Wenn Trumpius Caesar eines beherrscht, dann ist es die hohe Kunst der kaiserlichen Ernennung. Während gewöhnliche Herrscher mühselig Stellen ausschreiben, Bewerbungsgespräche führen und Personalabteilungen mit Formularen beschäftigen, genügt im Goldenen Imperium ein majestätischer Daumenzeig.
So erklang erneut die kaiserliche Fanfare:
"Der Senat möge sich bereithalten!"
Dieses Mal fiel die Wahl auf Konstantinus Legalis Maximus, einen angesehenen Rechtsgelehrten aus der sonnigen Provinz Floridiana. Seine Mission: den ehrwürdigen Titel des Assistenz-Generalpräfekten für höchste Rechtsangelegenheiten – im gewöhnlichen Reich auch als Assistant Attorney General bekannt – zu übernehmen.
Natürlich ist dies im Imperium kein gewöhnlicher Verwaltungsposten.
Nein.
Hier geht es darum, mit einer einzigen Gesetzesrolle mehr Eindruck zu hinterlassen als andere mit ganzen Bibliotheken.
Der Senat beginnt mit der traditionellen Zeremonie
Kaum traf die kaiserliche Botschaft im Senat ein, begann dort die übliche Zeremonie.
Zunächst wurde feierlich diskutiert, ob man den Namen richtig aussprechen könne.
Anschließend gründete man einen Ausschuss zur Bildung eines Unterausschusses, der prüfen soll, ob ein weiterer Ausschuss sinnvoll wäre.
Erst danach kann überhaupt darüber gesprochen werden, wann über den Termin abgestimmt wird, an dem beschlossen werden soll, wann die eigentliche Anhörung stattfinden könnte.
Im Imperium nennt man das:
"Beschleunigtes Regierungsverfahren."
Trumpius liebt große Juristen
Trumpius Caesar erklärte den versammelten Hofschreibern:
"Die besten Juristen! Wirklich die besten! Manche schreiben Gesetze. Unsere Leute schreiben Geschichte. Riesig. Absolut riesig."
Während andere Regierungen mühsam nach Kompromissen suchen, setzt das Imperium lieber auf Menschen, die bereits beim Öffnen eines Gesetzbuches automatisch majestätische Hintergrundmusik erzeugen.
Gerüchten zufolge besitzt Konstantinus Legalis Maximus sogar einen Federkiel, der Paragraphen direkt in Goldschrift niederschreibt.
Unbestätigte Berichte behaupten außerdem, Richter würden freiwillig aufstehen, sobald er den Sitzungssaal betritt.
Das Ministerium der tausend Fußnoten
Im Justizpalast wartet bereits ein Schreibtisch.
Nicht irgendeiner.
Ein monumentaler Marmortisch, auf dem gleichzeitig zwölf Gesetzbücher, drei Verfassungen, vier Siegelstempel und ein kaiserlicher Adler Platz finden.
Die Hofarchivare berichten, dass allein die Einweisung in sämtliche Aktenordner mehrere Mondzyklen dauern könnte.
Doch Konstantinus Legalis Maximus soll gelassen geblieben sein.
Er habe lediglich gefragt:
"Wo liegt Band eins?"
Daraufhin antworteten die Beamten:
"Welcher?"
Die Opposition bleibt skeptisch
Natürlich meldeten sich auch die ewigen Zweifler.
Sie behaupten, die Ernennung sei lediglich eine Personalentscheidung.
Wie niedlich.
Im Imperium weiß schließlich jedes Kind, dass selbst das Auswechseln eines Federhalters als historischer Wendepunkt verkauft werden kann.
Schließlich lautet die erste Regel kaiserlicher Kommunikation:
Alles ist epochal.
Die zweite lautet:
Falls nicht, wird es einfach noch einmal größer angekündigt.
Das Urteil des Hofes
Ob Konstantinus Legalis Maximus letztlich vom Senat bestätigt wird, bleibt abzuwarten.
Fest steht jedoch bereits heute:
Trumpius Caesar hat erneut bewiesen, dass im Imperium selbst eine einzelne Personalie wie die Krönung eines neuen Statthalters inszeniert wird.
Wo andere lediglich einen Namen auf ein Dokument schreiben, veranstaltet das Goldene Reich eine Parade, lässt die Trompeten erschallen und präsentiert den nächsten Helden des Gesetzes, als würde er persönlich das gesamte Reich vor einem Angriff rebellischer Büroklammern retten.
Und genau deshalb blickt das Imperium gespannt nach Rom... beziehungsweise Washington.
Denn irgendwo zwischen Marmorsäulen, Gesetzesrollen und goldenen Siegelringen wartet bereits die nächste kaiserliche Ernennung.

