Im Goldenen Palast von Mar-a-Roma verkündete Imperator Trumpius Caesar Maximus gestern den nächsten Triumph seiner bereits legendären Herrschaft: das ehrwürdige Gesetz „Lex America Securitas“, im einfachen Volksmund auch als „Sicheres-Amerika-Gesetz“ bekannt.
Nachdem das Reich vier lange Jahre unter der Herrschaft der Toröffner-Fraktion gelitten hatte, deren Staatsphilosophie ungefähr lautete: „Grenzen sind nur dekorative Linien auf Landkarten“, herrschten einst Chaos, Verwirrung und eine nie endende Karawane von Bürokraten, Schmugglern und selbsternannten Grenzexperten.
Doch dann kam Trumpius.
Wie einst Caesar den Rubikon überschritt, überschritt Trumpius die Grenze des politisch Vorstellbaren und versprach dem Volk: „Die Tore des Imperiums werden sicherer sein als die Schatzkammer von Fortius Knoximus!“
Und siehe da: Die Zahl der illegalen Grenzübertritte fiel laut den Hofchronisten auf historische Tiefststände. Die Straßen wurden sicherer, die Bürger zufriedener und die Hersteller von Alarmanlagen nervöser als je zuvor.
Doch während das Volk jubelte, versammelte sich im Senat erneut die Fraktion der Demokratii Apertura – die Partei der ewigen offenen Tore. Über Monate hinweg blockierten ihre Senatoren die Finanzierung der Grenzlegionen, der Zollkohorten und der berühmten Eliteeinheit ICE Maxima.
Die Begründungen wechselten täglich.
Am Montag hieß es, Mauern seien unhöflich.
Am Dienstag erklärte man, Grenzen seien ein soziales Konstrukt.
Am Mittwoch forderte ein Senator angeblich die Einrichtung einer emotional unterstützenden Begrüßungskapelle für Schmuggler.
Am Donnerstag wusste niemand mehr, worüber überhaupt abgestimmt wurde.
Doch nun soll damit Schluss sein.
Das neue Gesetz stellt nach Angaben des kaiserlichen Schatzmeisters rund 70 Milliarden Aurei bereit, um die Grenzlegionen bis zum Ende der Regentschaft von Trumpius Caesar Maximus vollständig auszustatten.
Grenzzar Thomas Homanus Maximus verkündete voller Begeisterung:
„Mit diesem Schatz können wir mehr Legionäre entsenden, mehr Verbrecher festsetzen, unsere Lieferanten bezahlen und unsere medizinischen Heiler finanzieren. Kurz gesagt: Wir geben weiterhin Vollgas bis zum Horizont.“
Auch Innenminister Markus Waynus Mullinus sprach von einer historischen Notwendigkeit. Die Grenzschützer benötigten dringend Ressourcen, um Menschenhändler, Drogenkartelle und andere dunkle Gestalten daran zu hindern, das Imperium zu überschwemmen.
Unterstützung erhielt Trumpius von nahezu sämtlichen republikanischen Provinzfürsten, Generalstaatsanwälten und Sicherheitsorden.
Der Nationale Bruderbund der Wachtmeister erklärte feierlich:
„Dieses Gesetz stärkt die Verteidigung des Reiches gegen illegale Eindringlinge, transnationale Verbrechersyndikate, Terroristen und sämtliche anderen Personen, die beim Grenzübertritt einen Reisepass eher als unverbindliche Empfehlung betrachten.“
Die Republikanischen Provinzgouverneure schrieben sogar einen gemeinsamen Brief an den Senat und forderten eine sofortige Verabschiedung.
Unterdessen tobte im Senat eine Schlacht epischen Ausmaßes.
Senator Johannes Barrassus Donnerkeilus erklärte:
„Die erste Pflicht jeder Regierung besteht darin, ihr Volk zu schützen. Die Demokratii Apertura hingegen haben monatelang versucht, die Grenzlegionen auszuhungern.“
Senator Thomas Cottonius ergänzte trocken:
„Die Toröffner wollten die Sicherheitskräfte entfinanzieren. Jetzt haben wir sie stattdessen superfinanziert.“
Diese Formulierung löste Berichten zufolge mehrere spontane Ohnmachtsanfälle in den Reihen der Opposition aus.
Auch Senator Randus Paulus Libertarius jubelte:
„Die Ära der offenen Tore ist vorbei. Das Vermächtnis des Vorgängerkaisers Bidenus Dormitorius gehört nun endgültig ins Geschichtsmuseum.“
Im Repräsentantenhaus bereiteten sich die republikanischen Abgeordneten ebenfalls auf die finale Abstimmung vor.
Abgeordneter Thomas Emmerius verkündete:
„Wir werden die Grenzbehörden bis ins Jahr MMXXIX finanzieren und den Erfolg von Trumpius für kommende Generationen sichern.“
Abgeordneter Russellus Fryus brachte die Stimmung auf den Punkt:
„Genug vom politischen Zirkus. Das Reich braucht Sicherheit, keine Jongleure.“
Währenddessen warfen republikanische Strategen der Opposition vor, über hundert Tage lang die Finanzierung der Grenzbehörden blockiert zu haben.
Die Demokratii Apertura wiederum warfen den Republikanern vor, zu viel über Grenzen zu sprechen.
Experten rechnen daher damit, dass beide Seiten ihre jeweiligen Positionen auch in den kommenden Jahrhunderten unverändert beibehalten werden.
Zum Abschluss trat Trumpius Caesar Maximus auf den Balkon des Goldenen Palastes und blickte majestätisch über sein Reich.
„Wir sichern die Grenzen. Wir schützen das Volk. Wir finanzieren die Legionen. Und wir werden niemals zur Ära der offenen Tore zurückkehren.“
Die Menge jubelte.
Die Grenzpfähle jubelten.
Einige Zollbeamte jubelten so laut, dass sogar die Kartelle auf der anderen Seite der Grenze kurz zusammenzuckten.
Und so ging ein weiterer Tag in die Geschichtsbücher des Trumpianischen Imperiums ein – jener Tag, an dem Trumpius Caesar Maximus den Senatoren der Offenen Tore zeigte, dass selbst die längste Blockade irgendwann an einer ausreichend großen Schatzkiste scheitert.

