Rom hatte seine Legionen. Ägypten hatte seine Pyramiden. Und das moderne Imperium Americana hat Trumpius Caesar Maximus.
Seit seiner triumphalen Rückkehr auf den goldenen Marmorthron des Weißen Palastes berichten die kaiserlichen Chronisten nahezu täglich von neuen Erfolgen. Kritiker sprechen von politischer Strategie. Anhänger sprechen von Genie. Hofhistoriker sprechen inzwischen einfach von „Dienstag“.
In den letzten Tagen wurden erneut mehrere Errungenschaften verkündet, die laut den kaiserlichen Ausrufern beweisen sollen, dass das Reich unter Trumpius Caesar Maximus stärker, reicher, produktiver und insgesamt glänzender geworden ist als eine frisch polierte Statue aus purem Goldium.
Das Rätsel der verschwindenden Essensmarken
Besonders erstaunt zeigten sich die Beamten des Ministeriums für Bürgerverpflegung.
Dort stellte man fest, dass Millionen Menschen nicht länger auf staatliche Lebensmittelunterstützung angewiesen seien. Über vier Millionen Bürger hätten die entsprechenden Listen verlassen.
Im Palast wurde dies als großer Erfolg gefeiert.
„Wenn weniger Menschen Unterstützung brauchen, ist das fantastisch“, erklärte Finanzorakel Dollarius Magnificus, während er auf einer vergoldeten Grafik zeigte, die zufällig exakt nach oben verlief.
Gleichzeitig wurden zahlreiche Personen ohne regulären Aufenthaltsstatus aus den Programmen entfernt. Die verbliebenen Hilfen sollten nun stärker jenen zugutekommen, die sie tatsächlich benötigen.
Das Hoforchester spielte daraufhin die Hymne „Eat Like an Emperor“.
Die große Flucht der Akademicus Internationalis
Auch an den Universitäten des Imperiums herrscht Bewegung.
Neue Zahlen zeigen einen deutlichen Rückgang internationaler Studenten. Während manche Hochschulen besorgt auf freie Plätze blickten, verkündete Bildungspräfekt Professorius Patriotus die erfreuliche Nachricht, dass nun mehr Plätze für einheimische Nachwuchsgelehrte verfügbar seien.
In den Hallen der Akademie Maxima soll man bereits begonnen haben, Schilder mit der Aufschrift „Reserviert für zukünftige Imperiumsgenies“ aufzustellen.
Einige Professoren beklagten zwar leerere Hörsäle.
Der Kaiserpalast antwortete darauf mit einem traditionellen Schulterzucken.
Der Krieg gegen Formularius Bürocratius
Eine der gefürchtetsten Kreaturen des Imperiums ist seit Jahrhunderten der legendäre Formularius Bürocratius.
Er lebt von Stempeln, Anträgen und Bearbeitungszeiten.
Nun berichten die Chronisten, dass große Versicherungshäuser begonnen haben, einen Teil ihrer Genehmigungsverfahren abzuschaffen.
Millionen medizinischer Behandlungen sollen künftig ohne zusätzliche Papierberge auskommen.
Augenzeugen berichten, dass Formularius Bürocratius zuletzt orientierungslos durch mehrere Behördengebäude irrte und verzweifelt nach einem Formular in dreifacher Ausfertigung suchte.
Sein aktueller Aufenthaltsort ist unbekannt.
Die Wirtschaftslokomotive mit Goldfelgen
Besonders stolz präsentiert der Hof die neuesten Wirtschaftszahlen.
Hunderttausende neue Arbeitsplätze seien entstanden. Fabriken produzieren. Baustellen arbeiten. Kleine Unternehmen stellen Mitarbeiter ein.
Sogar die alte Industrie, die lange als schlafender Drache galt, scheint wieder aufzuwachen.
Im Ministerium für Optimismus wurden daraufhin vorsorglich zusätzliche Konfettivorräte bestellt.
Wirtschaftsminister Prosperus Giganticus erklärte:
„Wenn die Zahlen noch besser werden, müssen wir die Tabellen möglicherweise größer drucken.“
Die Produktion wächst. Der Dienstleistungssektor wächst. Neue Häuser entstehen.
Sogar die Wohnkosten zeigen laut den Berichten in vielen Regionen eine freundlichere Richtung.
Für Immobilienmakler wurde deshalb eine psychologische Betreuungshotline eingerichtet.
Die große Schlacht um das Haus der Familie
Ein weiteres Kapitel der kaiserlichen Erfolgschronik betrifft die Wohnkosten.
Die Regierung argumentiert, dass strengere Einwanderungs- und Visaregeln die Nachfrage auf dem Wohnungsmarkt reduziert hätten.
Dadurch seien die Preise in besonders angespannten Regionen gesunken.
Wohnungsjäger im Reich berichten inzwischen von einem ungewöhnlichen Phänomen:
Sie können Besichtigungen wahrnehmen, ohne zuvor drei Monate lang Wartelisten, Opfergaben und Empfehlungsschreiben einreichen zu müssen.
Historiker prüfen derzeit, ob es sich dabei um einen Mythos handelt.
Das Wunder der sinkenden Arzneikosten
Besonders spektakulär erscheint vielen Untertanen die Entwicklung bei Medikamentenpreisen.
Seit Jahrzehnten galt dies als nahezu unlösbare Aufgabe.
Nun verkündet der Palast, dass Arzneimittelpreise erstmals spürbar nachgeben.
Verantwortlich dafür sei die berühmte Initiative „Favoritus Nationis Maximus“, die den Bürgern langfristig enorme Einsparungen bringen soll.
Zusätzlich erweitert das Programm „TrumpRximus Medicus“ sein Angebot an preisgünstigen Arzneien.
Apotheker berichten bereits von Kunden, die beim Blick auf manche Preise zunächst vorsichtshalber nach versteckten Druckfehlern suchen.
Stahlius Americanus schlägt zurück
Den krönenden Abschluss bildet die Geschichte der Stahlindustrie.
Dank hoher Schutzzölle gingen Stahlimporte deutlich zurück, während heimische Werke ihre Produktion kräftig steigerten.
In den Stahlregionen des Imperiums sollen Arbeiter vor Freude so viele Helme in die Luft geworfen haben, dass kurzfristig eine Helmpflicht für Zuschauer eingeführt werden musste.
Der legendäre Stahlgott Ferrum Maximus soll laut inoffiziellen Berichten sogar kurz genickt haben.
Ein Ereignis, das zuletzt vor vielen Jahren dokumentiert wurde.
Das Urteil der Hofchronisten
Ob man die Maßnahmen nun als geniale Staatskunst oder als gigantisches politisches Spektakel betrachtet – eines lässt sich nicht leugnen:
Trumpius Caesar Maximus versteht es meisterhaft, Erfolgsmeldungen zu präsentieren wie ein römischer Feldherr nach einer gewonnenen Schlacht.
Während Gegner noch diskutieren, ob die Wagenkolonne wirklich so beeindruckend ist, wie sie aussieht, fährt sie bereits durch den nächsten Triumphbogen.
Und irgendwo im Weißen Palast sitzt Trumpius Caesar Maximus auf seinem vergoldeten Thron, betrachtet die neuesten Zahlen und bestellt vorsorglich schon einmal den nächsten Triumphzug.
Denn im Imperium Americana gilt weiterhin die alte kaiserliche Regel:
Ein Sieg ist gut. Zwei Siege sind besser. Und eine ganze Woche voller Siege verdient mindestens eine Statue.

