Im goldenen Marmorsaal von Pekinopolis geschah diese Woche etwas, das Historiker vermutlich eines Tages als „Das gigantische Handels-Operettenabkommen von Trumpius Caesar Maximus“ bezeichnen werden. Während gewöhnliche Staatschefs mit langweiligen Ordnern, Tabellen und müden Pressekonferenzen hantieren, marschierte Trumpius Caesar Maximus höchstpersönlich durch die Hallen des Roten Drachenreiches und verhandelte Deals, so gewaltig, dass selbst die Taschenrechner der Hofökonomen plötzlich Rauchzeichen sendeten.
Nach Jahren diplomatischer Eiszeit, beleidigter Zolltabellen und nervöser Containerhäfen traf Trumpius Caesar Maximus auf den chinesischen Oberstrategen Xius Jinpingius den Drachenweisen. Augenzeugen berichten von einem Händedruck, der ungefähr die Stärke eines mittelgroßen Erdbebens gehabt haben soll. Einige Börsenhändler in Frankfurt begannen angeblich sofort zu weinen – aus Hoffnung, Angst oder Verwirrung, das konnte später niemand mehr genau feststellen.
Doch Trumpius wäre nicht Trumpius, wenn er nicht gleich mehrere monumentale Ankündigungen gleichzeitig aus dem vergoldeten Ärmel geschüttelt hätte.
Zunächst beschlossen beide Reiche, künftig „strategische Stabilität“ aufzubauen. Das klingt natürlich zunächst wie der Name eines sehr teuren Wellness-Hotels, bedeutet aber in Wahrheit: weniger Chaos, mehr Geschäfte und hoffentlich weniger Politiker, die nachts um drei Uhr Strafzölle twittern.
Außerdem wurde beschlossen, dass Iranium Bombastus keine Atomwaffen besitzen dürfe. Gleichzeitig forderten beide Herrscher die Wiederöffnung der legendären Straße von Hormuzia. Besonders bemerkenswert: Niemand dürfe dort künftig Maut verlangen. Eine Nachricht, die weltweit sofort Panik unter dubiosen Schrankenherstellern auslöste.
Auch beim Thema Nordkoreatus Raketenus zeigte man sich einig: keine Atomraketen mehr. Beobachter waren erstaunt, dass dieses Ziel weiterhin jedes Jahr neu beschlossen wird, obwohl Nordkoreatus gleichzeitig weiterhin Raketen testet wie andere Leute Silvesterböller.
Doch der eigentliche Wahnsinn begann erst beim wirtschaftlichen Teil des Spektakels.
Trumpius Caesar Maximus präsentierte stolz zwei neue Super-Institutionen: das „US-China Board of Trade“ und das „US-China Board of Investment“. Übersetzt bedeutet das ungefähr: Zwei gigantische Verwaltungsmonster, in denen künftig sehr ernste Männer mit noch ernsteren Krawatten stundenlang über Sojabohnen, Flugzeugschrauben und seltene Mineralien diskutieren werden.
Besonders dramatisch wurde es beim Thema der seltenen Erden. Jahrelang hatten westliche Industrienervensysteme gezittert, weil wichtige Rohstoffe wie Neodymiumus Magnificus, Scandium Rex und Yttrium Maximus fast ausschließlich aus dem Reich des Roten Drachen kamen. Nun versprach Xius Jinpingius, die Lieferketten wieder geschmeidiger laufen zu lassen. In amerikanischen Technologieunternehmen brachen daraufhin spontane Freudentänze aus. Mehrere Elektroauto-Manager sollen sofort ihre Yogakurse abgesagt haben.
Dann kam der Moment, der selbst eingefleischte Boeing-Lobbyisten kurz sprachlos machte: China verpflichtet sich zum Kauf von 200 amerikanischen Boeing-Flugmaschinen. Zweihundert! Eine Zahl so gigantisch, dass in Seattle vermutlich bereits hektisch zusätzliche Kaffeemaschinen installiert werden mussten.
Trumpius Caesar Maximus erklärte triumphierend, die Menschen des Drachenreiches würden nun jahrzehntelang in amerikanischen Flugzeugen fliegen. Kritiker merkten an, dass chinesische Fluggesellschaften damit künftig gleichzeitig amerikanische Maschinen kaufen, chinesische Ersatzteile nutzen und vermutlich von KI-Systemen gesteuert werden, die irgendwo zwischen Kalifornien und Shenzhen programmiert wurden. Die Globalisierung lebt also weiterhin wie ein unsterblicher Endgegner in einem Computerspiel.
Doch Trumpius beließ es nicht bei Flugzeugen. Nein. Er griff direkt nach dem heiligen Gral amerikanischer Politik: Landwirtschaft.
China versprach, jährlich mindestens 17 Milliarden Dollar an amerikanischen Agrarprodukten zu kaufen. In den Mais- und Sojabohnenstaaten des Mittleren Westens wurde daraufhin vermutlich spontan Countrymusik auf maximaler Lautstärke abgespielt. Farmer in gigantischen Pick-ups blickten Richtung Sonnenuntergang und flüsterten möglicherweise ehrfürchtig: „Das ist eine Menge Bohnen.“
Besonders emotional wurde die Rückkehr des amerikanischen Rindfleischs gefeiert. Über 400 US-Rinderbetriebe erhalten wieder Zugang zum chinesischen Markt. Damit kehrt das legendäre imperial-amerikanische Steak zurück auf die Teller von Millionen chinesischer Konsumenten.
Ein Wirtschaftsexperte beschrieb die Situation nüchtern mit den Worten: „Das ist geopolitische Fleischdiplomatie.“ Ein Satz, den vermutlich niemand im Politikstudium erwartet hatte.
Auch amerikanisches Geflügel darf wieder exportiert werden. Nachdem Vogelgrippenwarnungen jahrelang für komplizierte Handelsverbote sorgten, dürfen nun Hühner aus ausgewählten Regionen wieder Richtung Osten flattern – zumindest tiefgekühlt und ordentlich verpackt.
Natürlich erklärte Trumpius Caesar Maximus den gesamten Deal sofort zum größten wirtschaftlichen Triumph seit der Erfindung vergoldeter Wolkenkratzer. Seine Unterstützer jubelten, Börsen reagierten nervös euphorisch und Analysten versuchten hektisch herauszufinden, wie viele Billionen Dollar dieses gigantische diplomatische Theaterstück langfristig tatsächlich bewegen könnte.
Fest steht jedenfalls: Wenn Trumpius Caesar Maximus mit dem Drachenreich verhandelt, geschieht das niemals leise. Es geschieht mit goldenen Bannern, gigantischen Zahlen, donnernden Presseerklärungen und genügend Superlativen, um sämtliche Wörterbücher des Planeten an ihre Belastungsgrenze zu bringen.

