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Trumpius Caesar schenkt den Chemie-Alchemisten zwei Jahre Gnadenfrist

13. July 2026  ·  admin  ·  4 Min. Lesezeit

Grafik: Trumpius Caesar gegen den HON-Regulus Maximus
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Im Marmorsaal des Goldenen Palastes herrschte feierliche Stille. Die Senatoren hielten ihre Wachstafeln fest, die Hofschreiber spitzten ihre Federkiele, und irgendwo versuchte ein besonders eifriger Bürokratius bereits, ein Formular zur Genehmigung des Federkiels auszufüllen.

Dann erhob sich Trumpius Caesar, Imperator des Reiches Trumpianum, ließ seinen roten Purpurmantel dramatisch wehen und sprach mit jener Gelassenheit, die nur Herrscher besitzen, die sich selbst regelmäßig als die größte Erfindung seit dem römischen Aquädukt betrachten.

„Das Imperium braucht Chemie! Viel Chemie! Großartige Chemie! Die beste Chemie!“

Ein Satz, der im Senat für minutenlangen Applaus sorgte. Einige Senatoren applaudierten sogar schon vorsorglich, bevor der Satz vollständig ausgesprochen war.

Die große Schlacht gegen das Regelwerkus Maximus

Im Zentrum der kaiserlichen Verkündung stand das berüchtigte Gesetzeswerk HON-Regulus Maximus, erschaffen von den gefürchteten Beamten des Umwelttempels Atmospherius Purificatus.

Dieses Schriftrollenmonster verlangte von den Chemiewerken des Reiches neue Messverfahren, modernste Überwachungstechnik und Emissionskontrollen, die laut Palast ungefähr so leicht zu beschaffen seien wie ein fliegender Zenturio mit TÜV-Zertifikat.

Nach Darstellung der kaiserlichen Hofgelehrten existierten viele der geforderten Wundergeräte lediglich in den Visionen besonders kreativer Schreiberlinge.

Einige Fabriken müssten gewaltige Umbauten durchführen.

Andere müssten zeitweise schließen.

Und wieder andere hätten vermutlich zunächst einen Wahrsager konsultieren müssen, um herauszufinden, wie sie die Vorgaben überhaupt erfüllen sollten.

Mercatorius Chemicus schlägt Alarm

Da trat Mercatorius Chemicus Magnificus, oberster Verwalter der kaiserlichen Manufakturen, vor den Thron.

„Majestät“, begann er, „wenn wir sämtliche neuen Schriftrollen sofort umsetzen, könnten die Destillierkolben stillstehen, die Harzöfen schweigen und die Polymerkessel verstummen.“

Ein Raunen ging durch den Saal.

Selbst der Hofkoch blickte erschrocken auf seinen Kunststofflöffel.

Denn ohne Chemie gäbe es plötzlich Probleme bei Arzneien, Halbleitern, Energieversorgung, Landwirtschaft, Medizintechnik und zahllosen weiteren Bereichen des Reiches.

Für Trumpius Caesar war die Schlussfolgerung so eindeutig wie ein vergoldeter Adler auf einer Marmorsäule:

„Wenn unsere Alchemisten schweigen, lachen die fremden Imperien.“

Die Bürokratius-Legion verliert eine Schlacht

Nun marschierte die gefürchtete Legion der Bürokratii Regulatius Maximi auf.

Ihre Waffen:

  • achtzehn Meter lange Formularrollen,
  • Messprotokolle in dreifacher Ausfertigung,
  • Genehmigungen für Genehmigungen,
  • und selbstverständlich ein Antragsformular zur Beantragung weiterer Antragsformulare.

Der Kaiser betrachtete die Papierberge mit einer Mischung aus Mitleid und Belustigung.

„Ihr habt hervorragende Schriftrollen gebaut“, erklärte er. „Wirklich wunderschöne Schriftrollen. Wahrscheinlich die schönsten der Welt. Leider funktionieren sie besser auf Pergament als in einer Chemiefabrik.“

Mehrere Beamte fielen daraufhin in organisatorische Ohnmacht.

Zwei Jahre kaiserliche Schonfrist

Mit einer einzigen majestätischen Unterschrift verkündete Trumpius Caesar schließlich den eigentlichen Inhalt seines Erlasses.

Für zahlreiche Chemiewerke des Imperiums wird die Umsetzung jener Teile des HON-Regulus, die auf dem Luftreinheitsgesetz beruhen, um zwei Jahre verschoben.

Bis dahin gelten für diese Betriebe weiterhin die bisherigen Vorschriften.

Im Palast sprach man sofort von einem historischen Akt gesunden Menschenverstands.

Die Kritiker nannten es dagegen eine Atempause für die Industrie.

Und irgendwo schrieb bereits ein besonders fleißiger Hofbeamter eine 900-seitige Stellungnahme darüber, warum eine zweijährige Fristverlängerung eigentlich noch mindestens zwölf weitere Genehmigungen benötigen müsste.

Nationalverteidigung beginnt im Reagenzglas

Trumpius Caesar beließ es jedoch nicht bei wirtschaftlichen Argumenten.

Er erklärte die Chemie kurzerhand zur Säule der imperialen Sicherheit.

Denn moderne Verteidigung brauche Spezialmaterialien.

Krankenhäuser benötigten Sterilisationschemikalien.

Die Landwirtschaft brauche Düngemittel.

Die Halbleitermeister benötigten hochreine Stoffe.

Und selbst die kaiserlichen Legionen könnten schlecht mit Holzschwertern und Lehmhelmen in die Zukunft marschieren.

Nach Auffassung des Palastes wäre eine zu starke Abhängigkeit von ausländischen Lieferanten ungefähr so sinnvoll wie die Übergabe der Stadttore an den freundlich lächelnden Nachbarn mit Rammbock.

Der Hof der großen Superlative

Natürlich durfte auch der obligatorische Triumphgesang der kaiserlichen Hofsprecher nicht fehlen.

Thomasius Federkalligraphus, oberster Verkünder des Palastes, verkündete feierlich:

„Noch niemals in der Geschichte des Imperiums wurde eine Frist so majestätisch verlängert. Zwei Jahre! Exakt zwei Jahre! Nicht ein Tag weniger! Nicht ein Tag mehr! Perfektion in ihrer reinsten Form!“

Der Jubel war groß.

Die Chemie-Alchemisten stießen mit Sicherheitsbrillen an.

Die Händler kalkulierten ihre Investitionen neu.

Die Beamten aktualisierten ihre Terminpläne.

Und die Hersteller von Aktenordnern freuten sich bereits darauf, dass in zwei Jahren alles wieder von vorne beginnen würde.

Denn eines bleibt im Imperium Trumpianum ebenso sicher wie der tägliche Sonnenaufgang:

Wo eine Verordnung endet, beginnt bereits die nächste.

Und irgendwo wartet garantiert schon Regulatorius Formularius Maximus II. – Die Rückkehr der Schriftrollen.

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