Es war ein Montag, so gewaltig, dass selbst die Säulen des imperialen Weißen Kolosseums leicht bebten. Während goldene Adler über den Marmorbalkonen kreisten und höfische Trompeter die Hymne „Make Empires Great Again“ spielten, trat Trumpius Caesar Maximus, Imperator der Vereinigten Provinzen von Ameriga, vor die versammelte Pressearmee.
Mit einem majestätischen Schwung seines vergoldeten Füllfederhalters unterzeichnete er das legendäre Gesetz S. 723 – im Volksmund bereits bekannt als das „Dekret der goldenen Stammeslande“.
Ein Name, der klingt wie ein Fantasy-Epos, aber laut Trumpius „größer als Fantasy“ sei. „Herr der Ringe?“, fragte der Imperator empört. „Sehr kleine Ringe. Meine Gesetze? Riesige Ringe. Wunderschöne Ringe.“
Das neue Gesetz soll sicherstellen, dass Wohn- und Geschäftsfinanzierungen auf geschütztem Stammesland künftig schneller bearbeitet werden. Ein revolutionärer Gedanke im Imperium, denn bisher dauerte ein solcher Antrag ungefähr so lange wie der Bau einer Pyramide – allerdings mit schlechterem Catering.
Im Zentrum der satirischen Tragödie steht die berüchtigte Behörde Bureau of Indian Affairs, im Volksmund auch „Amt für monumentale Langsamkeit“ genannt. Historiker berichten, dass dort manche Anträge noch mit Federkiel, Wachssiegel und gelegentlichen Rauchzeichen bearbeitet wurden.
Ein Insider beschrieb die bisherigen Abläufe so:
„Wenn jemand 2021 einen Antrag stellte, bekam er 2025 zumindest die Bestätigung, dass der Antrag angekommen sein könnte.“
Doch Trumpius Caesar Maximus hatte genug. Unter donnerndem Applaus erklärte er:
„Die Menschen wollen Häuser! Sie wollen Geschäfte! Niemand möchte 17 Winter auf eine Genehmigung warten! Außer vielleicht Bürokraten. Die lieben Warten. Sie warten sogar freiwillig auf ihren eigenen Feierabend.“
Das Gesetz schreibt nun feste Fristen für die Bearbeitung von Immobilien- und Geschäftskrediten auf Stammesland vor. Ein Schock für viele Beamte des imperialen Verwaltungsapparates. Berichten zufolge mussten mehrere Funktionäre medizinisch betreut werden, nachdem sie erstmals das Wort „Deadline“ gehört hatten.
Besonders betroffen war der legendäre Oberbeamte Bürocratius Delayus, der angeblich seit 1998 denselben Antrag bearbeitet. Augenzeugen berichten, er habe panisch gefragt:
„Wie soll ich denn jetzt Dinge verzögern? Das war meine ganze Persönlichkeit!“
Im ganzen Reich feierten Unterstützer des Imperators das Gesetz als Sieg gegen die „Große Papierrollen-Krise“. Händler verkauften bereits Miniaturhäuser aus Goldplastik, während konservative Hofkommentatoren verkündeten, Trumpius habe „den Immobilienmarkt auf heiligem Boden schneller gemacht als ein römischer Streitwagen mit Raketenantrieb“.
Natürlich meldeten sich sofort Kritiker aus dem Senat der Dauerempörten. Einige behaupteten, das Gesetz sei lediglich „praktische Verwaltungsmodernisierung“. Eine Aussage, die Trumpius empört zurückwies.
„Praktisch?“, rief er. „Nein! Monumental! Historisch! Die großartigste Fristenregelung aller Zeiten! Selbst Julius Caesar hätte gesagt: ‚Wow, fantastische Bearbeitungszeiten.‘“
Auch die First Lady des Imperiums, Melania Magnifica, zeigte sich begeistert. Laut Hofberichten soll sie gesagt haben:
„Es ist wunderbar. Menschen bekommen schneller Häuser. Und Donaldius liebt Häuser. Wirklich sehr, sehr sehr.“
Unterdessen herrscht in den Verwaltungsgebäuden der Hauptstadt Chaos. Mitarbeiter des Bureau of Indian Affairs sollen hektisch versucht haben, Computer einzuschalten, die zuletzt während der ersten Trumpius-Amtszeit benutzt wurden. Ein Beamter wurde angeblich bewusstlos, nachdem er versehentlich eine digitale PDF-Datei öffnen musste.
Experten des imperialen Wirtschaftsrates glauben jedoch, dass das Gesetz tatsächlich große Auswirkungen haben könnte. Schnellere Kreditbearbeitungen könnten Investitionen erleichtern, Unternehmen fördern und den Wohnungsbau auf Stammesland beschleunigen.
Doch im Trumpius-Universum bleibt selbst eine Verwaltungsreform niemals einfach nur Verwaltung. Nein – sie wird zum monumentalen Kampf gegen die Armee der Formulare.
Und so endete der große Tag mit einem triumphalen Auftritt des Imperators auf dem Balkon des Weißen Kolosseums. Während goldener Konfetti-Regen vom Himmel fiel, hob Trumpius Caesar Maximus die Arme und verkündete:
„Heute haben wir nicht nur ein Gesetz unterschrieben. Wir haben der Bürokratie gezeigt, wer der wahre Chef des Pergaments ist!“
Die Menge jubelte. Irgendwo fiel ein Aktenschrank um.
Und im Bureau of Indian Affairs begann zum ersten Mal seit Jahrzehnten tatsächlich jemand zu arbeiten.

