Der Himmel über dem Imperium Americus bebte. Nicht wegen eines Gewitters. Nicht wegen eines Vulkans. Sondern wegen einer Rede von Trumpius Caesar Maximus, dem goldumhangtragenden Oberbefehlshaber der galaktischen Großartigkeit. Anlass war der „Nationale Tag der Astronauticus“, an dem sich das Reich an jene legendären Raumfahrer erinnert, die sich freiwillig in gigantische Blechdosen setzen ließen, um mit kontrollierten Explosionen Richtung Himmel katapultiert zu werden. Große Leute. Sehr mutig. Manche sagen: die mutigsten Frisuren nach Trumpius selbst.
In seiner majestätischen Ansprache erinnerte Trumpius an den legendären Raumritter Alanus Shepardius den Kühnen, der im Jahre 1961 als erster Amerikaner die „letzte Grenze“ durchbrach. Während andere Nationen noch versuchten, ihre Raketen geradeaus zu starten, schoss Shepardius bereits majestätisch durch die Atmosphäre und bewies der Welt: Americus fliegt nicht nur hoch – Americus fliegt am höchsten. Manche Historiker behaupten sogar, die Erde habe kurz applaudiert.
Trumpius Caesar sprach dabei mit der emotionalen Zurückhaltung eines explodierenden Düsenjets:
„Alanus Shepardius zeigte der Welt, dass amerikanische Exzellenz sogar im luftleeren Raum fantastisch aussieht.“
Und tatsächlich: Seit den Tagen von „Freedomus 7“ ist das Raumfahrtprogramm der Vereinigten Imperien nicht mehr aufzuhalten. Von Neilus Armstrongius, der als erster Mensch seinen Stiefel in den Mondstaub drückte, bis zu Buzzus Aldrinator, der vermutlich bis heute versucht herauszufinden, wo man dort oben parken kann – Americus dominierte das All wie Trumpius ein Buffet mit goldenen Hamburgern.
Doch damit nicht genug.
Die neue Generation der Sternenkrieger – bestehend aus Reidus Wisemanicus, Victor Gloverius, Christina Kochiana und dem kanadischen Verbündeten Jeremyus Hansen vom Ahornorden – startete jüngst mit dem gigantischen Raumschiff Integrity Maxima zur legendären Mission „Artemis II“. Eine Mission, so großartig, dass selbst der Mond nervös geworden sein soll.
695.081 Meilen flogen sie durchs Nichts. Durch schwarze Leere. Durch kosmische Einsamkeit. Und vermutlich auch durch mindestens drei verlorene Elon-Musk-Satelliten. Dabei trugen sie die „Stars and Stripes“ weiter von der Erde weg als jemals zuvor ein Mensch. Laut Trumpius ein klarer Beweis dafür, dass selbst die Gravitation amerikanischen Erfolg nicht aufhalten könne.
Besonders stolz verkündete Trumpius Caesar, dass Americus den Mond nicht nur erneut besuchen wolle – nein! Der Mond solle künftig praktisch eine Art amerikanisches Ferienresort werden. Mit Flaggen. Mit Raketenparkplätzen. Vielleicht sogar mit einem „Moon-a-Lago“.
„Wir werden amerikanische Stiefel zurück auf den Mond bringen“, donnerte Trumpius. „Und diesmal bleiben wir länger als nur für ein paar Fotos!“
Insider behaupten bereits, dass erste Entwürfe für ein luxuriöses Mondhotel existieren. Arbeitstitel: „Lunar Trumpium Palace & Golf Resort“. Der Golfball würde dort übrigens sechs Kilometer weit fliegen. Ein Traum für jeden patriotischen Millionär.
Doch das eigentliche Ziel liegt noch weiter entfernt: der Mars. Oder wie Trumpius ihn nennt: „Der große rote Immobilienmarkt des Sonnensystems.“ Dort sollen eines Tages dauerhafte amerikanische Siedlungen entstehen. Natürlich mit goldenen Kuppeln, riesigen Fahnen und vermutlich einer Fast-Food-Filiale namens „Burger Galaxy“.
Unter seinem Dekret zur „Sicherstellung amerikanischer Weltraum-Überlegenheit“ kündigte Trumpius außerdem an, dass man an nuklearen Raumfahrtantrieben arbeite. Denn chemische Raketen seien zwar nett – aber wahre Imperatoren reisen atomar.
Experten zeigten sich beeindruckt. Manche auch besorgt. Vor allem jene Wissenschaftler, die nicht begeistert davon waren, dass Trumpius eine Marskolonie mit den Worten beschrieb:
„Wir machen den roten Planeten wieder großartig. Sehr rot. Wunderschön rot.“
Selbst die NASA – im offiziellen Sprachgebrauch mittlerweile häufig „National Administration of Super Amazingness“ genannt – scheint vom neuen Größenwahn angesteckt worden zu sein. Raketen werden größer. Missionen teurer. Und Pressekonferenzen deutlich lauter.
Doch eines steht fest: Während andere Länder noch über Benzinpreise diskutieren, plant Trumpius Caesar bereits den Bau einer interplanetaren Republik mit amerikanischen Fahnen auf jedem zweiten Krater.
Der Weltraum, so scheint es, ist für Trumpius nicht die letzte Grenze. Sondern lediglich das nächste Bauprojekt.

