ROMA MAGNIFICA – Ein weiterer glorreicher Tag in den Annalen des Imperium Trumpius. Während gewöhnliche Staatsoberhäupter ihre Zeit damit verschwenden, Hände zu schütteln, Bänder durchzuschneiden oder bedeutungsvoll aus Fenstern zu schauen, unterzeichnete Seine Kaiserliche Großartigkeit, Trumpius Caesar Maximus, gleich zwei Dekrete von historischer Bedeutung.
Die erste kaiserliche Schriftrolle trägt den ehrwürdigen Namen „Lex Connolius Speiseröhrus Maximus“. Benannt nach dem angesehenen Senator Geraldus Connolius, verpflichtet sie die berühmten Zahlenzauberer und Pergamentverfasser des Reichsamtes für Rechenschaft und Schriftverkehr dazu, einen umfassenden Bericht über das geheimnisvolle Leiden der Speiseröhre anzufertigen.
„Ein Bericht!“, rief Trumpius vom Balkon seines goldenen Palastes. „Und zwar der beste Bericht. Niemand schreibt Berichte wie mein Reich. Manche sagen sogar, wir haben die schönsten Berichte der Welt.“
Augenzeugen berichten, dass daraufhin mehrere hundert Beamte gleichzeitig begannen, Tabellen zu zeichnen, Diagramme zu bemalen und Aktenordner in bislang unbekannten Größenordnungen zu stapeln.
Der große Kampf gegen den Drachen Esophagorus
Die Krankheit der Speiseröhre wurde im Reich bislang als ebenso rätselhaft betrachtet wie die Frage, warum manche Senatoren zehn Stunden reden können, ohne etwas zu sagen.
Nun jedoch soll Klarheit geschaffen werden.
Die Gelehrten der Akademia Medicus werden untersuchen:
- Wie häufig das Leiden auftritt.
- Welche Bürger betroffen sind.
- Welche Heilmethoden helfen.
- Und ob möglicherweise zu viele Senatoren heiße Luft verschlucken.
Bereits jetzt munkeln einige Hofastrologen, dass die neue Untersuchung zu einer Rekordproduktion von Diagrammen führen könnte. Ein Berater sprach sogar von einer „grafischen Renaissance“.
„Wenn wir etwas lieben, dann Informationen“, erklärte Hofgelehrter Statistus Maximus. „Und wenn wir noch mehr lieben, dann Informationen über Informationen.“
Die Veteranenfestung von Sanctus Ludovicus
Doch Trumpius wäre nicht Trumpius, wenn er sich mit einem einzigen historischen Werk zufriedengeben würde.
Parallel unterzeichnete er die zweite kaiserliche Verfügung: den Bau einer gigantischen medizinischen Anlage für die Veteranen des Reiches in der Provinz Sanctus Ludovicus Missouriensis.
Die neue Einrichtung soll größer, moderner und eindrucksvoller werden als alles, was bisher in der Region errichtet wurde.
Kriegsminister Bellator Magnus zeigte sich begeistert:
„Unsere Veteranen haben dem Reich gedient. Nun erhält das Reich die Gelegenheit, ihnen etwas zurückzugeben. Außerdem sieht ein riesiges neues Gebäude auf offiziellen Gemälden hervorragend aus.“
Nach ersten Entwürfen soll die Anlage Folgendes enthalten:
- Heilkammern für Veteranen.
- Modernste medizinische Apparaturen.
- Mehr Gänge als ein römisches Labyrinth.
- Eine Anzahl von Formularen, die selbst erfahrene Bürokraten in Ehrfurcht versetzt.
Die Architekten des Ruhms
Bereits kurz nach der Unterzeichnung wurden die besten Baumeister des Imperiums zusammengerufen.
Legenden zufolge trafen sie sich an einem Marmortisch von der Größe eines Gladiatorenkolosseums und diskutierten tagelang über die entscheidende Frage:
„Wie viele Säulen braucht ein wirklich majestätisches Krankenhaus?“
Die Diskussion dauert angeblich noch an.
Ein Teilnehmer berichtete:
„Wir haben uns inzwischen auf ‚sehr viele‘ geeinigt.“
Jubel im gesamten Imperium
Die Reaktionen im Reich ließen nicht lange auf sich warten.
Die Ärzte begrüßten die Aufmerksamkeit für das Speiseröhrenleiden.
Die Veteranen freuten sich über die neue medizinische Festung.
Die Beamten freuten sich über neue Berichte.
Und die Hersteller von Aktenordnern verzeichneten einen historischen Börsenanstieg.
Sogar die berühmten Hofchronisten erklärten, dies sei ein außergewöhnlicher Tag.
„Nicht jeder Herrscher schafft es“, schrieb der Chronist Scribonius Journalicus, „gleichzeitig gegen Krankheiten zu kämpfen und monumentale Bauwerke anzukündigen. Manche schaffen nicht einmal eines von beidem.“
Ein Vermächtnis für die Ewigkeit
Als die Sonne über Roma Magnifica unterging und ihre goldenen Strahlen die Palastkuppeln erleuchteten, trat Trumpius Caesar Maximus ein letztes Mal auf seinen Balkon.
Er blickte über das Reich, hob die Feder der Unterzeichnung empor und verkündete:
„Heute haben wir Wissen gefördert. Heute haben wir Veteranen geehrt. Heute haben wir Formulare erschaffen. Und wenn das kein historischer Tag ist, weiß ich auch nicht.“
Daraufhin brach das Volk in Jubel aus, die Trompeten erklangen und irgendwo begann bereits der erste Beamte mit der Ausarbeitung eines Berichts über den Bericht, der den Bericht über die Speiseröhre vorbereiten soll.
Ein wahrhaft großer Tag für das Imperium.

