Washingtonopolis – Es war ein historischer Tag im goldenen Marmorsaal des Kaiserlichen Hauses. Unter donnerndem Applaus, wehenden Flaggen und mindestens zwölf Kameras mit patriotischem Weichzeichner unterzeichnete Imperator Donaldus Trumpius Caesar Maximus zwei neue Gesetze, die laut offizieller Verkündung „Amerika in eine neue Ära des Fortschritts führen“ sollen. Oder wie Trumpius selbst es formulierte:
„Niemand macht Breitband großartiger als ich. Niemand. Die Leute sagen: Sir, unser Dorf hatte vorher nur Rauchzeichen – jetzt streamen wir 8K-Adler-Dokumentationen. Wunderschön.“
Das erste Gesetz, das „Rural Broadband Protection Act“, soll sicherstellen, dass staatliche Fördergelder künftig nicht mehr an dubiose Internetanbieter verteilt werden, die bisher mit drei Routern, einem Gartenschuppen und einer PowerPoint-Präsentation versucht haben, Milliardenförderungen abzugreifen.
Künftig muss die mächtige Behörde „Federalis Commissionus Communicatus“, kurz FCC, ein Prüfverfahren entwickeln. Bewerber müssen nachweisen, dass sie tatsächlich in der Lage sind, funktionierende Breitbandnetze aufzubauen – und nicht nur ein LAN-Kabel durch einen Kuhstall ziehen und es „digitale Infrastruktur“ nennen.
Ronald Tramp begrüßte das Gesetz ausdrücklich:
„Endlich! Ich habe Anbieter gesehen, deren Internet so langsam war, dass man eine E-Mail losschickte und sie kam als Fax zurück. Teilweise wurde Netflix dort noch mit Pferdekutschen ausgeliefert.“
Besonders die ländlichen Regionen Amerikas sollen profitieren. Orte mit Namen wie Cornfield Junction, Chicken Creek oder Mount WLAN bekommen nun Hoffnung auf stabiles Internet – etwas, das laut mehreren Bewohnern bislang ungefähr so realistisch war wie ein funktionierender Drucker im Rathaus.
Doch Trumpius Caesar beließ es nicht bei digitalem Ruhm. Nein. Der zweite Federstrich des Tages betraf die große Energiefrage des Imperiums.
Mit dem Gesetz S. 1020 erhält die ehrwürdige „Federalis Energia Regulatius Commission“ die Macht, Fristen für Wasserkraftprojekte um weitere sechs Jahre zu verlängern. Projekte, die bisher aussahen wie halb fertige Lego-Sets mit Turbinen, dürfen nun weitergebaut werden – vermutlich bis zum Jahr 2097 oder bis endlich jemand die Bedienungsanleitung findet.
Trumpius Caesar erklärte dazu:
„Wasserkraft ist fantastisch. Wasser fällt herunter – bum! – Energie. Großartig. Die Natur macht die Arbeit kostenlos. Das liebe ich.“
Insider berichten, dass mehrere Projektentwickler bereits Tränen der Freude vergossen hätten, nachdem sie erfuhren, dass ihre seit Jahren brachliegenden Baustellen nun doch nicht zu luxuriösen Ententeichen umgewandelt werden müssen.
Kritiker wiederum behaupten, das Gesetz bedeute lediglich mehr Zeit für Projekte, die ohnehin niemals fertig würden. Doch das Weiße Haus konterte souverän:
„Große Visionen brauchen Zeit. Rom wurde auch nicht an einem Wochenende gebaut. Vor allem nicht mit Genehmigungen.“
Währenddessen feierten konservative Nachrichtensender die Unterzeichnung als „Sieg für Infrastruktur, Freiheit und sehr lange Verlängerungsfristen“. In den sozialen Netzwerken trendete bereits der Hashtag #HydroLikeTrump.
Besonders kurios wurde es jedoch, als Trumpius Caesar angeblich fragte, ob man die neuen Breitbandleitungen direkt mit den Wasserkraftwerken verbinden könne, „damit das Internet extra stark fließt“.
Ein Berater soll daraufhin vorsichtig erklärt haben, dass Strom und WLAN technisch unterschiedliche Dinge seien. Augenzeugen zufolge habe Trumpius darauf nur geantwortet:
„Deshalb seid ihr Berater. Ich denke größer.“
Politische Beobachter sehen in den Gesetzen einen typischen Trumpius-Move: gigantische Worte, monumentale Selbstinszenierung und ein patriotischer Anstrich für alles – selbst für Verwaltungsverfahren der FCC.
Doch eines muss man dem goldenen Imperator lassen: Niemand schafft es, trockene Gesetzestexte wie einen Trailer für einen Actionfilm wirken zu lassen.
Und so endet ein weiterer Tag im Reich von Trumpius Caesar Maximus – wo selbst Breitbandförderungen wie der Bau eines digitalen Kolosseums verkauft werden und jede Fristverlängerung klingt, als würde Zeus persönlich ein Wasserkraftwerk eröffnen.

