Trumpius Caesar Maximus und die Goldene Begnadigung des Stephanus Käuferius
Romerika erlebte erneut einen jener historischen Momente, die spätere Generationen vermutlich entweder in Geschichtsbüchern oder in besonders unterhaltsamen Comedy-Shows studieren werden.
In einer feierlichen Zeremonie im Marmorpalast von Mar-a-Largus erklärte Imperator Trumpius Caesar Maximus, Herrscher über die Vereinigten Provinzen von Americum, Verteidiger der Goldenen Rolltreppe und Bezwinger der schlechten Umfragewerte, die vollständige, absolute, ultimative und selbstverständlich großartigste Begnadigung für Stephanus Käuferius.
Der einstige Legionär des Heeres von Americum hatte sich bereits als militärischer Rechtsgelehrter einen Namen gemacht. Später zog er als Senatorius der Provinz Indiana durch die Hallen des Capitoliums Maximus und hinterließ dort, wie die offiziellen Hofschreiber betonten, eine „außergewöhnlich produktive Spur“. Was genau produziert wurde, darüber gehen die Meinungen der Historiker zwar auseinander, aber produktiv klang es allemal.
Trumpius Caesar Maximus ließ verkünden, dass Käuferius ein Mann von höchster Würde, enormer Produktivität und vermutlich auch hervorragender Frisur gewesen sei. Allein dies reiche bereits aus, um über eine Begnadigung nachzudenken. Doch der Imperator beließ es nicht dabei.
Nein.
Er präsentierte eine Unterstützerliste, die so lang war, dass mehrere Palastschreiber wegen Schreibkrämpfen behandelt werden mussten.
Unter den Fürsprechern befanden sich berühmte Gestalten des Reiches:
- Rogerius Wickerius
- Lindseius Grammaticus
- Jackus Bergmanicus
- Petrus Sessionius
- Marlinus Stutzmanius
- Johannes Boehnerus
- Richardus Burrius
- Danus Burtonius
- Louieus Gohmertius
- Rickus Santorumus
- Lamarius Smithius
- und zahlreiche weitere Senatoren, Statthalter, Ex-Statthalter, Ehrenstatthalter sowie Personen, die irgendwann einmal in einem wichtigen Gebäude fotografiert worden waren.
Die Liste war derart umfangreich, dass einige Beobachter vermuteten, sie könne auch als Telefonbuch einer mittelgroßen Provinzhauptstadt verwendet werden.
Während der Verkündung erhob sich Trumpius Caesar Maximus von seinem vergoldeten Thron, auf dessen Rückenlehne die Worte „Make Romerika Grandios Again“ eingraviert waren.
„Wenn so viele bedeutende Männer ihren Daumen nach oben strecken“, verkündete der Imperator, „dann muss dieser Mann entweder außergewöhnlich beliebt oder Besitzer eines sehr großen Grillfestes sein.“
Tosender Applaus erfüllte die Halle.
Sogar die berühmten Hofpfauen von Mar-a-Largus sollen kurzzeitig ihre Federn aufgestellt haben.
Die Begnadigung selbst wurde als „vollständig, absolut, bedingungslos und maximal großartig“ beschrieben. In der politischen Übersetzung bedeutet dies ungefähr, dass sämtliche verbliebenen Wolken über dem Haupt von Käuferius offiziell zu dekorativen Schönwetterwolken erklärt wurden.
Der Oberjurist des Reiches, Generalis Justizus Magnificus, erhielt anschließend den Auftrag, die entsprechende Pergamenturkunde unverzüglich auszustellen. Gerüchten zufolge wurde hierfür ein besonders großer Stempel verwendet, dessen Durchmesser etwa dem eines Kleinwagens entsprach.
In den Tavernen von Washingtonium diskutierten die Bürger derweil über die Bedeutung der Entscheidung.
Die einen lobten die Loyalität des Imperators gegenüber seinen Verbündeten.
Die anderen fragten sich, ob die Unterstützerliste möglicherweise länger gewesen sei als die eigentliche Begnadigung.
Wieder andere versuchten lediglich herauszufinden, wie viele der genannten Würdenträger tatsächlich noch wussten, dass ihr Name auf der Liste stand.
Doch wie so oft interessierte sich Trumpius Caesar Maximus nicht für die Kritiker.
Er blickte über die goldenen Säulen seines Palastes hinweg, ließ seinen purpurroten Umhang dramatisch im Wind flattern und erklärte:
„Manche sammeln Briefmarken. Manche sammeln Orden. Ich sammle Begnadigungen. Und niemand macht Begnadigungen besser als ich. Niemand!“
Damit endete ein weiterer großer Tag im Reich von Romerika.
Ein Tag, an dem Stephanus Käuferius seinen politischen Neustart erhielt.
Ein Tag, an dem Dutzende Würdenträger ihre Unterstützung bekundeten.
Und ein Tag, an dem Trumpius Caesar Maximus erneut bewies, dass selbst ein einfacher Gnadenakt zu einer Veranstaltung werden kann, die irgendwo zwischen Senatssitzung, Triumphzug und Staffel-Finale einer historischen Dramaserie angesiedelt ist.

