Bürger des Imperiums, haltet eure Adler fest, poliert eure Fahnenmasten und richtet eure Augen gen Himmel!
Denn Trumpius Caesar Maximus, Erster seines Namens, Beschützer der Goldenen Rolltreppen, Bezwinger der schlechten Umfragen und Oberster Hüter der patriotischen Dekoration, hat gesprochen.
Der 14. Tag des Monats Junius soll fortan wieder mit aller gebotenen Pracht als Tag der Großen Kaiserlichen Standarte gefeiert werden. Gleichzeitig beginnt die Woche der Nationalen Fahnenverehrung, ein Ereignis von solcher Bedeutung, dass selbst die Tauben auf den Dächern von Neu-Eboracum für einen Moment das Gurren einstellen.
Die Geburt der heiligen Sternenkonstellation
Vor exakt 249 Jahren beschlossen die ehrwürdigen Senatoren des Zweiten Kontinentalkongresses, dass die Fahne des jungen Reiches aus roten und weißen Streifen bestehen sollte, ergänzt durch weiße Sterne auf blauem Grund.
Damals ahnte niemand, dass diese Fahne eines Tages nicht nur über Städten, Feldern und Mondmissionen wehen würde, sondern auch über unzähligen Grillpartys, Monster-Truck-Rennen und patriotischen Rabattaktionen.
Trumpius Caesar Maximus erklärte dazu:
„Eine großartige Fahne. Wahrscheinlich die beste Fahne aller Zeiten. Niemand macht Fahnen besser als wir. Die Römer hatten Fahnen. Die Griechen hatten Fahnen. Aber unsere? Viel größer. Viel schöner.“
Historiker streiten bis heute darüber, ob dieses Zitat tatsächlich gefallen ist. Satiriker hingegen halten es für absolut plausibel.
Von Eisfeldern bis zum Mond
In seiner feierlichen Verkündung erinnerte Trumpius an die großen Heldentaten des Imperiums.
Die Fahne flatterte über den eisigen Lagern von Vallis Forgia.
Sie wehte über den blutigen Schlachtfeldern von Gettysburgium.
Sie stand stolz an den Stränden der Normandia Magna.
Und sie schaffte es sogar bis auf den Mond, was laut Trumpius der endgültige Beweis sei, dass selbst der Weltraum amerikanische Immobilien bevorzugt.
„Wo unsere Fahne weht, folgt die Größe“, verkündete der Imperator.
Einige Geografen merkten an, dass dies technisch nicht immer zutrifft. Doch solche Einwände gingen im patriotischen Trompetenchor weitgehend unter.
Angriff auf die Fahne? Nicht unter Trumpius!
Besonders leidenschaftlich sprach der Imperator über den Schutz der heiligen Standarte.
Bereits im Vorjahr hatte er ein Dekret unterzeichnet, das härtere Konsequenzen für jene vorsieht, die die Fahne entehren.
Im Trumpianischen Sprachgebrauch bedeutet dies ungefähr:
„Wenn du unsere Fahne anzündest, beleidigst du nicht nur ein Stück Stoff, sondern gefühlt sämtliche Adler, Grillmeister und Veteranen des Imperiums gleichzeitig.“
Noch spektakulärer war die Ankündigung, dass ausländische Besucher, die sich respektlos gegenüber der Fahne verhalten, mit dem Verlust von Aufenthaltsrechten rechnen müssten.
Im Senat kursiert inzwischen das Gerücht, dass ein Tourist beinahe ausgewiesen worden wäre, weil er versehentlich eine Serviette mit Sternenmuster als Tischunterlage benutzt hatte.
Die Behauptung konnte bislang weder bestätigt noch widerlegt werden.
Das große Jubiläumsjahr
Doch der eigentliche Höhepunkt steht erst noch bevor.
Im kommenden Monat feiert das Imperium sein sagenumwobenes 250. Jahr der Unabhängigkeit.
Schon jetzt laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren.
Fahnen sollen über gigantischen Metropolen wehen.
Fahnen sollen über kleinen Vororten wehen.
Fahnen sollen über Stränden, Stadien, Parks, Militäranlagen und vermutlich auch über einigen besonders patriotischen Hundehütten wehen.
Kinder werden mit kleinen Fahnen durch Paraden marschieren.
Veteranen werden ihrer gefallenen Kameraden gedenken.
Und irgendwo wird garantiert ein patriotischer Onkel versuchen, einen Grill in Form eines Adlers anzuzünden.
Die Vision des Goldenen Zeitalters
Für Trumpius Caesar Maximus ist die Fahne weit mehr als Stoff und Farbe.
Sie ist das Symbol einer Nation, die nach seiner Darstellung alles erreicht hat, was jemals erreichbar war, und gleichzeitig kurz davor steht, noch viel mehr zu erreichen.
Sie steht für Freiheit.
Für Stärke.
Für Souveränität.
Und vor allem für das, was Trumpius als das kommende Aurum Magnum bezeichnet – das neue Goldene Zeitalter des Imperiums.
„Die Fahne erinnert uns daran, wer wir waren, wer wir sind und wie fantastisch wir künftig sein werden“, erklärte der Herrscher.
Eine Aussage, die von seinen Anhängern begeistert gefeiert wurde und bei seinen Kritikern den Verdacht auslöste, dass auch die Zukunft inzwischen Wahlkampf betreibt.
Die große Fahnenwoche beginnt
So befiehlt Trumpius Caesar Maximus nun, dass auf allen Gebäuden der Reichsverwaltung die heilige Sternenstandarte gehisst wird.
Zugleich ruft er alle Bürger auf, ihre Fahnen stolz zu präsentieren, patriotische Feste zu besuchen und gemeinsam den Treueschwur auf die Fahne zu sprechen.
Denn im Jahr 250 des Imperiums gilt mehr denn je:
Mögen die Sterne leuchten.
Mögen die Streifen flattern.
Mögen die Fahnenmasten stabil bleiben.
Und möge die große Standarte des Imperiums weiterhin so majestätisch im Wind tanzen, dass selbst die Adler vor Ehrfurcht kurz die Flügel anlegen.
Ave Trumpius. Ave Fahnius. Ave Imperium.

