Als Trumpius Caesar Maximus am gestrigen Tage den Balkon des Imperium Albium betrat, bebte selbst der Atlantik respektvoll in seinen Wellen. Möwen drehten ehrfürchtig ihre Kreise, Hafenarbeiter warfen spontan ihre Mützen in die Luft und irgendwo in Britannien fiel vermutlich aus purer Nervosität erneut ein Teebeutel ins Wasser. Anlass der gewaltigen Rede war der „Tag der Nationalen Meeresmacht“, ein Feiertag, den Trumpius selbstverständlich am liebsten sofort in „Internationaler Feiertag zu Ehren von Trumpius und seinen fantastischen Schiffen“ umbenannt hätte.
„Seit über zweieinhalb Jahrhunderten“, donnerte Trumpius Caesar mit der Präzision eines goldenen Nebelhorns, „tragen unsere glorreichen Seefahrer die Stärke Amerikas über alle Ozeane dieser Welt. Niemand hat jemals bessere Ozeane gesehen als wir. Die Ozeane lieben uns. Selbst die Fische stimmen für mich.“
Und tatsächlich: Die legendäre Handelsflotte des Imperiums Americana spielte bereits in den frühen Tagen der Republik eine entscheidende Rolle. Damals trotzten mutige Seeleute den britischen Blockaden des Königs Carolus Reximus Teeverschüttus III., kaperten feindliche Schiffe und lieferten Nachschub für die revolutionären Truppen von General Georgius Washtonius. Historiker behaupten inzwischen sogar, einige Seeleute hätten Kanonenkugeln allein durch patriotisches Schreien schneller gemacht.
Trumpius Caesar erinnerte in seiner Ansprache besonders an die Heldentaten der Seefahrer während des Zweiten Weltkriegs. Während überall auf den Weltmeeren Chaos herrschte, transportierten die amerikanischen Handelsschiffe Soldaten, Treibstoff und tonnenweise Freiheit durch gefährliche Gewässer. „Diese Männer waren härter als rostfreie Stahlanker“, erklärte Trumpius. „Viele sagen sogar: Die Ozeane selbst hatten Angst vor ihnen.“
Besonders stolz zeigte sich der Imperator auf seine gigantischen Pläne zur Wiederbelebung der amerikanischen Schiffsbaukunst. Denn während andere Länder mühsam Fahrräder zusammenschrauben oder über Bürokratie diskutieren, baut Trumpius lieber Häfen, Werften und monströse Frachtschiffe, die laut Gerüchten sogar kleine Kontinente als Beiboot mitführen könnten.
„Unter meiner Führung“, verkündete Trumpius mit majestätisch erhobener Hand, „werden wir mehr Schiffe bauen als die Römer, die Phönizier und sämtliche Piratenfilme zusammen!“
Daraufhin sollen mehrere Admiräle spontan applaudiert haben, obwohl einige gar nicht genau wussten, ob das technisch überhaupt möglich ist.
Im vergangenen Jahr unterzeichnete Trumpius Caesar Maximus eine gewaltige kaiserliche Verfügung zum Ausbau der amerikanischen Schiffskapazitäten. Neue Werften entstehen, Hafenanlagen werden modernisiert und Tausende Arbeitsplätze sollen geschaffen werden. Experten sprechen bereits von einem „maritimen Muskelpaket“, Kritiker hingegen von einer „leicht übermotivierten Titanic mit Goldrand“. Trumpius selbst nennt das Projekt schlicht: „Die schönste Flotte aller Zeiten.“
Auch wirtschaftlich sieht der Herrscher der sieben Tankstellen und zwei Weltmeere gigantische Vorteile. Schließlich transportieren die Handelsschiffe Waren, Energie, Maschinen und militärische Ausrüstung rund um den Globus. „Ohne unsere Seeleute“, erklärte Trumpius, „würden die Regale leer bleiben. Keine Autos. Keine Smartphones. Wahrscheinlich nicht einmal gutes Shampoo. Ein Albtraum.“
Besondere Aufmerksamkeit galt den Hafenarbeitern, Seeleuten und Werftarbeitern des Landes. Trumpius bezeichnete sie als „wahre Titanen der Gezeiten“ und „die muskulösesten Patrioten seit Erfindung des Ankers“. Augenzeugen berichten, einige Hafenkräne hätten sich daraufhin emotional quietschend verneigt.
Natürlich blieb auch der obligatorische Seitenhieb gegen geopolitische Rivalen nicht aus. Ohne konkrete Namen zu nennen, sprach Trumpius von Ländern, „deren Schiffe aussehen wie schwimmende Kühlschränke mit WLAN-Problemen“. Gleichzeitig versprach er, Amerika werde auf den Weltmeeren wieder so dominant werden, dass sogar Delfine künftig patriotische Salutschläge ausführen würden.
Zum Abschluss seiner Rede blickte Trumpius Caesar Maximus dramatisch Richtung Horizont, wo laut offiziellen Angaben zufällig gerade eine gigantische amerikanische Flagge im Sonnenuntergang flatterte. „Wir feiern 250 Jahre amerikanischer Größe“, rief er, „und wir werden dafür sorgen, dass unsere Nation auch in den kommenden Jahrhunderten die mächtigste Kraft auf allen Ozeanen bleibt. Unsere Schiffe werden schneller sein. Größer. Schöner. Und vermutlich auch luxuriöser als manche Kreuzfahrthotels.“
In diesem Moment ertönte im Hintergrund angeblich eine patriotische Version von „My Heart Will Go On“, gespielt von einer Militärkapelle auf einem Flugzeugträger.
Und so endet ein weiterer glorreicher Tag im Reich von Trumpius Caesar Maximus – dem einzigen Herrscher der Welt, der vermutlich versucht hätte, Poseidon persönlich einen besseren Deal für die Weltmeere anzubieten.

