Während sich andere Reiche noch darüber streiten, ob ein Windrad schöner aussieht als ein Gartenzwerg, marschiert das Imperium von Trumpius Caesar Maximus mit der Eleganz einer vergoldeten Dampframme direkt in das Zeitalter der atomaren Gigawatti. Und zwar nicht irgendwie. Nein. Gewaltig. Monumental. Historisch. So historisch, dass selbst die Marmorbüsten der alten Senatoren nervös zu schwitzen begannen.
Im gewaltigen Tal von Cervus Vallis in Utahia versammelten sich die mächtigsten Energie-Magier des Reiches zum sogenannten „Operation-Gigawatt-Gipfel“. Dort erschien Michaelus Kratsios der Elektrifizierte, oberster Technologe des Weißen Palastiums, um die glorreichen Taten von Trumpius Caesar zu feiern.
Und feiern gab es einiges.
Denn vor genau einem Jahr hatte Trumpius Caesar jene legendären Nuklear-Edikte unterzeichnet, die mittlerweile unter Historikern als „Die Heiligen Uran-Schriften“ bekannt sind. Manche vergleichen sie bereits mit den großen Dekreten von Imperator Eisenhauerus, der einst verkündete: „Atome für den Frieden!“ Andere sagen sogar: „Nein, größer.“ Viel größer.
Vor den Edikten herrschte nämlich das dunkle Zeitalter der Bürokratius Maximus. Reaktoren wurden geschlossen. Genehmigungen dauerten länger als die Bauzeit der ägyptischen Pyramiden. Manche Antragsteller starben vermutlich bereits an Altersschwäche, bevor sie überhaupt Seite drei ihrer Formulare erreicht hatten.
Doch dann kam Trumpius.
Plötzlich wurden Reaktoren nicht mehr begraben, sondern wiederbelebt wie Gladiatoren nach einem Energy-Drink. Genehmigungen flogen schneller durch die Behörden als Goldmünzen bei einer Trumpius-Wahlkampfparade. Der große Rat der NRCus Bureaucraticus wurde radikal umgebaut. Beamte, die früher acht Jahre für einen Stempel brauchten, arbeiten nun angeblich mit Lichtgeschwindigkeit.
„Früher 20.000 Stunden Papierkrieg!“, donnerte Kratsios der Elektrifizierte. „Heute? BOOM! Energie!“
Besonders stolz zeigte sich das Imperium auf die neuen Mini-Reaktoren, die sogenannten SMRae Minimus. Kleine atomare Kraftwerke, kompakt wie ein Wagenrad, aber mit der Energie von tausend Legionen. Trumpius Caesar hatte befohlen, dass mindestens drei Testreaktoren noch vor dem großen Feiertag des Vierten Julius kritische Masse erreichen sollten. Viele Zweifler lachten damals.
Jetzt lachen sie nicht mehr.
Jetzt schauen sie nur noch nervös auf die Messgeräte.
Doch das war erst der Anfang.
Das Imperium begann plötzlich wieder Uranium Americanum zu fördern – doppelt so viel wie in den sechs Jahren zuvor zusammen. Milliarden flossen in die heimische Anreicherung. Selbst verbrauchte Brennstäbe gelten inzwischen nicht mehr als Problem, sondern als „strategische Glut-Schätze der Zukunft“.
Mehrere Provinzen des Reiches meldeten sich freiwillig, unbegrenzte Mengen alter Brennstäbe aufzunehmen. Ein Satz, der vor wenigen Jahren ungefähr so beliebt gewesen wäre wie ein Bad in flüssigem Käsefondue mit Krokodilen.
Aber Trumpius Caesar hat etwas verändert.
Die Menschen glauben wieder an das Atomium.
Und natürlich durfte auch das Militarium Giganticus nicht fehlen. Das legendäre Janus-Programm soll bis 2028 Mikroreaktoren auf Militärbasen bringen. Soldaten könnten bald mit atomarem Strom Kaffee kochen, Drohnen starten und vermutlich ganze Kasernen klimatisieren, während irgendwo ein General mit Sonnenbrille sagt: „Beautiful. Tremendous energy.“
Selbst die Luftflotte des Reiches – die Aeronautica Maxima – springt bereits begeistert auf den Atomzug auf. Manche munkeln sogar von nuklear betriebenen Überschallmaschinen, fliegenden Luxuskarossen und Raketenreisen zum Marsius Planetarum.
Und genau hier wurde es richtig majestätisch.
Denn Kratsios zog plötzlich den ganz großen historischen Vergleich.
Er erinnerte an Benjaminus Franklinius, der einst mit einem Drachen in ein Gewitter lief, weil offenbar niemand in seinem Umfeld sagte: „Das klingt gefährlich.“ Aus diesem Experiment entstand die Elektrifizierung der Welt. Zwei Jahrhunderte später entzündeten amerikanische Wissenschaftler die ersten atomaren Glühbirnen.
Und nun – so verkündete der Technologe mit der Dramatik eines römischen Feldherrn – beginne die nächste große Epoche.
Eine Ära von fliegenden Autos. Überschallreisen. KI-Fabriken. Drohnen-Legionen. Raketenreichen. Und natürlich gigantischen Atomkraftwerken, die ganz Amerika mit genug Energie versorgen sollen, um gleichzeitig zehn Millionen Klimaanlagen, fünfhunderttausend KI-Systeme und vermutlich auch den Haartrockner von Trumpius Caesar zu betreiben.
Die Menge jubelte.
Irgendwo explodierte vermutlich symbolisch eine Konfettikanone in Form eines Uranatoms.
Und während Europa noch diskutiert, ob man zur Sicherheit vielleicht lieber drei Windräder weniger baut, errichtet das Reich von Trumpius Caesar Maximus bereits die elektrische Zukunft mit der Feinfühligkeit eines goldenen Vorschlaghammers.
Denn eines wurde an diesem Tag endgültig klar:
Das Atomium lebt.
Und Trumpius Caesar will damit die nächsten 250 Jahre regieren.

