Im Goldenen Palast von Mar-a-Lagus Maximus herrschte große Aufregung. Nicht wegen einer Invasion, nicht wegen eines Vulkanausbruchs und auch nicht wegen eines Angriffs barbarischer Bürokraten aus dem Reich Regulatia. Nein. Es ging um Fische.
Und wenn irgendwo auf diesem Planeten ein Fisch schwimmt, dann ist Trumpius Caesar Maximus natürlich überzeugt, dass dieser Fisch davon träumt, eines Tages Teil der größten Wirtschaftsgeschichte aller Zeiten zu werden.
So verkündete der Imperator mit majestätischer Stimme die Wiedereröffnung gigantischer Fischgründe im Pazifik. Fast eine halbe Million Quadratmeilen Ozean wurden für die Fischer des Imperiums freigegeben. Beobachter sprachen von einer historischen Entscheidung. Anhänger von Trumpius Caesar sprachen von der historischsten historischen Entscheidung in der Geschichte historischer Entscheidungen.
Die betroffenen Regionen – die geheimnisvollen Gewässer von Papahanaumokuakea Maxima, der Marianengraben-Provinz und des Rosenatolliums – waren jahrelang durch komplizierte Verordnungen und Verwaltungsakte eingeschränkt worden.
Im Reich nennt man solche Vorschriften inzwischen nur noch „Aquatische Bürokratiemonster“.
„Die Fische konnten frei schwimmen“, erklärte Trumpius Caesar. „Nur die Fischer waren eingesperrt. Das ergibt keinen Sinn. Nicht einmal für einen Fisch.“
Die Fischerfamilien entlang der Küsten reagierten begeistert. Kapitän Thunfischius Magnus aus Neu-Floridia erklärte:
„Endlich dürfen wir wieder dort fischen, wo die Fische tatsächlich sind. Das erleichtert die Arbeit enorm.“
Experten aus dem Ministerium für Maritime Großartigkeit schätzten die Auswirkungen als gewaltig ein. Neue Arbeitsplätze könnten entstehen – nicht nur für Fischer, sondern auch für Werften, Verarbeiter, Händler, Hafenarbeiter, Schiffsbauer, Eiswürfelproduzenten und vermutlich sogar für Möwen.
Besonders stolz zeigte sich Handelsminister Sardinius Profitus.
„Jeder gefangene Fisch erzeugt wirtschaftliche Aktivität. Manche Fische leisten mehr für das Bruttoinlandsprodukt als ganze Behörden.“
Die kaiserlichen Strategen verwiesen außerdem darauf, dass viele Fischarten ohnehin weite Strecken zurücklegen.
„Ein Thunfisch besitzt keinen Reisepass“, erläuterte Professor Makrelius Wissenschafticus. „Er schwimmt durch Schutzgebiete, internationale Gewässer und manchmal wahrscheinlich auch versehentlich durch drei Zeitzonen. Die Vorstellung, dass er politische Grenzen respektiert, ist biologisch eher kreativ.“
Doch damit nicht genug.
Trumpius Caesar erklärte, dass das Imperium zu viele Meeresfrüchte aus fremden Königreichen importiere. Dies sei nicht nur wirtschaftlich fragwürdig, sondern verletze auch die Würde des römisch-amerikanischen Fischereistolzes.
„Warum sollen wir Garnelen aus dem Ausland kaufen, wenn unsere eigenen Garnelen hier sitzen und darauf warten, entdeckt zu werden?“, fragte der Imperator.
Niemand konnte diese Frage beantworten.
Währenddessen gerieten die Beamten des berüchtigten Ministeriums für Überregulierung in Panik.
Jahrelang hatten sie Aktenordner erstellt, Gutachten geschrieben, Ausschüsse gegründet und Arbeitsgruppen zur Vorbereitung weiterer Arbeitsgruppen eingesetzt.
Nun mussten viele dieser Dokumente neu bewertet werden.
Ein Sprecher des Ministeriums erklärte:
„Wir haben sieben Jahre lang einen Bericht vorbereitet, der die Grundlage für die Planung eines Vorberichts zur Evaluierung möglicher zukünftiger Entscheidungen bildet.“
„Und jetzt?“
„Jetzt sind die Fischer einfach wieder draußen.“
Die NOAA-Legionen unter Führung von Admiral Ozeanius Magnus unterstützten die Entscheidung. Bereits seit Monaten hatte die Behörde Fangquoten modernisiert, Verfahren beschleunigt und jahrzehntealte Sperrungen überprüft.
Aus Sicht der Regierung war das Ergebnis eindeutig:
Mehr Fisch.
Mehr Arbeit.
Mehr Einkommen.
Mehr Versorgungssicherheit.
Und vor allem: weniger Papier.
In den Häfen des Imperiums wurden die Nachrichten wie ein nationaler Feiertag gefeiert.
Boote wurden geschmückt.
Netze wurden repariert.
Fischmärkte bereiteten Sonderangebote vor.
Ein besonders patriotischer Händler bot sogar einen „America-First-Fischburger“ an, der laut Werbung ausschließlich aus Fischen bestand, die freiwillig zur Unterstützung der heimischen Wirtschaft beigetragen hätten.
Natürlich gab es auch Kritiker.
Einige Umweltaktivisten warnten davor, dass wirtschaftliche Interessen und Naturschutz sorgfältig ausbalanciert werden müssten.
Die Regierung entgegnete, dass bestehende Schutzgesetze weiterhin gelten würden und die Öffnung unter strengen Regeln erfolge.
„Wir öffnen das Meer“, erklärte Trumpius Caesar. „Wir verwandeln es nicht in einen Parkplatz.“
Zum Abschluss seiner Verkündung blickte der Imperator dramatisch in Richtung Pazifik.
Die Sonne spiegelte sich auf den Wellen.
Möwen kreisten über dem Wasser.
Irgendwo sprang ein Thunfisch aus dem Meer.
„Das“, sagte Trumpius Caesar, „ist die Freiheit.“
Die Fischer jubelten.
Die Werften jubelten.
Die Hafenstädte jubelten.
Die Bürokraten schrieben einen 400-seitigen Bericht darüber, warum alle jubelten.
Und irgendwo im Pazifik schwamm ein Fisch, völlig ahnungslos, dass er gerade Teil einer der größten wirtschaftlichen Erfolgsgeschichten geworden war, die Trumpius Caesar jemals über sich selbst erzählt hatte.

