Im glorreichen Marmorsaal des Weißen Palastes von Trumpia verkündete Imperator Trumpius Caesar Maximus, Beschützer der Stahlwerke, Bezwinger der Bürokraten und Erfinder des strategischen Zollhammers, ein neues Kapitel seiner legendären Metallpolitik.
„Freunde, Römer und Hersteller von Gabelstaplern!“, begann Trumpius vor einer jubelnden Menge aus Industriemagnaten, Traktorfahrern und vermutlich einigen zufällig hereingelaufenen Touristen. „Wir haben die stärksten Zölle. Die schönsten Zölle. Manche sagen sogar, unsere Zölle seien so großartig, dass sie eigene Zölle auf andere Zölle erheben könnten.“
Seit Jahren kämpft das Reich Trumpia gegen die gefährliche Invasion ausländischer Metallwaren. Stahl, Aluminium und Kupfer strömten laut Hofberichten in solchen Mengen ins Land, dass mancher Senator bereits befürchtete, eines Morgens in einem vollständig importierten Liegestuhl aufzuwachen.
Deshalb hatte Trumpius bereits früher den berühmten Metallwall von Trumpia errichten lassen: 50 Prozent Zoll auf viele Metallprodukte, 25 Prozent auf zahlreiche Folgeprodukte und 15 Prozent auf einige Maschinen, die laut kaiserlichen Beratern zu wichtig waren, um sie völlig mit Zöllen zu erschlagen.
Doch nun meldete sich Handelsorakel Mercator Tarifus, Großmeister des Ministeriums für Kaufmännische Zauberei, mit neuen Erkenntnissen.
„Erhabener Caesar“, erklärte Mercator, „unsere Bauern brauchen Traktoren. Unsere Bauunternehmen brauchen Bagger. Unsere Fabriken brauchen Maschinen. Und wenn wir alles gleichermaßen verzollen, könnte irgendwann jemand bemerken, dass Arbeiten ohne Werkzeuge schwierig wird.“
Trumpius nickte majestätisch.
„Ein guter Punkt. Niemand arbeitet besser ohne Werkzeuge als Politiker. Aber Bauern und Fabriken sind etwas anderes.“
Daraufhin verkündete der Imperator eine sensationelle Neuerung:
Die Traktor-Ausnahme
Landwirtschaftliche Geräte erhalten künftig die berühmte 15-Prozent-Sonderbehandlung.
„Unsere Bauern sollen Mais anbauen können“, erklärte Trumpius. „Nicht nur Formulare.“
Ebenso profitieren bestimmte Heizungs- und Klimaanlagen für Wohnhäuser.
„Denn nichts gefährdet die nationale Sicherheit mehr als eine Klimaanlage, die mitten im Sommer beschließt, Sozialurlaub zu machen.“
Die Bürger jubelten.
Besonders begeistert zeigte sich die Vereinigung der Vereinigten Traktoristen von Groß-Trumpia.
„Endlich versteht jemand die strategische Bedeutung eines Mähdreschers“, erklärte deren Sprecher unter Tränen.
Die Jagd auf die Regal-Mafia
Doch damit nicht genug.
Während der Kaiser seine Berater befragte, entdeckte man offenbar eine dunkle Verschwörung.
Metallprodukte hatten begonnen, sich als harmlose Gegenstände zu tarnen.
Besonders verdächtig erschienen zwei Gruppen:
- Druckplatten
- Metallregale
„Regale!“, rief Trumpius empört. „Wer weiß schon, was sich in einem Regal verbirgt? Heute lagert man dort Schrauben. Morgen vielleicht staatsgefährdende Büroklammern!“
Sofort wurden auch diese Produkte in das große Zollsystem aufgenommen.
Die internationale Vereinigung der Regalhersteller reagierte mit einem Schreiben von 487 Seiten, das niemand las.
Der große 85-Prozent-Trick
Eine weitere Reform betraf die Definition von „amerikanischem Metall“.
Bisher musste ein Produkt zu 95 Prozent aus heimischem Material bestehen.
Trumpius senkte diese Schwelle auf 85 Prozent.
„Wir machen Mathematik wieder großartig“, verkündete er.
Experten rechneten mehrere Tage lang nach.
Einige kamen zu dem Schluss, dass nun deutlich mehr Produkte als „Made in Trumpia“ gelten könnten.
Andere kamen zum Schluss, dass sie eigentlich Literatur studieren wollten.
Das Abenteuer Kanada und Mexika
Auch die Nachbarn des Imperiums erhielten Sonderregeln.
Produkte aus Kanadonia Borealis und Mexicusia Magnifica dürfen weiterhin unter bestimmten Bedingungen einreisen.
Allerdings wird künftig genau geprüft, wie viel davon tatsächlich aus Trumpia stammt.
„Wenn jemand behauptet, sein Produkt sei zu 90 Prozent amerikanisch, obwohl es in Wahrheit nur eine amerikanische Schraube enthält, dann werden wir das herausfinden“, erklärte Trumpius.
Die Zollbehörde erhielt daraufhin zusätzliche Taschenrechner.
Der Traum vom goldenen Stahlzeitalter
Trumpius erklärte das eigentliche Ziel seiner Politik:
Mehr amerikanischer Stahl.
Mehr amerikanisches Aluminium.
Mehr amerikanisches Kupfer.
Mehr Fabriken.
Mehr Arbeitsplätze.
Und vor allem mehr Gelegenheit, bei Pressekonferenzen auf glänzende Metallobjekte zu zeigen.
„Wenn ein Kühlschrank, ein Traktor und ein Gabelstapler in einer Fabrik stehen und alle aus heimischem Metall bestehen, dann ist das wahre nationale Sicherheit!“
Seine Anhänger applaudierten minutenlang.
Einige klatschten sogar so lange, dass ihre Armbanduhren Zollgebühren auf die eigene Bewegung erhoben.
Das kaiserliche Finale
Am Ende unterzeichnete Trumpius Caesar Maximus das gewaltige Dekret mit einem Stift aus vergoldetem Stahl, dessen Herkunft vorsichtshalber von zwölf Behörden überprüft worden war.
Dann erhob er sich und sprach die berühmten Worte:
„Manche Länder exportieren Metall. Wir exportieren Regeln für Metall. Das ist viel beeindruckender.“
Die Menge tobte.
Die Stahlwerke feierten.
Die Traktoren hupten.
Die Klimaanlagen summten patriotisch.
Und irgendwo in einem Lagerhaus fragte sich ein ahnungsloses Metallregal, warum plötzlich jeder über nationale Sicherheit sprach.

