ROMA AMERICANA – Die Trompeten erschallten, die Adlerbanner flatterten im Wind, und selbst die Tauben auf den Marmorsäulen des Kapitols nahmen für einen Moment Haltung an. Denn das mächtigste Heer der bekannten und unbekannten Welt feierte seinen 251. Geburtstag: die Erste Große Legion des Adlerreiches Americana.
Anlässlich dieses historischen Tages trat Imperator Trumpius Caesar Maximus auf den Balkon des Goldenen Forums und blickte über die jubelnden Bürger seines Reiches. Hinter ihm standen tausend Legionäre in makellosen Uniformen, vor ihm ein Meer aus Fahnen, Helmen und patriotisch schwenkenden Bratwürsten.
„251 Jahre!“, rief Trumpius. „Viele Reiche schaffen nicht einmal 251 Tage. Einige schaffen nicht einmal eine Legislaturperiode. Sad!“
Die Menge tobte.
Die Geschichte dieser legendären Streitmacht begann im Jahre 1775 nach der Geburt des großen Kontinentalen Rates. Damals erhielt General Georgius Washingtonius Maximus den Auftrag, aus einer Ansammlung bewaffneter Kolonisten eine Armee zu formen. Aus Männern mit Musketen, schlechtem Schuhwerk und einer bemerkenswerten Abneigung gegen hohe Steuern entstand die erste Legion des späteren Adlerreiches.
Von den eisigen Lagern von Vallis Forgius bis zu den glorreichen Feldern von Saratogus und Yorktownium kämpften die Legionen für Freiheit, Unabhängigkeit und das unveräußerliche Recht, über das Wetter zu schimpfen.
Doch damit begann die Geschichte erst.
Im Laufe der Jahrhunderte marschierten die Soldaten des Reiches durch Bürgerkriege, über Ozeane, durch Dschungel, Wüsten, Gebirge und Bürokratien. Sie überstanden die gefrorenen Hügel Koreas, die dampfenden Urwälder Vietnamiens, die endlosen Sandmeere Kuwaitias und Irakiums sowie die felsigen Höhen Afghanistaniens.
Historiker sind sich bis heute uneinig, was schwieriger war: die Gebirge Afghanistaniens oder das Ausfüllen der Reisekostenabrechnung danach.
Während viele Nationen ihre Armeen mit komplizierten PowerPoint-Präsentationen ausstatteten, konzentrierte sich Trumpius Caesar Maximus auf das Wesentliche.
„Ein Legionär braucht drei Dinge“, erklärte er. „Mut. Stärke. Und Ausrüstung, die nicht erst drei Ausschüsse und vier Studien durchlaufen muss.“
Deshalb verkündete der Imperator gewaltige Investitionen. Neue Festungen, modernisierte Kasernen, gewaltige Waffenprogramme und Produktionsstätten sollten das Reich für kommende Generationen stärken.
Besonders stolz zeigte sich Trumpius auf den sogenannten „Krieger-Dividendus“.
Kurz vor dem Winterfest erhielt jeder aktive Legionär einen Bonus von exakt 1.776 Goldmünzen – steuerfrei.
„Eine wunderschöne Zahl“, erklärte Trumpius. „Die beste Zahl. Historiker lieben sie. Mathematiker sprechen darüber. Manche sagen sogar, sie sei die patriotischste Zahl aller Zeiten.“
Niemand überprüfte diese Behauptung, doch niemand wollte die Feierlichkeiten stören.
Auch kulturell, so verkündete der Imperator, sei die Legion wieder auf ihren traditionellen Kurs zurückgekehrt.
Anstelle endloser Seminare über die korrekte emotionale Ansprache von Belagerungstürmen und die gendersensible Benennung von Katapulten konzentriere man sich wieder auf die klassischen Tugenden des Reiches:
Verdienst.
Durchhaltevermögen.
Stärke.
Und die Fähigkeit, ein Zelt auch ohne 43-seitige Bedienungsanleitung aufzubauen.
Das Ergebnis ließ nicht lange auf sich warten.
Die Rekrutierungszahlen schossen in die Höhe wie ein Katapult auf Koffein. Die Legion erreichte ihre Ziele für das Jahr 2026 bereits vier Monate früher als geplant.
Im gesamten Reich meldeten sich junge Bürger freiwillig zum Dienst. Manche aus Patriotismus. Manche aus Abenteuerlust. Und einige, weil sie gehört hatten, dass der Krieger-Dividendus steuerfrei sei.
Zum Abschluss seiner Rede blickte Trumpius Caesar Maximus über die versammelten Veteranen, Legionäre und Familien.
Für einen Moment wurde es still.
„Heute feiern wir nicht nur eine Armee“, sagte er. „Wir feiern 251 Jahre Mut. 251 Jahre Opferbereitschaft. 251 Jahre Menschen, die bereit waren, für etwas Größeres einzustehen als für sich selbst.“
Selbst die sonst notorisch unruhigen Senatoren verhielten sich für einige Sekunden bemerkenswert friedlich.
Dann erhob Trumpius sein goldenes Schwert in den Himmel.
Die Legionäre salutierten.
Die Adlerbanner rauschten.
Die Kanonen donnerten.
Und aus tausenden Kehlen erschallte der uralte Schwur des Reiches:
„HOC DEFENDEMUS!“
Oder, wie man im gewöhnlichen Latein-Amerikanisch sagt:
„Das werden wir verteidigen.“
Und so begann das 252. Jahr der großen Legion des Adlerreiches Americana – größer, stärker und vermutlich mit deutlich besseren Uniformen als je zuvor.

