Im glorreichen Imperium von Trumpia war wieder einmal höchste Alarmstufe ausgerufen. Nicht etwa wegen einer Invasion feindlicher Legionen oder weil Senator Fakeus Maximus eine neue Umfrage veröffentlicht hatte – nein, diesmal rollten Luxus-Kinderwagen über den Atlantik.
Nach Angaben des Hofes von Trumpius Caesar Magnus hatten sich rund um den Globus regelrechte Reiseagenturen entwickelt, die mit glänzenden Prospekten lockten: "Zwei Wochen Urlaub, ein Baby und als Gratisbeilage die amerikanische Staatsbürgerschaft!"
Für den Imperator klang das ungefähr so, als würde jemand Eintrittskarten für das Kolosseum verkaufen und behaupten, der Käufer werde automatisch Senator.
"Nicht mit mir!", donnerte Trumpius Caesar vom Goldbalkon seines Kaiserpalastes.
Operation Windelwall
Mit einer neuen Kaiserlichen Verfügung startet nun die wohl außergewöhnlichste Grenzoffensive seit der Erfindung des Reisepasses.
Das Programm trägt intern den Codenamen:
Operation Windelwall.
Von nun an sollen die kaiserlichen Grenzwächter besonders aufmerksam werden, wenn Koffer verdächtig viele Strampler, Babyflaschen oder rosa Schnuller enthalten.
Die Legende erzählt bereits von einem besonders motivierten Zollbeamten, der einen Koffer öffnete und murmelte:
"Sie reisen also allein?"
Die Reisende nickte.
Der Beamte zog nacheinander hervor:
- drei Kinderwagen,
- zwölf Packungen Windeln,
- einen Teddybären in Übergröße,
- zwei Babydecken,
- einen tragbaren Flaschenwärmer
- und ein Buch mit dem Titel "Gebären leicht gemacht in 48 Bundesstaaten".
Daraufhin soll er lediglich gesagt haben:
"Interessanter Angelurlaub."
Geburtsurlaub Deluxe GmbH
Nach Ansicht von Trumpius Caesar haben sich weltweit wahre Geschäftsmodelle entwickelt.
Unternehmen mit Namen wie:
- BabyPassport International
- Citizen Express
- American Delivery Holidays
- Little Eagle Birth Resorts
werben angeblich mit Komplettpaketen.
Das Luxuspaket umfasst laut satirischer Überlieferung:
✔ Flughafentransfer
✔ Kaiserschnitt mit Aussicht
✔ Fotos vor Freiheitsstatue
✔ Babybody mit Sternenbanner
✔ Gratis Selfie vor dem Weißen Palast
✔ Rückflug inklusive zukünftiger Familiengeschichte
Der Imperator nennt das jedoch nicht Tourismus.
Er nennt es:
"Visa-Yoga mit Geburtsbonus."
Visa Touristus Maximus
Besonders ärgerlich findet Trumpius Caesar angeblich, dass manche Reisende den eigentlichen Reisezweck verschleiern würden.
Aus einem satirisch rekonstruierten Gespräch:
"Kommen Sie zum Sightseeing?"
"Ja."
"Welche Sehenswürdigkeiten?"
"Vor allem den Kreißsaal."
Der Grenzbeamte notiert:
"Antwort technisch korrekt. Trotzdem verdächtig."
Die Legion der Formularritter
Natürlich bleibt keine kaiserliche Verfügung ohne Bürokratie.
Deshalb marschieren nun die beiden wichtigsten Minister des Imperiums auf:
Außenminister Diplomaticus Maximus und
Heimatschutzpräfekt Borderius Ultimus.
Ihre Aufgabe:
- Regeln verschärfen,
- Visa prüfen,
- dubiose Geburtsreisen erkennen,
- Reiseveranstalter jagen,
- im Zweifel Visa widerrufen,
- und notfalls lebenslange Einreiseverbote aussprechen.
Im Imperium spricht man bereits von der neuen Eliteeinheit:
Die Formular-Legion.
Ihre gefährlichste Waffe?
Ein vollständig ausgefülltes Antragsformular.
Der Schnuller-Index
Satiriker behaupten bereits, künftig werde jeder Reisekoffer nach einem geheimen Bewertungssystem untersucht.
Der sogenannte Schnuller-Index.
0 Punkte:
Businessreise.
3 Punkte:
Familienurlaub.
8 Punkte:
Ein Kinderzimmer passt vollständig ins Handgepäck.
12 Punkte:
Die werdenden Großeltern reisen gleich mit.
15 Punkte:
Der Kinderwagen besitzt bereits amerikanische Flaggenhalter.
Sofortige Alarmstufe Caesar.
Die Ausnahme des Imperators
Natürlich zeigt sich Trumpius Caesar auch großzügig.
Der Erlass enthält Ausnahmen.
Wer aus humanitären Gründen reisen muss oder wessen Einreise dem Imperium besonders nützt, kann weiterhin zugelassen werden.
Schließlich, so erklärt der Hofsprecher:
"Selbst Caesar weiß, dass nicht jede Reise mit Babybauch automatisch ein geheimer Staatsbürgerschafts-Express ist."
Man stelle sich schließlich den diplomatischen Zwischenfall vor, wenn eine Touristin wegen eines Schwangerschaftskissens plötzlich als internationale Windelverschwörung eingestuft würde.
Der große Windelkrieg
Unter den Kommentatoren des Imperiums gehen die Meinungen erwartungsgemäß auseinander.
Die einen jubeln:
"Endlich wird das Visa-System wieder ernst genommen!"
Die anderen spotten:
"Bald gibt es Röntgengeräte für Babyflaschen und Schnuller."
Wieder andere vermuten bereits, dass findige Geschäftsleute künftig "Wellnessreisen mit überraschender Familienerweiterung" anbieten werden.
Schließlich war Kreativität schon immer der stärkste Gegner jeder Bürokratie.
Das kaiserliche Fazit
Trumpius Caesar präsentiert sich einmal mehr als oberster Hüter der Grenzen seines Imperiums. Wo andere nur Reisepässe sehen, erkennt er offenbar rollende Kinderwagenkolonnen und internationale Windelstrategen. Mit seinem Erlass macht er deutlich, dass die Staatsbürgerschaft des Reiches für ihn kein Urlaubssouvenir, sondern ein kostbarer kaiserlicher Orden ist.
Ob der Geburts-Tourismus damit tatsächlich verschwindet oder lediglich findigere Reiseprospekte entstehen, bleibt abzuwarten. Sicher ist jedoch eines: Im Universum von Trumpius Caesar genügt künftig womöglich schon ein übervoller Wickelkoffer, damit aus einer vermeintlichen Urlaubsreise eine Begegnung mit der legendären Formular-Legion wird – und die versteht bekanntlich keinen Spaß, außer wenn der Kaiser selbst darüber lacht.

