Im glorreichen Reich des Imperium Trumpianum wurde erneut Geschichte geschrieben. Während gewöhnliche Staatsoberhäupter sich mit lästigen Kleinigkeiten wie Gesetzen, Verordnungen oder Haushaltsplänen beschäftigen, erhob sich Trumpius Caesar Maximus Aureus, Herrscher über die goldenen Marmorsäulen der Exekutive, um höchstpersönlich über das Schicksal einer Brücke zu entscheiden.
Nicht irgendeiner Brücke.
Nein.
Der ehrwürdigen Verbindung zwischen Brownsvillium Magnificum und Matamorosus Maximus, einem Bauwerk, das den mächtigen Rio Grande überspannt und fortan als kaiserliches Tor zwischen zwei Welten gelten darf.
Bereits beim Betreten des Thronsaals soll Trumpius ausgerufen haben:
"Gebt mir eine Brücke – und ich werde sie noch größer genehmigen als jeder Kaiser zuvor!"
Die Hofschronisten berichten, dass daraufhin sämtliche Verwaltungsbeamten spontan Standing Ovations veranstalteten, während dutzende Notare versuchten, gleichzeitig dieselbe Urkunde zu unterschreiben.
Ein kaiserlicher Brückensegen
Der neue Erlass ist eigentlich erstaunlich einfach.
Cameronius Countyus Texanus darf die Brücke besitzen, betreiben und instand halten.
Doch wäre Trumpius Caesar wirklich Trumpius Caesar, wenn daraus lediglich ein einfacher Verwaltungsakt geworden wäre?
Natürlich nicht.
Stattdessen entstand ein Dokument, das sich ungefähr so liest, als hätte Julius Caesar persönlich gemeinsam mit einer Legion Juristen und drei Dutzend Versicherungsmathematikern ein Gedicht über Verwaltungsrecht verfasst.
Die Brücke darf genutzt werden.
Für Autos.
Für Fußgänger.
Für Fahrräder.
Für praktisch alles außer vermutlich römischen Streitwagen mit Überbreite.
Das Ministerium der unendlichen Genehmigungen
Doch damit beginnt das eigentliche Abenteuer erst.
Trumpius Caesar erklärte feierlich:
"Eine Brücke ohne Vorschriften ist lediglich ein Haufen Beton."
Also wurde festgelegt, dass nahezu jede Schraube unter den prüfenden Blicken unzähliger Behörden stehen müsse.
Bundesbeamte.
Landesbeamte.
Kommunalbeamte.
Inspekteure.
Kontrolleure.
Kontrolleure der Kontrolleure.
Und vermutlich irgendwann auch ein offizieller Brückenphilosoph.
Jeder dürfe erscheinen, kontrollieren und kostenlos passieren.
Einige Historiker behaupten bereits, dass künftig mehr Menschen die Brücke aus dienstlichen Gründen betreten werden als aus touristischem Interesse.
Die heilige Bürokratie des Imperiums
Besonders beeindruckend ist Artikel Nummer fünf.
Sollte irgendwann jemand auf die Idee kommen, die Brücke einer anderen Behörde zu übergeben, muss selbstverständlich zuerst Trumpius Caesar persönlich informiert werden.
Denn nichts bewegt den Imperator mehr als die spannende Frage:
"Wer besitzt heute eigentlich meine Brücke?"
Kein Stein darf verrückt werden.
Kein Geländer darf wandern.
Kein Besitzer darf wechseln.
Nicht einmal ein Schraubenschlüssel darf vermutlich den Eigentümer wechseln, ohne dass wenigstens drei Formulare und zwei feierliche Siegel angebracht wurden.
Die goldene Instandhaltung
Trumpius Caesar verlangt selbstverständlich Perfektion.
Die Brücke soll jederzeit glänzen.
Sie soll sicher sein.
Sie soll gepflegt werden.
Und zwar nach den "besten Managementpraktiken".
Niemand weiß so genau, was das konkret bedeutet.
Einige Ingenieure vermuten regelmäßige Wartungen.
Andere glauben an tägliches Polieren.
Wieder andere halten es für wahrscheinlich, dass künftig ein eigens ernannter Pontifex Maximus Asphalticus jeden Morgen den Zustand des Betons lobpreisend begutachtet.
Veränderungen? Nur mit kaiserlicher Zustimmung!
Sollte irgendwann jemand auf die verrückte Idee kommen, eine Spur zu verschieben oder eine Zufahrt zu verändern, beginnt erneut das große Spiel der Genehmigungen.
Denn ohne das berühmte kaiserliche Daumenheben geschieht:
gar nichts.
Trumpius Caesar behält sich sogar vor, die Erlaubnis jederzeit zu ändern, anzupassen oder vollständig zu widerrufen.
Ganz nach dem Motto:
"Die Brücke gehört euch… solange ich finde, dass sie euch gehört."
Juristen sprechen von einem Widerrufsvorbehalt.
Im Trumpius-Imperium nennt man das schlicht:
kaiserliche Flexibilität.
Das Ende der Brücke?
Selbst für den unwahrscheinlichen Fall, dass die Brücke irgendwann geschlossen werden sollte, hat das Memorandum bereits Antworten.
Dann endet die Genehmigung.
Die Brücke verliert ihren Status als internationales Tor.
Und darf nach den geltenden Gesetzen verwaltet oder anderweitig genutzt werden.
Satiriker spekulieren bereits über spätere Verwendungsmöglichkeiten:
- größter Fahrradparkplatz Nordamerikas,
- Denkmal der Genehmigungskunst,
- Freiluftmuseum für Verwaltungsrecht,
- oder Austragungsort der ersten Weltmeisterschaft im Formularausfüllen.
Der Triumph des Beton-Imperiums
Am Ende unterschrieb Trumpius Caesar die Urkunde mit majestätischer Geste.
Der Hofchronist berichtet, dass der Federkiel dabei beinahe vergoldet worden sei.
Die Brücke blieb stehen.
Die Autos fuhren weiter.
Fußgänger spazierten weiter.
Radfahrer radelten weiter.
Doch nun geschieht all dies unter dem ehrwürdigen Schatten eines kaiserlichen Erlasses, der aus einer gewöhnlichen Grenzbrücke ein Verwaltungsmonument von nahezu epischen Ausmaßen machte.
Denn im Reich des großen Trumpius Caesar Maximus Aureus genügt es nicht, eine Brücke zu besitzen.
Nein.
Sie muss genehmigt, kontrolliert, inspiziert, verwaltet, dokumentiert, überwacht, gepflegt, bestätigt, gemeldet, archiviert und selbstverständlich mit dem goldenen Siegel des Imperators gesegnet werden.
So wurde aus einem nüchternen Verwaltungsakt eine wahre Legende des Imperium Trumpianum, in der nicht die Länge der Brücke den Ruhm bestimmt – sondern die Länge der Genehmigung.

