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Trumpius Caesar erlässt das Stromorakel: KI-Paläste zahlen künftig selbst für ihre Blitze

23. July 2026  ·  admin  ·  4 Min. Lesezeit

Grafik: Trumpius Caesar erlässt das große Stromdekret
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Rom erlebt wieder einmal einen jener historischen Tage, die laut Hofchronisten mindestens drei Mal pro Woche stattfinden. Im Goldenen Marmorsaal des Weißen Kolosseums trat Imperator Donaldus Trumpius Caesar Magnus vor seine Senatoren, Legionsschreiber und eine übermotivierte Schar von Hofposaunisten, um die wohl größte Verkündung seit der Erfindung der vergoldeten Lorbeerkrone bekanntzugeben.

Das ehrwürdige „Gelöbnis zum Schutze der Stromzahler“ – auf Latein selbstverständlich Pactum Protectio Electrica Maxima – werde erheblich erweitert. Über 200 weitere Energieversorger, Provinzen, Rechenpalast-Baumeister und Handelsgilden hätten sich dem majestätischen Bündnis angeschlossen.

Trumpius Caesar sprach feierlich:

„Wenn jemand einen Tempel voller denkender Kristallkugeln baut, dann soll er gefälligst auch seine eigenen Blitze mitbringen. Fantastische Idee. Niemand hatte jemals so eine Idee. Manche behaupten sogar, Zeus habe mich gefragt, ob er abschreiben darf.“

Die Hofschreiber notierten diese Worte selbstverständlich in goldener Tinte.

Die KI-Legion marschiert – aber auf eigene Rechnung

Im gesamten Imperium schießen derzeit gigantische Rechenfestungen aus dem Boden. Tausende Marmorsäulen, Millionen bronzener Leitungen und unzählige dampfende Maschinen sollen künftig die künstliche Intelligenz des Reiches antreiben.

Doch eine Gefahr schwebte über den Bürgern.

Viele fürchteten, dass die gewaltigen Strommengen am Ende von den gewöhnlichen Familien bezahlt werden müssten, während die Tech-Oligarchen gemütlich auf ihren Goldbergen sitzen und mathematische Orakel befragen.

Trumpius Caesar erklärte dieses Szenario kurzerhand für „vollkommen unimperial“.

Sein Dekret lautet daher überraschend einfach:

Wer einen gigantischen KI-Palast errichtet, bezahlt sämtliche zusätzlichen Stromerzeugungsanlagen, Leitungen, Umspannwerke und Infrastruktur selbst.

Der römische Stromkunde soll nach Möglichkeit nicht einmal merken, dass neben seinem Dorf plötzlich ein Tempel steht, in dem Millionen künstlicher Gehirne gleichzeitig darüber nachdenken, welches Katzenbild wohl am majestätischsten aussieht.

263 Millionen Bürger unter dem Lorbeerschirm

Die Hofmathematiker verkündeten stolz, dass inzwischen rund 80 Prozent aller elektrischen Blitze des Reiches unter den Schutz des Gelöbnisses fallen.

Nach offizieller Rechnung profitieren damit rund 263 Millionen Untertanen, wenn irgendwo ein neuer Datenpalast entsteht.

Die Opposition fragte vorsichtig nach, ob wirklich jede Zahl stimme.

Darauf antwortete Finanzminister Rechenius Statistikus Optimus lediglich:

„Unsere Zahlen sind mindestens so groß wie die Hallen, in denen wir sie berechnet haben.“

Damit war die Diskussion offiziell beendet.

Die Provinzen liefern Triumphmeldungen

Aus allen Teilen des Reiches trafen Jubelbotschaften ein.

In der Provinz Michigania Maxima sollen die Handelsgilden Googlius Magnificus und Oraculus Computatius sämtliche Energiekosten ihrer Anlagen selbst tragen. Die Bürger dürfen sich laut Hofrechnern auf Einsparungen freuen, die so groß seien, dass mehrere Schatzkammern nötig würden.

In Indiania Imperialis verpflichteten sich die Konzerne Amazonius Mercator und Alphabetius Literatus, innerhalb von fünfzehn Jahren gewaltige Summen an die Bevölkerung zurückfließen zu lassen.

Aus Georgica Augusta meldete Statthalter Southernius Electricus, dass die Grundpreise bis zum Jahr 2029 eingefroren würden. Die Bürger könnten sich jährlich über Ersparnisse freuen, die groß genug seien, um mehrere Wagenladungen Olivenöl oder einen respektablen Vorrat an Gladiatoren-Sandalen zu erwerben.

In Mississippia Fluminis übernimmt Amazonius Mercator zusätzlich sämtliche Kosten für neue Leitungen und Übertragungsanlagen.

Die Provinz Wisconsinia Lactea meldete stolz, dass sämtliche Infrastrukturkosten von den Rechenpalast-Erbauern bezahlt würden und gleichzeitig ein mehrjähriger Preisstopp möglich sei.

In Louisiania Bayouensis trägt Metanius Socialis sämtliche Anschlusskosten seines neuen Datenkastells.

Und schließlich präsentierte die texanische Wüstenprovinz Texasia Gigantica einen besonders eindrucksvollen Plan.

Der Baumeister Crusoeus Energeticus errichtet einen gigantischen 900-Megawatt-Komplex, der seine Energie vollständig aus eigenen Gaskraftwerken und gewaltigen Batteriespeichern bezieht.

Die Hofchronisten bezeichneten das Projekt als „so unabhängig, dass selbst die Sonne gelegentlich neidisch hinüberschaut“.

Die Hohe Priesterschaft der künstlichen Intelligenz

Natürlich ließ es sich Trumpius Caesar nicht nehmen, den eigentlichen Sieger der Geschichte auszurufen.

Nicht die Energieversorger.

Nicht die Provinzen.

Nicht einmal die gigantischen Rechenpaläste.

Nein.

Es sei das römische Volk.

„Wir werden das mächtigste KI-Imperium aller Zeiten erschaffen“, verkündete der Imperator mit ausladender Geste.

„Aber wir werden es nicht dadurch finanzieren, dass Oma Aurelia plötzlich den doppelten Preis für ihre elektrische Olivenpresse bezahlt.“

Die Senatoren erhoben sich zu donnerndem Applaus.

Einige standen bereits, bevor der Satz beendet war – reine Vorsicht.

Der Hofnarr zieht Bilanz

Selbst Hofnarr Ironius Spotticus, sonst für seine bissigen Kommentare bekannt, musste anerkennen, dass die Idee zumindest hervorragend klingt.

„Früher baute man Aquädukte und fragte anschließend das Volk nach Geld. Heute baut man Denkmaschinen und verlangt das Geld direkt von den Denkmaschinen-Besitzern. Fortschritt ist manchmal erstaunlich einfach.“

Ob das gesamte Vorhaben tatsächlich so majestätisch funktioniert wie angekündigt, wird sich erst zeigen, wenn überall im Reich die gigantischen KI-Kathedralen ihre ersten elektrischen Blitze verschlingen.

Bis dahin aber genießt Trumpius Caesar Maximus den Ruf des großen Beschützers der Stromrechnung.

Und irgendwo im Hintergrund zählt vermutlich bereits ein künstlich intelligenter Rechensklave aus, wie viele Lorbeerkränze ein 900-Megawatt-Rechenzentrum wohl benötigt, um wirklich kaiserlich auszusehen.

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