Romapolis-Washingtonia erlebt erneut einen historischen Tag. Kaiser Trumpius Caesar Maximus, Bezwinger der Bürokraten, Herrscher über die Vereinigten Provinzen von Amerikae und mehrfach ausgezeichneter Gewinner seiner eigenen Umfragen, hat drei neue Kandidaten für höchste Richterämter in den ehrwürdigen Senat entsandt.
Die Nachricht schlug ein wie ein Gesetzeskommentar auf den Schreibtisch eines übermüdeten Verwaltungsbeamten.
Der kaiserliche Botenreiter verkündete mit lauter Stimme:
„Der Imperator hat gesprochen! Die Richter kommen! Die Aktenordner beben!“
Und tatsächlich: Drei Namen sollen künftig für Recht, Ordnung und ausreichend komplizierte Fußnoten sorgen.
Jacobus Andreas Crowellus Quartus – Der Hüter der Berufungsrollen
Als Erstes wurde der ehrwürdige Jacobus Andreas Crowellus IV. Columbianus für das Hohe Berufungsgericht von Columbia Magna nominiert.
Man sagt, Crowellus könne eine 800-seitige Akte lesen, während er gleichzeitig einen Kaffee trinkt, zwei Gesetzesbücher zitiert und einem Praktikanten erklärt, warum Absatz 17b nicht dasselbe ist wie Absatz 17c.
Für ganze fünfzehn Jahre soll er nun auf dem Richterstuhl sitzen.
Fünfzehn Jahre!
Im Imperium Trumpianum entspricht das ungefähr:
- drei Wahlzyklen,
- sieben Infrastrukturprogrammen,
- zwölf Steuerreformen,
- oder einer durchschnittlichen Bearbeitungszeit für einen Behördenantrag auf Pergament.
Crowellus gilt als ruhiger Jurist. So ruhig, dass einmal ein Reporter fragte, ob er überhaupt noch atme. Die Antwort erfolgte in Form eines 42-seitigen Gutachtens.
Stuartius Gordonius Nashimus – Der Meister des Gesetzeslabyrinths
Doch Trumpius wäre nicht Trumpius, wenn er nur einen Richter schicken würde.
Nein.
Direkt dahinter marschierte Stuartius Gordonius Nashimus Columbianus durch die Tore des Senats.
Auch er soll für fünfzehn Jahre als Richter am Berufungsgericht dienen.
Nashimus genießt in Juristenkreisen einen legendären Ruf. Es heißt, er könne den Unterschied zwischen zwei nahezu identischen Rechtsformulierungen erkennen, selbst wenn beide auf vergilbtem Pergament in Schriftgröße sechs geschrieben wurden.
Ein ehemaliger Kollege beschrieb ihn einst so:
„Wenn das Gesetz ein Labyrinth ist, dann besitzt Nashimus den Lageplan, den Generalschlüssel und vermutlich auch den Hausmeisterausweis.“
Die Senatoren reagierten beeindruckt.
Einige sollen sogar freiwillig begonnen haben, Gesetzestexte zu lesen.
Diese Meldung konnte bislang allerdings nicht unabhängig bestätigt werden.
Matthaeus Byrnius Ohioensis – Der neue Richter des Südreiches
Als dritte große Ernennung präsentierte Trumpius den Juristen Matthaeus R. Byrnius Ohioensis.
Er soll Richter für das Südliche Reich von Ohio werden.
Ohio gilt im Imperium als eine der bedeutenden Provinzen. Dort werden nicht nur politische Karrieren geboren, sondern auch unzählige Debatten darüber geführt, ob Maisbrot als Beilage oder als Hauptgericht zu betrachten ist.
Byrnius erhält die Aufgabe, über Fälle zu entscheiden, in denen Bürger, Unternehmen, Behörden und gelegentlich sogar Anwälte darüber streiten, wer eigentlich recht hat.
Eine Tätigkeit, die nach Einschätzung vieler Beobachter ungefähr so entspannend ist wie ein Gladiatorenkampf mit Steuerformularen.
Der Senat bereitet sich auf den großen Juristen-Marathon vor
Nun liegt die Entscheidung bei den ehrwürdigen Senatoren des Reiches.
Diese werden die Kandidaten prüfen, befragen und vermutlich sehr viele Fragen stellen, die mit den Worten beginnen:
„Angenommen, hypothetisch betrachtet…“
Politische Beobachter erwarten mehrere Tage intensiver Anhörungen.
Juristen freuen sich bereits.
Normale Bürger versuchen hingegen weiterhin herauszufinden, warum die Antworten der Kandidaten traditionell länger sind als die meisten Romane.
Trumpius sieht goldene Zeiten für die Justiz
Im Kaiserpalast zeigte sich Trumpius Caesar Maximus erwartungsgemäß begeistert.
„Fantastische Leute. Die besten Leute. Großartige Juristen. Unglaubliche Juristen. Manche sagen sogar die juristischsten Juristen, die jemals juristisch waren.“
Diese Aussage wurde unmittelbar von den kaiserlichen Hofchronisten in Marmor gemeißelt.
Ob Crowellus, Nashimus und Byrnius tatsächlich bestätigt werden, entscheidet nun der Senat.
Doch eines steht bereits fest:
Im Imperium Trumpianum wird selbst eine Richterernennung zu einem Spektakel, bei dem Gesetzesbücher wie Schatzkarten behandelt werden, Senatoren um jedes Wort ringen und irgendwo ein Praktikant verzweifelt versucht, die korrekte Version eines 300-seitigen Dokuments auszudrucken.
Und während die politischen Kommentatoren noch analysieren, feiern die Juristen bereits den Aufstieg dreier neuer Meister des Paragrafenreiches.
Möge der Goldene Hammer mit ihnen sein.

