereits nervös die Zolltabellen polierte.
Dann erhob sich Trumpius Caesar, schlug mit seinem vergoldeten Zollhammer auf den Marmortisch und verkündete mit der Gelassenheit eines Mannes, der sich selbst für den Erfinder sämtlicher Metalle hielt:
„Genug mit dem Aluminium aus den Provinzen! Wer im Imperium schmelzt, wird belohnt. Wer nur fremde Barren anschleppt, zahlt Tribut!"
Der Hof applaudierte so laut, dass angeblich mehrere Bronze-Statuen freiwillig auf Aluminium umstiegen.
Operation Schmelzofen Maximus
Nach dem neuen kaiserlichen Erlass soll das Herz des Imperiums künftig wieder heiß glühen.
Nicht im Senat.
Nicht im Palast.
Sondern in gigantischen Schmelzöfen.
Mercatorius Tarifus Maximus, oberster Verwalter der kaiserlichen Zollrollen, erhielt den Auftrag, ein neues Belohnungssystem einzuführen.
Die Regeln seien einfach:
- Wer neue Aluminium-Schmelzwerke baut,
- bestehende erweitert,
- oder uralte Öfen wiederbelebt,
dürfe künftig einen Teil seines Aluminiums mit nur halb so hohen Zollabgaben ins Reich bringen.
Im Palast nennt man das selbstverständlich keine Subvention.
Man nennt es:
"Imperiale Motivation zur patriotischen Schmelzkunst."
Halber Zoll für ganze Loyalität
Natürlich genügt es nicht, einfach ein paar Schaufeln Sand vor eine Fabrik zu kippen und "Schmelzwerk" darauf zu schreiben.
Nein.
Die Unternehmen müssen detaillierte Pläne beim kaiserlichen Wirtschaftsministerium einreichen.
Dort wacht Commercius Mercatorius Bureaucratius, oberster Hüter der Antragsrollen.
Er überprüft jede Zeichnung.
Jeden Schornstein.
Jeden Hochofen.
Und vermutlich sogar, ob der Kaffee in der Kantine patriotisch genug gekocht wird.
Erst danach dürfen Unternehmen den begehrten "Halber-Zoll-Segen des Kaisers" erhalten.
Wer mogelt, zahlt doppelt
Trumpius Caesar wäre allerdings nicht Trumpius Caesar, wenn hinter jedem Geschenk nicht auch eine gewaltige Keule läge.
Wer verspricht zu investieren und anschließend lieber einen Wellnessurlaub auf Capri macht, bekommt Besuch.
Nicht von Steuerprüfern.
Sondern von den gefürchteten Beamten der Legio Tarifus Retributoria.
Diese können sämtliche Zollvorteile wieder einkassieren.
Sogar rückwirkend.
Im Imperium nennt man das:
"Nachträgliche patriotische Erinnerungshilfe."
Aluminium – der neue Held des Imperiums
Während gewöhnliche Bürger Aluminium hauptsächlich mit Getränkedosen verbinden, erklärt Trumpius Caesar den silbernen Werkstoff kurzerhand zum strategischen Superhelden.
Im Palast verkündete Generalis Stahlhelmus Fortissimus, dass modernes Aluminium benötigt werde für:
- Streitwagen der neuesten Generation,
- Kriegsschiffe,
- Flugmaschinen,
- Himmelskutschen,
- Raketen,
- und vermutlich sogar besonders luxuriöse Grillzangen.
Denn wahres Kaiserreich brauche schließlich leichtes Metall mit schwerem Ego.
Das große Schmelzproblem
Allerdings existiert ein kleines Problem.
Ein wirklich winziges.
Das Imperium verbraucht inzwischen deutlich mehr Aluminium, als seine Schmelzöfen überhaupt herstellen können.
Ein Umstand, den Thomasius Federkalligraphus Maximus höflich als
"temporäre hitzebedingte Produktionsoptimierungschance"
bezeichnete.
Trumpius Caesar hingegen sprach Klartext:
"Dann bauen wir eben mehr Öfen."
Damit war die wirtschaftspolitische Analyse abgeschlossen.
Die Rückkehr der glühenden Provinzen
Im gesamten Reich begannen sofort Spekulationen.
Verlassene Industriegebiete träumten bereits davon, wieder zu rauchen.
Schornsteine übten heimlich Dampfwolken.
Bagger kauften sich neue Helme.
Sogar alte Hochöfen sollen laut Gerüchten ihre Rostflecken abgestaubt haben.
Die Börse reagierte ebenfalls begeistert.
Vor allem Hersteller von hitzebeständigen Handschuhen.
Trumpius erinnert an seine erste Kaiserzeit
Während der Senat noch diskutierte, erinnerte Trumpius Caesar selbstverständlich daran, dass dies keineswegs seine erste große Zolloffensive sei.
Schon während seiner ersten Regentschaft habe er den globalistischen Händlerorden ordentlich durchgeschüttelt.
Damals wurden Stahl und Aluminium mit kaiserlichen Strafzöllen belegt.
Heute sind zusätzlich Kupfer, Wagen, Lastkarren, Automobile, Holz, Bauholz und allerlei Arzneien auf der langen Liste jener Produkte gelandet, die künftig unter besonderer Beobachtung der kaiserlichen Zolllegionen stehen.
Im Palast nennt man das:
"Diversifizierte Freundschaftspflege durch Abgaben."
Investitionen statt Importromantik
Trumpius Caesar erklärte, dass das Ziel nicht darin bestehe, Handel abzuschaffen.
Nein.
Handel sei wunderbar.
Solange möglichst viele Fabriken anschließend im eigenen Imperium gebaut würden.
Nach Darstellung des Hofes hätten die bisherigen Zollmaßnahmen bereits gewaltige Investitionen ausgelöst.
Man spricht von Billionen an Kapital, das nun den Weg ins Reich finde.
Ob diese Zahlen exakt stimmen, darüber streitet der Senat vermutlich noch bis zur Erfindung des nächsten Metalls.
Für Trumpius Caesar spielt das ohnehin keine Rolle.
Denn in seiner Welt gilt eine einfache Formel:
Mehr Schmelzöfen.
Mehr Arbeitsplätze.
Mehr Aluminium.
Mehr Imperium.
Und selbstverständlich mehr Gelegenheit, sich selbst als größten Metallstrategen seit der Erfindung der Bronze zu feiern.
Das majestätische Fazit
So endet ein weiterer Tag im Reich des Trumpius Caesar, in dem Aluminium vom schlichten Leichtmetall zur heiligen Kaiserlegierung aufstieg.
Während die Schmelzöfen langsam auf Temperatur kommen, die Beamten ihre Zollrollen schärfen und die Unternehmer fieberhaft Baupläne zeichnen, lehnt sich der Kaiser zufrieden auf seinem vergoldeten Aluminiumthron zurück.
Denn eines steht fest:
Im Imperium des Trumpius Caesar wird nicht nur Metall geschmolzen.
Hier werden aus Zöllen Legenden gegossen.

