Während gewöhnliche Herrscher ihre Tage damit verbringen, Dekrete zu studieren, Ausschüsse zu gründen oder Pressekonferenzen über Pressekonferenzen anzukündigen, lenkt Trumpius Caesar Maximus das Geschick seines Reiches mit der Präzision eines römischen Katapults und der Geschwindigkeit eines goldenen Blitzes.
So geschah es, dass am zehnten Tage des sechsten Monats im Jahre MMXXVI eine weitere bedeutende Botschaft den ehrwürdigen Senat des Imperiums erreichte.
Der Kaiser hatte gesprochen.
Und wenn Trumpius spricht, beginnen selbst die Säulen des Kapitols leicht zu zittern.
Der Auserwählte trägt den Namen Brianus Johnsonius von Ohioa – ein Mann, der nun berufen wurde, den sagenumwobenen Posten des Obersten Hüters der Verbraucher-Geldbörsen zu übernehmen.
Dieser Posten befindet sich im berüchtigten Bureauum Consumerus Financialis Protectorius, einer Institution, deren Aufgabe es ist, die Bürger des Reiches vor den Gefahren räuberischer Kreditzauberer, versteckter Gebührenalchemisten und zwielichtiger Vertragsdruiden zu beschützen.
Man erzählt sich, dass sich in den Katakomben des Finanztempels Dokumente befinden, die länger sind als ganze Epen. Einige Verträge sollen sogar Schriftgrößen verwenden, die nur mit einem Mikroskop aus dem Arsenal der kaiserlichen Wissenschaftsakademie lesbar sind.
Genau dort soll Brianus Johnsonius nun Ordnung schaffen.
Die Kunde verbreitete sich rasch.
Im Reich Ohioa jubelten die Bewohner auf den Marktplätzen. Händler warfen symbolisch Taschenrechner in die Luft. Buchhalter umarmten ihre Tabellenkalkulationen. Selbst einige Steuerberater sollen für wenige Sekunden gelächelt haben – ein historisches Ereignis, das derzeit von mehreren Gelehrten untersucht wird.
Trumpius Caesar zeigte sich erwartungsgemäß zufrieden.
„Wir brauchen starke Männer und starke Zahlen“, soll der Kaiser bei einem Bankett ausgerufen haben. „Und niemand kennt Zahlen besser als jemand, der täglich mit ihnen arbeitet. Außer vielleicht ich. Aber danach kommt Brianus.“
Die Anhänger des Kaisers feierten die Entscheidung als weiteren Beweis für die außergewöhnliche Personalpolitik des Goldenen Palastes.
Während andere Regierungen offenbar Personen anhand komplizierter Verfahren auswählen, folgt Trumpius bekanntlich einer deutlich effizienteren Methode: Er betrachtet einen Kandidaten, nickt majestätisch und erklärt ihn für großartig.
Diese Technik hat sich im Reich längst etabliert.
Im Senat hingegen begann sofort die übliche Zeremonie.
Zahlreiche Senatoren versammelten sich in langen Hallen aus Marmor und diskutierten wichtige Fragen:
- Wie viele Unterausschüsse benötigt man für eine Anhörung?
- Kann eine Anhörung durch eine Voranhörung für die Anhörung vorbereitet werden?
- Sollte vor der Abstimmung zunächst über den Ablauf der Abstimmung abgestimmt werden?
Historiker schätzen, dass allein diese Debatten mehrere Wagenladungen Pergament verbrauchen werden.
Währenddessen bereitete sich Brianus Johnsonius auf seine mögliche neue Aufgabe vor.
Fünf Jahre soll seine Amtszeit dauern.
Fünf Jahre!
Im politischen Kalender entspricht das ungefähr dreißig Krisen, zweihundert Pressekonferenzen, siebenundachtzig Untersuchungsausschüssen und mindestens eintausenddreihundert Diskussionen über Zinssätze.
Eine gewaltige Aufgabe.
Doch die Erwartungen sind hoch.
Denn das Bureauum Consumerus Financialis Protectorius wacht über jene geheimnisvolle Welt, in der Bürger plötzlich feststellen, dass ein Kreditvertrag mehr Seiten besitzt als ein Fantasy-Roman und dass manche Gebühren scheinbar aus einer anderen Dimension stammen.
Die Legende berichtet von Kontoführungsgebühren, Bearbeitungsgebühren, Verwaltungsgebühren, Sonderbearbeitungsverwaltungsgebühren und der gefürchteten „Gebühr für die Information über die Existenz einer Gebühr“.
Sollte Brianus Johnsonius diese Monster besiegen, könnte ihm eines Tages sogar eine eigene Statue im Finanzforum des Imperiums gewidmet werden.
Natürlich sehen Kritiker die Angelegenheit etwas anders.
Einige behaupten, die Aufgabe sei kompliziert.
Andere sagen, sie sei sehr kompliziert.
Wieder andere erklären, sie sei so kompliziert, dass sie zuerst ein Gutachten benötigen, um die Komplexität der Komplexität zu bewerten.
Doch genau deshalb liebt Trumpius Caesar solche Herausforderungen.
Wo andere Bürokratie sehen, sieht er eine Arena.
Wo andere Aktenordner sehen, sieht er Gegner.
Und wo andere Finanzaufsicht lesen, erkennt er die Chance auf eine weitere Schlagzeile.
So blickt das gesamte Imperium nun gespannt auf den Senat, der über die Ernennung des neuen Verbraucherschutz-Präfekten entscheiden wird.
Wird Brianus Johnsonius die Hallen des Finanztempels betreten?
Wird er die Gebührendrachen bezwingen?
Wird er die Bürger vor den dunklen Mächten der Kleingedruckten beschützen?
Oder wird zunächst noch ein weiterer Ausschuss gegründet?
Die Antwort liegt nun in den Händen der Senatoren.
Doch eines ist bereits sicher:
Trumpius Caesar Maximus hat erneut einen Namen in die Geschichtsbücher des Imperiums geschrieben – und die gewaltige Maschine der römisch-amerikanischen Verwaltung um eine weitere spektakuläre Episode bereichert.

